Kreis Südliche Weinstraße Immer auf Achse

Ein Leben für das Ehrenamt: Norbert Schneider.
Ein Leben für das Ehrenamt: Norbert Schneider.

«Rohrbach.» Gemeinderat, CDU, Feuerwehr, Landjugend, Jagdgenossenschaft, Landwirtschaft, Weinbau und Tourismus – wer Norbert Schneider erzählen hört, der glaubt kaum, dass der Tag genug Stunden für die Aktivitäten des 68-jährigen Rohrbachers hat. Für sein ehrenamtliches Engagement wird er heute mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

.„Das war erstmal eine ganz schöne Überraschung, als wir aus dem Urlaub heimgekommen sind und die Kreisverwaltung bei uns anrief und von der Auszeichnung berichtete“, sagt Norbert Schneider, der es eigentlich gar nicht mag, im Mittelpunkt zu stehen. Doch sein ehrenamtliches Engagement spricht für sich. Jahrzehntelang war er neben seiner Arbeit als Landwirt in der CDU, im Gemeinderat, bei der Landjugend, als Gruppenführer bei der Feuerwehr, im Vorstand des Kirchenverwaltungsrats und eine Amtszeit lang als Beigeordneter aktiv. Die Landwirtschaft, zu der er bis 1997 auch Weinbau betrieb, ruht seit drei Jahren. Die Arbeit im Ehrenamt ist geblieben. „Früher, als die Kinder noch klein waren, haben mein Mann und ich uns abgewechselt mit unseren freien Abenden“, berichtet Ehefrau Tilla. Auch sie war und ist im Vereinsleben aktiv. So verwundert es nicht, dass sich die Frau aus Herxheimweyher und der Rohrbacher vor Jahrzehnten über die Landjugend kennen und lieben gelernt haben. „In der Landwirtschaft haben wir ja immer von morgens bis abends zusammengearbeitet, deshalb war es für uns beide wichtig, auch mal raus zu kommen“, erklärt Norbert Schneider den Drang zum Engagement. „Und so hatten wir uns auch all die Jahre immer wieder etwas Neues zu erzählen“, sagt seine Frau mit einem Lächeln. Die Bilanz von Norbert Schneider kann sich sehen lassen: 45 Jahre Parteimitglied der CDU, 41 Jahre im Gemeinderat, 40 Jahre bei der Jagdgenossenschaft, 27 Jahre bei der Feuerwehr, 24 Jahre im Kirchenverwaltungsrat, fünf Jahre Beigeordneter und unzählige Jahre Engagement in der Landjugend. Durch letztere Tätigkeit hat es sich auch ergeben, dass die Schneiders inzwischen seit acht Jahren am Rohrbacher Weinfest ihren Hof öffnen. Dort schenken Mitglieder des Vereins „weinGut“ aus. „Das sind Altlandjugendliche“, sagt Schneider. Also Mitglieder der Landjugend, die zu alt für die Jugend geworden sind und sich trotzdem noch beim Weinfest engagieren möchten. Auch privat hat sich der Rentner noch nicht wirklich zur Ruhe gesetzt. Gemeinsam mit seiner Frau betreibt er seit 25 Jahren Gästezimmer. „Wir haben die halbe Welt kennengelernt, ohne wegzufahren“, scherzt er. Das Ehepaar Schneider betont aber, dass ihr Leben keineswegs nur aus Arbeit bestehe. „In der Landwirtschaft gibt es zwar stressige Zeiten, aber es gibt auch ruhige Zeiten, und wir haben immer darauf geachtet, uns Freiräume zu schaffen.“ Inzwischen gönnen sie sich am Wochenanfang zwei Ruhetage, außerdem geht Norbert Schneider jeden Mittwoch mit seiner Männertruppe wandern und alle zwei Wochen gibt es einen Skatabend. Neben Haus- und Hofarbeit bleibt dann auch mindestens einmal in der Woche Zeit für die drei Enkel.

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