Kreis Südliche Weinstraße
Offenbach: Resolution gegen Erdöl-Projekt
Der Verbandsgemeinderat Offenbach hat die Sorgen und Ängste der Bevölkerung ernst genommen und eine Resolution gegen das geplante Erdölprojekt verabschiedet.
Applaus gab es aus den Zuschauerreihen, als der Verbandsgemeinderat Offenbach in seiner jüngsten Sitzung eine Resolution gegen das geplante Erdölprojekt auf den Weg brachte. Ein Konsortium aus Neptune Energy und Palatina Geocon will auf Offenbacher Gemarkung nach Erdöl bohren und dieses fördern. Nach Bekanntwerden der Pläne hatte sich eine Bürgerinitiative namens „Kein Erdöl aus Offenbach“ gebildet. Bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Offenbach, der sich ebenfalls geschlossen gegen das Projekt aussprach, hatte die BI Bürgermeister Axel Wassyl (parteilos) eine Liste mit 1900 Unterschriften gegen das Projekt übergeben.
Gegen „Ausbeutung der Erdöllagerstätten“
Die jetzige Resolution hatten die Fraktionen von CDU, SPD und FDP beantragt. Darin werden Bürgermeister und Verwaltung beauftragt, alles zu tun, um Probebohrungen und spätere Erdölförderungen rund um Offenbach zu verhindern. Wassyl solle maßgebliche Stellen kontaktieren und dort die ablehnende Haltung von Rat und Bevölkerung deutlich zum Ausdruck bringen. Weiter soll er planungsrechtliche Schritte vorbereiten, um die Bohrungen zu verhindern. Sowohl die Bevölkerung als auch die Nachbarkommunen sollen regelmäßig auf den aktuellen Stand gebracht werden. Ziel sei es, gemeinsam gegen das Projekt vorzugehen und den öffentlichen Druck auszuweiten, sagte Markus Roth von der CDU-Fraktion, der die Resolution verlas.
Eine Erdölförderung würde im klaren Widerspruch zur Umsetzung des Klimaschutzkonzepts stehen, das die Ortsgemeinde und die Verbandsgemeinde Offenbach seit Jahre verfolgt. Dieses setzt auf erneuerbare Energien. Mit der Resolution solle „jedwede Unterstützung einer rückwärtsgewandten CO2-Emissionen befördernden Technologie durch explorative Bohrungen, die auf eine Ausbeutung der Erdöllagerstätten zielen, verhindert werden“, heißt es in der Begründung. Der Rat wolle potenzielle Gefahren und Risiken für Mensch und Natur abwehren und nachhaltig mit der Natur umgehen.
Entscheidung trifft Landesbergbauamt
Wassyl appellierte über die Resolution hinaus an die „Selbstverpflichtung jedes Einzelnen“. Jeder solle seinen ökologischen Fußabdruck auf den Prüfstand stellen und überlegen, ob zum Bäcker wirklich die Autofahrt nötig sei, zu jedem Urlaub ein Flug gebucht werden müsse.
Einstimmig bei drei Enthaltungen beschloss der VG-Rat die Resolution. Ob in Offenbach nach Erdöl gebohrt und dieses anschließend gefördert werden darf, wird das Landesamt für Geologie und Bergbau entscheiden. Es ist noch unklar, wann diese Entscheidung fallen wird.