Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel Roland Engel war vor 70 Jahren einer der Mitbegründer des SC Ramberg

Roland Engel wurde für sein Engagement beim SC Ramberg schon mehrfach geehrt.  Foto: van
Roland Engel wurde für sein Engagement beim SC Ramberg schon mehrfach geehrt.

Roland Engel ist das letzte noch lebende Vereinsmitglied, das den SC Ramberg mitbegründet hat. Das war vor 70 Jahren. Er selbst wird im April 89 Jahre alt und hält bis heute seinem Fußballclub die Treue. Einige Ehrungen wurden dem engagierten Sportler zuteil.

Von Peter Pohlit

Schon bei der Vereinsgründung wurde der damals erst 19-jährige gebürtige Ramberger in den Vorstand gewählt. Engel übernahm auch das arbeitsaufwendige Ehrenamt des Kassierers. Im Vorstand blieb er ununterbrochen 56 Jahre lang. Davon war er 42 Jahre Spielleiter. Das seien seine schönsten Vereinsjahre gewesen, sagt Engel. Denn seinen Mannschaften fühlte er sich stets verbunden. Die Arbeit mit ihnen machte ihm Spaß. Es galt nicht nur, für jeden Spieltag das bestmögliche Team zusammenzustellen und die Aufstellung dem Kreisspielleiter zu melden. Zu Engels Aufgaben zählte auch, den Spielplatz zu überprüfen und Markierungslinien nachzuziehen, die Spielberichte zu schreiben und weiterzuleiten. Sogar um das Einsammeln und Waschen der Trikots kümmerte er sich.

Angefangen hatten die Ramberger Kicker in der C-Klasse. Ein Jahr später rückten sie bereits in die B-Klasse auf. Dort spielen sie noch heute. Engel kann aber auch von zwei Jahren in der A-Klasse in den 1990er-Jahren berichten. Da fangen seine Augen zu leuchten an. Die Ramberger hatten einen ehemaligen Bundesligaspieler in ihrem Kader, Hannes Riedl vom FCK. „Der konnte alle begeistern und mitreißen“, schwärmt Engel und bedauert, dass der SC den begabten Spieler nicht halten konnte.

Neben der ersten und zweiten Mannschaft, die beide in eigenen Spielrunden im Einsatz waren, hatte Engel auch vier Jugendmannschaften zu betreuen – mit zusammengezählt rund 60 Aktiven. „Wir haben intensive Jugendarbeit in unserem Dorf geleistet“, stellt Engel klar. „Und wir waren im Landkreis der erste Fußballverein, der die Bandenwerbung eingeführt hat.“ Auf Engels Initiative hin habe der Verein den Männergesangverein Harmonie dafür gewinnen können. Die Sänger hätten 25 Jahre lang jährlich 1000 Mark gezahlt. „Auch auf den Trikots stand der Schriftzug ,Gruß von der Ramburg’.“

Im Lauf der Jahre bekam Engel für seine ehrenamtlichen Verdienste zahlreiche Auszeichnungen – so vom Sportbund Pfalz und vom Südwestdeutschen Fußballverband jeweils die Silberne Ehrennadel. Der Kreis Südliche Weinstraße verlieh ihm die Sportehrenplakette, die Ortsgemeinde Ramberg den Ehrenteller. Seit 1974 ist Engel Ehrenmitglied beim SC Ramberg, seit 2005 Ehrenspielleiter. Auch vom VfB Annweiler erhielt er die Ehrennadel. Im Übrigen gehört Engel allen Ramberger Vereinen als Mitglied an. 1948, als der Männergesangverein wiedergegründet wurde, sang er dort bereits mit. Seine kräftige Stimme lässt noch heute staunen.

Engel lebt schon viele Jahre in Annweiler. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin, Gerti Steinel, bewohnt er eines der Häuser der heute denkmalgeschützten Wohnsiedlung, die von den ehemaligen Email- und Metall-Werken Annweiler Anfang des 20. Jahrhunderts für die Arbeiter gebaut worden war. 36 Jahre war Engel in der Fabrik beschäftigt, zunächst als Heizer an den Brennöfen, dann als Schichtführer. Daneben erledigte er noch bis vor zehn Jahren Hausmeisterdienste im Arbeiterheim, wie die Wohnsiedlung genannt wird.

Nach einem Schlaganfall hat sich Roland Engel von seinen Aktivitäten zurückziehen müssen. Das linke Bein macht nicht mehr richtig mit. Lebensgefährtin Gerti aber versorgt ihn liebevoll. Die beiden kennen sich bereits seit Kindheitstagen.

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