Kommentar
Senioren-Tourismus-Projekt im Wald: Aufs Maß kommt’s an
Die höchstgelegene Siedlung der Pfalz, im tiefsten Wald, 55 Einwohner. Und dann ist der größte Wirtschaftsfaktor nach Jahrzehnten plötzlich weg. Lässt ein riesiges Areal zurück. Dass sich dafür so schnell ein Käufer fand, ist ein Glücksgriff. Dass er auch noch Ideen mitbringt, die zukunftsfähig für den abgeschiedenen Weiler sind, sollte der Ort zu schätzen wissen.
Ein Senioren- und Tourismusprojekt ist nicht abgehoben, sondern passt in die Zeit und zu dem Standort. Dem werden die Anwohner zustimmen. Aber es kommt dabei auf die Dimension an. Und da schrillen bei Anwohnern bekanntlich immer schnell die Alarmglocken. Es gibt so einige Tourismusprojekte in der Region, die aus Angst vor zu viel Lärm und Verkehr vorm Scheideweg standen oder stehen, etwa die Hotelerweiterung der Hornbachs in Annweiler oder das Kloster Heilsbruck in Edenkoben. Der Sternenpark in der Nachbar-Annexe Hofstätten wurde gar ganz zu Fall gebracht.
Was sich bei all den Projekten gezeigt hat: Offene Aussprache hilft. Und es braucht Menschen auf beiden Seiten, die willig sind, einen Kompromiss zu finden. Dann kann eine tragfähige Lösung für alle gefunden werden. Investor Martin Köhler macht bisher den Eindruck, dass er ein Mann ist, der genau diesen Weg gehen will. Das wäre dem Projekt und dem Ort zu wünschen.

