Billigheim-Ingenheim
Sportverein schreibt Wellermann-Song zum Vereinsjubiläum
Ein Vereinsjubiläum in der Pandemie zu feiern, ist nicht einfach. Fallen dann gleich drei besondere Anlässe auf ein Jahr, ist das umso bitterer. Der TSV Billigheim-Ingenheim hätte seine Mitglieder gerne zum 100-jährigen Bestehen des SV Billigheim, zum 75. Geburtstag des SV Ingenheim und zum Zehnjährigen des Zusammenschlusses beider Vereine zum TSV eingeladen. „Darüber hinaus ist die Einweihung des neuen Kunstrasens flachgefallen. Wir waren am Anfang vom Jahr schon ziemlich frustriert, weil wir die ganzen Veranstaltungen geplant hatten“, sagt der Vorsitzende Markus Degen.
Als er mit vier Vereinskollegen zusammensaß und darüber diskutierte, was denn als Alternative möglich sei, habe einer in der Runde gesagt: „Wir machen was.“ Unter diesem Motto veröffentlicht der Verein nun in Abständen von etwa einer Woche Videos und Bilder im Internet. „Das sind Interviews, in denen wir Leute, die bei uns tätig sind, vorstellen. Videos und Bilder über die Entstehungsgeschichte, Challenges und Specials“, sagt Degen.
Neuauflage eines internationalen Charthits
Eines dieser speziellen Punkte, das hohe Wellen geschlagen hat, ist ein Stück, das es sogar ins Radio schaffte. Im Dezember vergangenen Jahres nahm der britische Folksänger Nathan Evans eine Version des neuseeländischen Seemannsliedes „Wellerman“ aus dem 19. Jahrhundert auf und landete damit einen internationalen Erfolg. Das Musikvideo hat auf Youtube mittlerweile 14 Millionen Klicks. „Der Song läuft gerade im Radio rauf und runter. Wir haben ihn gehört und uns gedacht: Wir machen unsere eigene Version daraus“, erzählt Degen.
Im neuen Text der vereinseigenen Version geht es über den Verein, den Purzelmarkt, den Frust wegen Corona und – passend zum Namen – um den 38-jährigen Rekordspieler des Vereins Patrick Weller, der bereits seit elf Jahren seine Fußballschuhe für den TSV schnürt. Den Text steuerte Michael Weigel bei, den Song und das Musikvideo produzierte Marcus Rutz-Lewandowski, die beide mit den Verantwortlichen befreundet sind. Den Gesang übernahm der zweite Vereinsvorsitzende Stefan Bischoff, der Teil einer Gesangsgruppe ist. Jugendleiter Uli Ditz lieferte die Bassstimme.
Weinfass zum Cajon umfunktioniert
Die beiden Herren sind auch gemeinsam mit Vereinsmitglied Karl-Friedrich Wingert im Musikvideo zu sehen, in dem Wingert ein Weinfass zum Instrument Cajón umfunktioniert. „Stefan Bischoff hat im November aus Frust gesagt, er rasiert sich erst wieder, wenn der Lockdown vorbei ist. Deswegen hat er einen so langen Bart im Video. Das passt aber eigentlich ganz gut zum Lied“, erklärt Degen. Der namensgebende Patrick Weller, der in 366 Spielen für die Doppelgemeinde auf dem Platz stand, sei der erste gewesen, der es zu sehen bekam. Er sei stolz und glücklich gewesen.
Des Weiteren hat die zweite Fußballmannschaft des Vereins auf seinem Youtube-Kanal und über die Sozialen Medien zwölf Aktionen hochgeladen. „Unsere Spieler haben zum Beispiel den Ball jongliert oder sind Slalom gelaufen auf Zeit. Die Jugendspieler sollen dann versuchen, es besser zu machen“, sagt Degen.
„Den Mitgliedern etwas bieten“
Die Bewältigung der Pandemie sei wie für alle Vereine auch für den TSV nicht einfach. Mit den Aktionen will der Verein zeigen, dass er noch da ist und seinen Mitgliedern etwas bieten kann. In den Videos stecke auch schon mal ein halber Tag Arbeit, sagt Degen. „Wir machen damit keine Einnahmen, jeder macht das ehrenamtlich. Das ist nicht selbstverständlich.“
Zu Beginn sei im Verein der ein oder andere noch skeptisch über die Ideen gewesen. Nachdem dann aber die ersten Videos hochgeladen wurden, hätten immer mehr sich daran beteiligen wollen. Für das restliche Jahr sind noch einige Videos geplant, auch aus den anderen Abteilungen des Vereins sollen Beiträge geliefert werden. „Wir haben aktuell noch zehn Videos in der Pipeline. Um was genau es da geht, verraten wir aber noch nicht“, sagt Degen.
Info
Die Videos und den Song gibt es auf den Sozialen Kanälen des Vereins und auf dem Youtube-Kanal „TSV Fortuna“.