Kreis Südliche Weinstraße „Vater der Verbandsgemeinde“ wird 80
Die Familie Seefeldt spielt in der Politik im Landkreis Südliche Weinstraße seit dessen Gründung im Jahr 1969 eine wichtige Rolle. Ist es aktuell Dietmar Seefeldt, den die CDU am Montag zu ihrem Landratskandidaten machte, hatte im vergangenen Jahrhundert dessen Vater Manfred diverse Ämter inne. Am heutigen Donnerstag feiert Manfred Seefeldt, der langjährige Bürgermeister der Verbandsgemeinde Offenbach, seinen 80. Geburtstag.
Riesig gefreut hat sich Manfred Seefeldt am Montagabend über das überwältigende Abstimmungsergebnis, das sein Sohn Dietmar bei der Nominierungsversammlung der CDU eingefahren hat. Selbstverständlich war er in der Herxheimer Festhalle dabei, um seinen Junior zu unterstützen. Ansonsten ist es in den vergangenen Jahren ruhig geworden um Manfred Seefeldt. In der Senioren-Union ist er noch aktiv, ansonsten hält er sich aus dem politischen Alltagsgeschäft weitgehend raus. In Offenbach ist er dennoch allgegenwärtig. „Mir geht es gut, ich fühle mich gesundheitlich absolut auf der Höhe“, versichert der Jubilar im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Fit hält er sich mit regelmäßigen Saunabesuchen, mindestens einmal pro Woche, zumeist in Begleitung seiner Ehefrau Gudrun. Wenn es die Zeit erlaubt, fährt er dazu ins Aquadrom nach Hockenheim. Außerdem ist er viel in seinem Garten beschäftigt und genießt die Zeit mit seinen Enkelkindern. Geboren wurde Manfred Seefeldt am 9. März 1937 im pommerschen Mallnow. Als sich vor 45 Jahren Offenbach, Bornheim, Essingen und Hochstadt freiwillig zur Verbandsgemeinde Offenbach zusammenschlossen, übernahm Seefeldt am 1. Mai 1972 den Bürgermeisterposten. Zuvor stand er in Diensten der Verbandsgemeinde Kastellaun. Damals war der CDU-Politiker unter mehreren Bewerbern ausgewählt worden. 1983 musste er sich zur Wiederwahl stellen. Entgegen der Mehrheitsverhältnisse im Rat setzte sich Manfred Seefeldt gegen SPD-Kandidat Herbert Heim durch. Seine zweite Wiederwahl war dagegen nur Formsache: Am 12. Juni 1994 stimmten bei der Urwahl 59,9 Prozent der Wähler für Seefeldt. 1974 übernahm der Vater zweier Söhne und einer Tochter in Personalunion auch noch den Posten des Ortsbürgermeisters in Offenbach. Nach gut 30 Amtsjahren räumte Seefeldt im Juni 2002 aus Altersgründen den Chefsessel im Offenbacher Rathaus. Als „Vater der Verbandsgemeinde“ bezeichnete ihn damals die RHEINPFALZ. Schmerzlich war für Seefeldt der Abschied als Ortsbürgermeister. Bei der Kommunalwahl 2004 unterlag er haushoch gegen Herausforderer Axel Wassyl. In Seefeldts Amtszeit als Verbandsbürgermeister fallen der Bau des Rathauses, der Queichtalhalle, des Queichtalbads, der Turn- und Festhalle in Offenbach, der Bau von Dalberghalle und Golfplatz Dreihof in Essingen und des Dorfgemeinschaftshauses in Hochstadt. Dazu kommt die Schaffung von Gewerbegebieten in Bornheim und Offenbach. Dass das in seiner Amtszeit gebaute Offenbacher Rathaus in den vergangenen Jahren so heftig in Kritik geraten ist, sogar abgerissen werden soll, wurmt Manfred Seefeldt. In die emotionale Debatte um Sanierung oder Abriss des Rathauses hat er sich in den vergangenen Jahren dann doch gelegentlich eingemischt und für eine Sanierung stark gemacht. Manfred Seefeldts Schaffenskraft und Meinung waren auch über die Grenzen der Verbandsgemeinde hinaus gefragt. Von 1974 bis 1994 saß Seefeldt für die CDU im Kreistag, von 1974 bis 1979 fungierte er als zweiter Kreisdeputierter. Er war Vorsitzender des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz und Mitglied des Bundes- und Landesvorstands der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU. Dazu kommen viele Ehrenämter in verschiedenen Vereinen. Für sein Engagement erhielt Seefeldt unzählige Auszeichnungen.