Kreis Südliche Weinstraße Storchenverein zieht um

91-86791934.jpg

1989 wurde der „Storchenverein“, wie er im Volksmund genannt wird, von Frank Steigleder mit dem Ziel gegründet, den Weißstorch im Wiesental zwischen Schweighofen und Kandel wieder anzusiedeln. Das Ziel wurde erreicht. Viel hat sich seit der Vereinsgründung geändert. Grund genug für den Verein, sich komplett neu aufzustellen: mit neuem Namen, neuer Satzung, neuem Sitz, und neuer Vereinsstruktur.

„Verein zum Schutz des Weißstorchs Viehstrich und Aktion Biotop- und Landschaftsschutz“ – so hieß der Verein seit 1995, als der Vereinszweck um den Biotop- und Landschaftsschutz erweitert wurde. „Der Name war schon ein wenig sperrig“, sagt Gabriele Meder-Schumacher, zweite Vorsitzende und für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Die Mitglieder entschieden nun, dass sich der Verein im Zuge der Neufassung der Satzung in „Storch und Natur Südpfalz“ umbenennt. Bisher war Steinfeld Vereinssitz, nun ist es Niederotterbach, wo auch die Storchenvolière steht. Im vergangenen Jahr hatte der Verein eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich mit der Ausarbeitung einer neuen Satzung beschäftigen sollte. Vor allem weil sie sich mit ungeahnten steuerlichen und haftungsrechtlichen Vorgaben beschäftigen musste, wurde der Arbeitsaufwand für die Gruppe immer größer. „Wir haben uns insgesamt zehnmal getroffen, wenn ich das zusammenrechne, kommen bestimmt 350 bis 400 Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit zusammen. Es war ein Gewaltakt“, sagt Kassenwart Thomas Schneider. Schneider hat zusammen Günther Riehl, einem Beisitzer des Vereins, ein Buch zum Vereinsrecht intensiv durchgearbeitet. Mustersatzungen wurden besorgt, mit den Finanzbehörden gesprochen, eine Fachtagung „Ehrenamt“ erfolgreich absolviert, auch zwei Anwälte wurden in die Beratungen mit einbezogen. Riehl konnte zudem seine Erfahrungen aus der Vorstandsarbeit in zahlreichen anderen Vereinen einbringen. „Es ist erstaunlich, auf was man heutzutage als Verein alles achten muss“, wundert sich Vorsitzender Horst Taraschewski. Er ist der Biotop-Experte und hat in der Vergangenheit immer wieder wissenschaftliche Führungen zu den vom Verein betreuten Biotopen organisiert, vor allem für Kinder und Jugendliche. „Die Führungen wird es in diesem Jahr nicht geben“, sagt Taraschewski. Grund sind ungeklärte Haftungsfragen. Wer zahlt, wenn etwas passiert? „Ich denke, vielen Verein ist gar nicht bewusst, auf welch dünnem Eis sie sich bewegen“, meint Thomas Schneider. Ist der Verein ausreichend versichert, wenn er Führungen oder Feste organisiert? Beim Storchenverein kommt noch ein anderer, nicht ganz alltäglicher Risikofall hinzu: Wenn bei der alljährlichen Säuberung der Storchennester schweres Gerät im Einsatz ist, etwa ein Hubsteiger – wie sieht es dann mit der Haftung aus? „Die Menschen sind heutzutage sehr klagefreudig“, meint Schriftführer Hans Clödy, „da muss man alles Mögliche im Auge behalten.“ Es sei nicht immer ganz einfach, für alles eine Versicherung zu finden. Rund 240 Mitglieder hat der Verein aktuell. Grund für die Satzungsänderung war auch eine Neustrukturierung des Vorstands. Es gibt nun einen engeren und einen erweiterten Vorstand. Der engere Vorstand besteht aus dem ersten und zweiten Vorsitzenden, dem Kassenwart und dem Schriftführer. Alle vier dürfen den Verein gerichtlich und außergerichtlich vertreten, jeweils alleine. Der Verein hat viel mit Grundstücksangelegenheiten zu tun, etwa bei seinen Wiesenprojekten. Da geht es um Grundstückskauf und -verwaltung, aber auch um die Beantragung von Fördergeldern. „Deshalb ist es für uns wichtig, diese Angelegenheiten auf mehrere Schultern zu verteilen, zumal auch der Vorsitzende nicht immer greifbar ist“, sagt Gabriele Meder-Schumacher. Der erste und zweite Vorsitzende sind gleichberechtigt. Zum erweiterten Vorstand zählen neben dem engeren Vorstand noch zusätzlich sieben Beisitzer. Die Schwerpunkte der Vereinsarbeit liegen auch in Zukunft in der Betreuung des Weißstorchs und anderer Vögel. Weiter sind die Neuschaffung und Aufwertung von Biotopen als Lebensgrundlage für bedrohte Tier- und Pflanzenarten ein zentrales Anliegen des Vereins. Der Vorstand Erster Vorsitzender: Horst Taraschewski, zweite Vorsitzende: Gabriele Meder-Schumacher; Kassenwart: Thomas Schneider, Schriftführer: Hans Clödy; Beisitzer: Daniel Blocher, Gerhard Eckern, Maria Fassen, Mario Fassen, Marie-Claire Kuhn, Günther Riehl, Felix Schönung. |jpa

x