Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel Kolmerbergkapelle bei Dörrenbach wird instandgesetzt

Nicht nur außen, sondern auch im Inneren der Kolmerbergkapelle steht ein Gerüst. Die Sanierungsarbeiten werden bis ins Jahr 2020
Nicht nur außen, sondern auch im Inneren der Kolmerbergkapelle steht ein Gerüst. Die Sanierungsarbeiten werden bis ins Jahr 2020 andauern.

Die hoch im Wald über Dörrenbach gelegene Kolmerbergkapelle ist im Laufe der Jahrhunderte mehrfach zerstört und wieder aufgebaut worden. Waren es in der Vergangenheit Fürsten und Kriegsherren, die dem Kleinod zusetzten, sind dieses Mal in erster Linie Schädlinge für den schlechten Zustand der Wallfahrtskapelle verantwortlich. 765.000 Euro soll die bereits begonnene Sanierung kosten. Am Dienstag machten sich die Geldgeber vor Ort ein Bild von den Schäden.

„Ist es nicht ermutigend, dass nicht nur Notre-Dame in Paris Retter findet, sondern auch eine kleine Kapelle in der Pfalz?“, fragte Roswitha Chéret, Ortskuratorin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Die 1985 gegründete Stiftung, die ihre Fördermittel von der Glücksspirale privaten Fördereren bekommt, beteiligt sich mit 90.000 Euro an den Sanierungskosten. 30.000 Euro kommen von der Generaldirektion Kulturelles Erbe, 100.000 Euro übernimmt die Pfarrei Heilige Edith Stein Bad Bergzabern, 66.000 Euro die katholische Kirchenstiftung St. Martinius in Dörrenbach als Eigentümerin der Kapelle, 20.000 Euro gibt der Förderverein Kolmerbergkapelle. Mit 459.000 Euro übernimmt das Bistum Speyer das Gros der Baukosten.

Um einen 60-prozentigen Zuschuss gewähren zu können, hat das Bistum seine Rechtsgrundlagen geändert. Kapellen wurden bisher nicht gefördert. Dass für den Erhalt der denkmalgeschützten Kapelle „Zu unserer Lieben Frau“ auf dem Kolmerberg so viel Geld aus Speyer fließt, zeigt deren Bedeutung als Ziel- und Identifikationspunkt. Die Kapelle werde nicht nur als Wanderziel geschätzt, sondern diene nach wie vor als Ort zur Feier der Liturgie und des gemeinschaftlichen Versammelns, heißt es in der Begründung.

„Das Geld sei immer knapp gewesen am Kolmerberg“, stellte Gebietsarchitektin Alexandra Ruffing vom Bischöflichen Bauamt fest. Man habe in den vergangenen Jahrhunderten viel improvisieren müssen. „Wir haben es jetzt mit Putzschäden an den Wandflächen, mangelhaften Füllungen an der Klause und schadhaften Fachwerkhölzern zu tun“, sagte Ruffing.

Sie trägt zusammen mit Architekt Rolf Estelmann aus Bad Bergzabern die Verantwortung für die Arbeiten. Estelmann rekapitulierte kurz die Ereignisse seit dem Frühjahr 2017, als die Kolmerbergkapelle wegen Einsturzgefahr hatte geschlossen werden müssen. Im Herbst 2018 stand das ganze Ausmaß der Schäden fest, ebenso die Höhe der Kosten. Im Februar wurden die Aufträge vergeben, Anfang April wurde das Außengerüst aufgebaut, danach das Gerüst im Inneren. Inzwischen wurde die Betondecke, die bereits Risse hatte, komplett abgetragen. „Die Decke war einst nicht fachmännisch betoniert worden, sie war zu schwer für das Holztragwerk“, informierte Ruffing. „Nach der Freilegung der Holzkonstruktion hatten wir am Montag eine Begehung, um die Schäden zu begutachten, in den nächsten Tagen können nun die Zimmerleute mit ihrer Arbeit beginnen“, sagte Estelmann.

In den kommenden Monaten müssen die Schäden an der Fassade repariert werden, teilweise muss die Kapelle neu verputzt werden. Füllungen sollen entsprechend dem historischen Bestand ebenso ausgetauscht werden wie statisch bedenkliche Konstruktionshölzer im Fachwerk und beim Übergang von der Klause zum Ölberg. Die Dachstuhlkonstruktion soll durch den Austausch defekter Elemente stabilisiert werden. Außerdem müssen die Elektro- und Sanitärarbeiten erneuert werden. Die Arbeiten werden bis ins Jahr 2020 hinein andauern.

Die erste urkundliche Erwähnung der Kapelle ist auf das Jahr 1470 datiert. Ziel der nach wie vor stattfindenden Wallfahrten ist die in der Kapelle aufgestellte Skulptur des „Mutter-Gottes-Gnadenbildes“ aus dem 15. Jahrhundert. Zuletzt stand nur eine Nachbildung der Skulptur in der Kolmerbergkapelle, das Original steht in der Kirche im Ort. „Es ist halt sehr abgelegen hier oben“, nannte Pfarrer Bernd Höckelsberger als Grund für den Umzug den Marienstatue. Wenn die Kapelle renoviert ist, kann sich Höckelsberger vorstellen, dass man den Besuchern einen Blick in das Kleinod gewährt, vielleicht durch ein Gitter. „Wünschenswert wäre es natürlich, wenn irgendwann die Originalskulptur hier oben stehen könnte“, sagte Höckelsberger.

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