Böchingen Ramona I und Wolfgang der III. führen die Narrenschar an

Weil Ramona unbedingt einmal Prinzessin sein wollte, überredete sie ihren Wolfgang zu einer zweiten Regentschaft.
Weil Ramona unbedingt einmal Prinzessin sein wollte, überredete sie ihren Wolfgang zu einer zweiten Regentschaft.

In diesem Jahr gibt es ein Novum in der 45-jährigen Geschichte des Böchinger Karnevalvereins. Als am 11. November die Faschingskampagne 2023/2024 unter dem Motto „Zwischen Wein und Reben, lasst die Antike leben“ startete, wurde mit Wolfgang III. ein „Wiederholungstäter“ inthronisiert.

Prinz Wolfgang, bürgerlich als Wolfgang Müller bekannt, fungierte bereits in der Kampagne 2006/2007 als Tollität, damals als Wolfgang II. Die heutige Prinzessin an seiner Seite ist Ramona I., ihres Zeichens seit elf Jahren auch im bürgerlichen Leben die Ehegattin des Prinzen. In seiner ersten Regentschaft hatte er seine Untergebenen mit Prinzessin Petra II. aus dem Hause Schlitter empfangen.

Ramona hatte mit der Fasnacht so gut wie gar nichts am Hut, bis sie ihren Wolfgang traf. Zusammen mit ihrem Gatten verliebte sie sich geradezu in den Karneval. Heute gehört sie dem Elferrat des KV an, ist im Küchenteam stets präsent und steht auch auf der Bühne. Zusammen mit elf Sängerinnen bildet sie die Gesangsgruppe „M&M’s“, die Mütter und Mädels. Aktuell fährt sie berufsbedingt noch jeden Tag nach Pforzheim, wo sie auch herstammt. Noch bis Ende Januar ist sie als Verwaltungsbeamtin für das Regierungspräsidium Karlsruhe tätig, dann geht sie in den Ruhestand. „Ich freue mich schon darauf, da meine Arbeit in der Abschiebehafteinrichtung in Pforzheim in der jetzigen Zeit nicht immer einfach ist. Schön auch, dass ich dann nicht mehr den fast täglichen Stau vor Karlsruhe fürchten muss“, sagt sie.

Ramona überredet ihren Wolfgang

Der gebürtige Böchinger Wolfgang Müller ist seit rund 20 Jahren in der Fasnacht engagiert. Aktuell gehört er als Beisitzer dem Vorstand des Vereins an. Die Antwort auf die Frage, wie es dazu kam, dass er ein zweites Mal zum Prinzen wird, ist natürlich interessant. „Zunächst waren wir von unserem Präsidenten schon zwei oder dreimal gefragt worden, ob wir beide nicht das nächste Prinzenpaar werden wollen. Ich hatte es aber eigentlich nicht mehr vor, Prinz zu sein. Dann griff meine Frau ins Spiel ein. Sie fand die Idee, wir als Prinzenpaar, so gut, dass sie mir gegenüber ihren ganzen Liebreiz spielen ließ. Da konnte ich dann nicht mehr nein sagen.“ Ramona ergänzt: „Ich muss wirklich zugeben, dass der zunächst eher geheime Wunsch, einmal Faschingsprinzessin zu sein, im Laufe der Jahre immer größer wurde, und dieser dann gar nicht mehr so geheim blieb“, erzählt sie.

Nach 44 Jahren, in denen er als Kaufmann im Baustoffhandel tätig war, genießt Wolfgang seinen Ruhestand – der aber auch mal zum Unruhestand wird, gerade dann, wenn die sechs Enkeltöchter das heimische Domizil bevölkern und ihren Opa fordern. „Es ist aber für mich eine wahre Freude, mit den Kindern gemeinsam spielen zu können oder auch mal eine Wanderung zu unternehmen“, sagt er. Als Prinz ist er natürlich besonders gefordert, wenn die Prunksitzungen in Böchingen anstehen. Dann kann man die Tollität auch auf der Bühne bewundern, als Tänzer im Männerballett und als Teil der „Woogdammsänger“.

Termine

Sonntag, 14. Januar, 14.11 Uhr, Familiensitzung, Eintritt 10 Euro (Kinder unter 12 Jahren frei, Kinder ab 12 Jahre und Rentner 5 Euro); Samstage, 20. und 27. Januar sowie 3. Februar, jeweils 19.11 Uhr, Prunksitzungen, Eintritt 13 Euro. Karten gibt es bei Karlheinz Rectanus, Telefon 06348 615237 oder 0151 40783045.

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