Bornheim
Projekt in Bornheim: Weingut baut Probierstube und Wohnmobilstellplätze
Es sind große Pläne: Cristian Müller will in der Bornheimer Kirchstraße sein Weingut erweitern, das er zusammen mit seinem Vater Kurt betreibt. Neben einer bereits bestehenden Halle soll eine neue Lager- und Produktionshalle entstehen, in deren Erdgeschoss auch eine Weinprobierstube, Duschen und Toiletten und sowie ein Büro unterkommen sollen. Im Ober- und Dachgeschoss wird eine Wohnung integriert. „Ich glaube, dass unsere Neubauten gut ins Landschaftsbild passen und Bornheims Außenwirkung bereichern werden“, sagt der 40-Jährige. Der Gemeinderat hat dem Projekt bereits am Montag zugestimmt. Was der Bau kosten wird, will Müller nicht beziffern. Es handele sich um einen sechsstelligen Betrag.
Der Winzer will möglichst noch in diesem Jahr mit dem Bau der Halle beginnen. Die anfallenden Arbeiten werden größtenteils in Eigenregie vom hauseigenen Team erledigt, zu dem neben Christian Müller und seinem Vater noch Mutter Hannelore und Tochter Felicitas zählen. Mehr Platz als bisher braucht der Winzer nicht zuletzt auch zur Lagerung und Befüllung der „BiB“. In diese Fünf- beziehungsweise Drei-Liter-Behälter, sie heißen „Bag-in-Box“, füllt er nämlich seine Weine ab. 20 verschiedene Weinsorten hat er im Angebot. Als einer der ersten deutschen Winzer überhaupt bot Müller diese Kanister im Internet zum Verkauf an. Schon seit zehn Jahren vermarktet er den Großteil seiner Weine und der weißen, roten und unfiltrierten Traubensäfte in den Boxen. Auch klaren und naturtrüben Apfelsaft füllt er in die Behältnisse ab und vertreibt sie.
„Bei uns kommt der Wein in die Tüte“
Diese bestehen aus einem Karton, der einen Kunststoffbeutel umhüllt. An Letzterem befindet sich ein Dispenser, eine Art Zapfhahn aus Kunststoff. Durch das Abzapfen fällt der Beutel in sich zusammen, wodurch keine Luft an Wein oder Saft gelangt und der Inhalt somit zwei Monate lang frisch bleibt. „Bei uns kommt der Wein in die Tüte“ lautet der Werbeslogan der Müllers. Was zunächst wie ein kulinarisches Verbrechen klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinschauen als Innovation, die Vorteile mit sich bringt. So haben die Packungen 40 Prozent weniger Gewicht gegenüber Glasflaschen und sind einfach zu entsorgen. Zudem sind die Boxen vergleichsweise umweltfreundlich, da bei der Herstellung und beim Transport nur 25 Prozent des CO2 produziert wird, welches bei einer 0,75-Liter-Flasche anfallen würde.
Beliebt ist diese Form der Wein- und Saftaufbewahrung nicht zuletzt wegen der langen Lagerungsmöglichkeit vor allem bei Campern, die bei ihren Touren nicht auf ihren Weingenuss oder auf frischen Trauben- oder Apfelsaft verzichten wollen. Zu Müllers Kunden gehören in der Tat viele Camper. Und er geht davon aus, dass es künftig noch mehr werden könnten. Grund: Er baut nicht nur eine neue Halle, sondern auch sechs Wohnmobilstellplätze auf seinem Anwesen. Die Reisenden können dann auch die geplanten Duschen und Toiletten nutzen.
Auch Kürbisse sind Spezialität des Hauses
Fällt der Südpfälzer schon mit seinen Weinboxen etwas aus dem Rahmen, bietet er daneben noch eine Besonderheit an: Unterschiedliche Kürbisse sind eine weitere Spezialität des Hauses. Auf drei Hektar Fläche werden sie angebaut. Von Mitte September bis Anfang November hat Müller sage und schreibe 100 Sorten im Angebot, die er auch in einem Online-Shop vertreibt. Die passenden Kochrezepte werden gleich mitgeliefert. Im Angebot sind aber auch Zierkürbisse.