Bad Bergzabern RHEINPFALZ Plus Artikel Tunnelbau: Im Oktober wird es ernst

An der Ostseite laufen derzeit die Arbeiten für den sogenannten Voreinschnitt. Nach deren Abschluss kann der Tunnelanschlag erfo
An der Ostseite laufen derzeit die Arbeiten für den sogenannten Voreinschnitt. Nach deren Abschluss kann der Tunnelanschlag erfolgen.

Fast stündlich kann man beobachten, wie die Arbeiten beim Bau des Tunnels südlich von Bad Bergzabern voranschreiten. Läuft weiter alles nach Plan, kann bald der sogenannte Tunnelanstich erfolgen. Dann wird schweres Gerät gebraucht. Und auch der Sprengmeister?

„Insgesamt sind die Arbeiten voll im Zeitplan“, bestätigt der für den Bau der Ortsumgehung zuständige Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Speyer auf Anfrage. Am 27. Mai begannen die Vorbereitungen für den Tunnelanstich. Die Baustelleneinrichtung ist inzwischen fertiggestellt; seit vergangener Woche laufen laut LBM die Arbeiten zur Herstellung des Voreinschnitts auf der Ostseite. Der Voreinschnitt ist im Prinzip nicht mehr als ein riesiges Loch. Darin wird aus Spritzbeton eine Wand erstellt, die das ganze Tunnelprofil abdeckt und als Startpunkt für den Tunnel gilt. Dieser Schritt soll planmäßig Mitte/Ende August beendet sein.

Direkt im Anschluss erfolgt die Herstellung des Voreinschnitts auf der Westseite. Dieser soll laut Plan Mitte/Ende September fertig sein. Beim LBM ist man zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten werden kann. „Rund 30 Mitarbeiter der Baufirma kommen auf der Baustelle zeitgleich zum Einsatz“, teilt die Behörde mit. Steht auch die Wand im Westen, kann der Tunnelanschlag erfolgen. Die zweite Septemberhälfte wird vom LBM angepeilt. Normalerweise ist der Tunnelanschlag ein feierlicher Akt mit vielen Gästen. Ob das unter Corona-Bedingungen tatsächlich möglich ist, kann derzeit noch niemand sagen.

Sprengungen erst zu einem späteren Zeitpunkt

Viel wichtiger ist der Beginn des bergmännischen Tunnelbaus. Also der Zeitpunkt, ab dem Bagger, Bohrer und Fräsmaschinen anrücken, um sich in den Berg zu wühlen. Anfang Oktober soll das so weit sein. Begonnen wird auf der Ostseite. Der Vortrieb erfolgt von dort in Richtung Westportal bis zum Tunnel-Durchschlag. Bestandteil der bergmännischen Bauweise sind neben Baggern, Bohrern und Fräsen auch Sprengungen. „Ab einer gewissen Tiefe im Berg sind laut Gutachten Sprengungen geplant“, informiert der LBM. Wann die Sprengmeister tatsächlich zum Einsatz kommen, ist derzeit noch nicht klar. Fest steht nur, dass Sprengungen nicht sofort notwendig sein werden.

Der Tunnel ist das Herzstück der rund 2,6 Kilometer langen Ortsumgehung im Zuge der B427. Er wird 1,44 Kilometer lang werden und einen Fahrstreifen in jede Richtung haben. Die Ortsumgehung beginnt im Westen unmittelbar an der Einmündung der L492 von Böllenborn kommend in die B427. Im Osten wird sie an die B38 angebunden.

Ende 2026 soll Ortsumgehung fertig sein

Spatenstich für das Großprojekt war im März 2017. Der Bund hatte damals 61,8 Millionen Euro für die Baukosten bewilligt. Obwohl sich der Beginn des Tunnelbaus wegen der „Komplexität der Ausschreibungsunterlagen“ um rund ein Jahr verzögert hat, soll sich die Gesamtbauzeit nicht verlängern. Läuft weiter alles nach Plan, soll die Ortsumgehung in der zweiten Jahreshälfte 2026 für den Verkehr freigegeben werden.

Beim LBM geht man davon aus, dass rund 200.000 Kubikmeter Abbruchmasse anfallen werden. „Das Erdreich wird teilweise vor Ort eingebaut, zum Beispiel in Straßendämme“, nennt der Landesbetrieb einen Verwendungszweck. Der verbleibende Rest soll auf bundeseigenen Flächen an der Kreuzung B38 und B48 östlich von Bad Bergzabern eingebaut werden. Dort soll ein naturnaher Mitfahrerparkplatz entstehen. Angelegt wir er direkt an der B38 in Richtung Niederhorbach.

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