Kreis Südliche Weinstraße Warum bringt er die Kinder?

Die Werbeindustrie hat den Storch schon früh entdeckt.
Die Werbeindustrie hat den Storch schon früh entdeckt.

Über die Grenzen der Region hinaus ist Bornheim als Storchendorf bekannt. Ein Grund: Im Ort ist das rheinland-pfälzische Storchenzentrum beheimatet, das eine Dauerausstellung beherbergt. Diese wird am Sonntag ab 11 Uhr durch einen weiteren Teil ergänzt. Thema der Schau: „Mythos Storch – und er bringt sie doch“.

Nach dem im Jahr 2008 fertiggestellten ersten Teil der Dauerausstellung im Bornheimer Storchenzentrum mit dem Titel „Lebensweise des Weißstorches“ folgte 2014 der Ausbau des Raumes mit der Schau „Lebensräume für Störche“. Dort werden Besonderheiten von Weiß- und Schwarzstörchen präsentiert. Nun wird der Komplex erweitert mit dem verheißungsvollen Titel „Mythos Storch – und er bringt sie doch“. Wie Christiane Hilsendegen, Leiterin des Storchenzentrums, sagt, habe sich im Lauf der Jahrhunderte ein regelrechter Mythos um den Storch entwickelt. „Das liegt daran, dass dieser Vogel dem Menschen schon immer viel näher stand als die meisten anderen Vögel“, erklärt Hilsendegen. Der Mythos weise aber regional und international sehr unterschiedliche Facetten auf. Darauf geht die Schau ein. In anderen Ländern wird der Vogel demnach gerne als Verwandter des Menschen angesehen. Interessant ist dabei die Perspektive von Muslimen im arabischen Raum. Gelingt es einem Moslem nicht, einmal in seinem Leben nach Mekka zu reisen, wie es der Koran vorschreibt, übernimmt der Storch nach dem Tod des Menschen diesen Weg und fliegt zur Kaaba. Beantwortet werden soll in der Ausstellung unter anderem auch die seit Generationen immer wieder gestellte Frage: „Warum bringt der Storch die Kinder?“ In Deutschland gilt der Vogel als „Kinderbringer“ und Frühlingsbote. Im ersten Fall wird er dabei auch zum Orakeltier, heißt es doch: Wenn ein Storch über den Kopf einer Frau fliegt, wird sie bald schwanger sein. Es wird aber auch gezeigt, wie die Werbeindustrie oder die Tourimusbranche den Storch für sich genutzt haben. Gezeigt werden zudem Darstellungen des großen Vogels in Gedichten, Liedern, Bauernregeln, Fabeln und Märchen. Zudem können sich Besucher der Ausstellung aktiv einbringen. Diese können ihre persönlichen Erinnerungen an Störche aufschreiben und Hilsendegen per Mail an storchenzentrum@pfalzstorch.de zukommen lassen. Die Texte sollen dann in einem „Besucher-Storchenbuch“ veröffentlich werden und damit die Ausstellung durch diese persönlichen Perspektiven ergänzen. Nicht zuletzt durch solche Aktionen werde die Schau lebendig bleiben, sagt Hilsendegen. Südwest Info — Storchenzentrum, Bornheim, Kirchstraße 1, Öffnungszeiten: jeweils montags und mittwochs, 13 bis 16 Uhr, sonntags, 14 bis 17 Uhr. —Weitere Informationen gibt’s unter Telefon 06348 610757, per Mail an storchenzentrum@pfalzstorch.de oder im Internet unter www.pfalzstorch.de.

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