Schweigen-Rechtenbach
Unbekannte stehlen knappe Tonne Trauben aus Wingert
Der abgeerntete Wingert des Weinbaubetriebs Cuntz & Scheu direkt am Weintor in Schweigen liegt traumhaft auf der französischen Seite des Sonnenbergs. Doch die Idylle wurde unlängst gestört. „Ich bin am Donnerstagmorgen in den Wingert gefahren und habe Laubteile auf dem Boden gesehen“, erzählt Axel Scheu, der den Betrieb zusammen mit seiner Tochter Alexandra und seiner Frau Gudrun führt. Er habe nachgesehen und seinen Augen nicht getraut. In sieben Rebzeilen waren die Trauben weg.
„Es muss zwischen Mittwochabend und Donnerstagmorgen passiert sein, die Schnittstellen waren noch grün“, erzählt der Winzer. Und er ist sich sicher, dass mehrere Personen am Werk waren. Die Diebe hätten auch mindestens einen Hänger dabei gehabt, denn Hunderte Kilogramm an Trauben transportiere man nicht im Kofferraum ab. Gestohlen wurden die Trauben der Dunkelfelderrebe, einer selten angebauten Sorte, die zu einem tiefschwarzen Rotwein gekeltert wird. Die Trauben sehen zum Anbeißen aus, seien geschmacklich aber kein Erlebnis, so Scheu.
Winzer: „Das waren keine Profis“
Die Hälfte der Dunkelfelder-Trauben des Weinguts ist jetzt weg. „Genau kann ich es nicht sagen, aber aus den gestohlenen Trauben hätten wir 800 bis 1000 Liter Wein keltern können“, sagt Tochter Alexandra. Was Familie Scheu große Sorgen macht, ist, dass die Trauben am Donnerstag vergangener Woche eine Abschlussspritzung vor der Ernte bekommen haben. „Wir haben das Mittel Folpet gespritzt gegen Fäulnis und Pilzkrankheiten. Das bedeutet, dass man 35 Tage warten muss. In dieser Zeit sollte man die Trauben auf keinen Fall essen oder zum Beispiel zu Saft verarbeiten“, sagen Axel und Alexandra Scheu. Würden sie jetzt verzehrt, bekäme man mit hoher Wahrscheinlichkeit Magen-Darm-Beschwerden, so die Winzer. Für Kinder wäre das besonders gefährlich.
Axel und Alexandra Scheu vermuten, dass die Optik der Trauben die Diebe zum Stehlen veranlasst haben könnte, denn alle anderen Sorten auf dem Sonnenberg sind zum Teil noch recht klein und hart, die Dunkelfelder-Trauben aber tiefblau und prall. „Das waren keine Profis“, vermutet Axel Scheu, der immer noch fassungslos ist angesichts dieses „hirnlosen“ Vorgehens, wie er sagt. „Wir werden uns für das kommende Jahr etwas einfallen lassen, um unsere Trauben zu schützen“, sagt er. Anzeige wurde sowohl bei der Polizeiinspektion Bad Bergzabern als auch bei der Gendarmerie Weißenburg erstattet, da der Weinberg auf französischer Gemarkung liegt.