Kreis Südliche Weinstraße Per Moped und Boot zur Messe
Nach zwölf Jahren seelsorgerischem Dienst in der Diözese Speyer kehrt Kaplan Karunakar Thumma Ende Juli in seine südindische Heimat zurück. Am Sonntag wurde er mit einem Gottesdienst und einem indischen Essen von den Gläubigen der Pfarrei Hl. Edith Stein Bad Bergzabern und deren Seelsorgerteam um Pfarrer Bernd Höckelsberger verabschiedet.
Ein Abschied für immer werde es aber nicht sein, versprach Thumma. Einmal im Jahr wolle er künftig als Urlaubsvertretung nach Bad Bergzabern zurückkehren und den Kontakt zu den Menschen aufrechterhalten. „Außerdem sind wir ja in Gott und durch das Gebet miteinander verbunden.“ Thumma wird die Pfarrei St. Antonius in Vykuntapuram („Himmlisches Jerusalem“) mit rund 3500 Katholiken als Pfarrer übernehmen. Sie liegt in der Diözese Guntur, von wo aus Bischof Gali Bali ihn 2006 nach Deutschland entsandt hat. Die neue Kirche seiner künftigen Pfarrei hat er vor einigen Wochen selbst mit eingeweiht. Den Bau der Kirche hat Pfarrer Höckelsberger finanziell unterstützt. Die Gemeinde hat fünf Filialen, die Thumma jeden Sonntag für die Messe einzeln mit dem Moped und per Boot ansteuern wird – eine Herausforderung, auf die er sich freut. Die „Indienhilfe Karunakar Thumma“, ein gemeinnütziger Verein, wird in der Südpfalz weiterbestehen und Ausdruck der Verbundenheit bleiben. In der Großpfarrei Lambrecht, Thummas erster Station in Deutschland, als Hilfsorganisation für benachteiligte Menschen aus kleinen Anfängen entstanden, ist der Verein im Laufe der Jahre gewachsen. Heute werden knapp 230 Kinder in einer Schule über Patenschaften unterstützt. In Deutschland habe er sich immer willkommen gefühlt, niemals sei man ihm mit Vorbehalten begegnet oder habe ihn zurückgewiesen, blickte Thumma zurück. Mit der hier gewonnenen Kraft und Freude werde er seine neue Aufgabe angehen. Den Dankgottesdienst zelebrierte Thumma selbst. Mit ihm standen seine direkten Vorgesetzten, Pfarrer Franz Neumer aus Lambrecht und Pfarrer Bernd Höckelsberger, am Altar. Die Diakone und der Pastoralreferent der Pfarrei vervollständigten das Seelsorgerteam. Außerdem waren drei indische Kapläne angereist. Den Dank an seinen Kaplan verband Pfarrer Höckelsberger auch mit einem Dank an dessen Eltern, die ihren Sohn im Glauben erzogen und ihm den Weg zum Priester ermöglicht hätten. Sie hatten den weiten Weg aus Indien auf sich genommen, um beim Abschied ihres Sohnes aus Deutschland mit dabei zu sein. Der Pfarreirat, die Indienhilfe Karunakar Thumma, das Kirchenschmaus-Team der Gemeinde St. Martin und die Chöre aus Steinfeld und Schweighofen unter der Leitung von Peter Kusenbach gestalteten den Gottesdienst und die anschließende Feier mit.