Rhodt RHEINPFALZ Plus Artikel Hebammen-Praxis und Sprachschule in einem

Yvonne Romero Alvarez (links) und Isabelle Leclercq laden in Kürze zu ihrer Eröffnung in Rhodt ein.
Yvonne Romero Alvarez (links) und Isabelle Leclercq laden in Kürze zu ihrer Eröffnung in Rhodt ein.

Eine Hebamme und eine Sprachlehrerin eröffnen ein Zentrum in Rhodt. Es soll ein Vorbild für andere selbstständige Frauen sein. Und für alle, die sich verwirklichen möchten.

Wer, wenn nicht Frauen wie Yvonne Romero Alvarez können Schwangeren eine Einschätzung geben: Ob es besser ist, im Krankenhaus oder im heimischen Schlafzimmer das Kind auf die Welt zu bringen? Diese Frage bekomme sie oft zu hören, sagt die Südpfälzerin. Sie kennt sich schließlich aus.

Die zweifache Mutter hat lange Zeit im Krankenhaus gearbeitet, erst als Krankenpflegerin in Germersheim, später als Hebamme im Hebammenzentrum in Speyer, bevor sie sich selbstständig gemacht und auf Hausgeburten spezialisiert hat. Weil sie den Bedarf gesehen hat, Frauen bei diesem Abenteuer zu begleiten. Denn parallel zum Dienst in der Klinik sei das nur schwer möglich.

Romero: „Die Atmosphäre muss passen“

Also zurück zur Frage: Was ist denn nun besser: Kreißsaal oder Schlafzimmer? Die Frankweilerin legt sich nicht fest. Es sei die Entscheidung der Frau, wo und wie sie ihr Kind auf die Welt bringen möchte. Da bestehe auch keine Konkurrenzsituation. Am wichtigsten sei, dass die Atmosphäre passe und sie ihren Partner an ihrer Seite wisse.

Und selbst wenn die Schwangere eine Hausgeburt plane, dann aber unsicher werde und eher ins Krankenhaus gehen wolle, funktioniere das auch. Da brauche es keine Überredungskünste, es trotzdem zu probieren. Zumal auch sie selbst an den Punkt kommen könne, ihrer Patientin von einer Hausgeburt abzuraten. Dann etwa, wenn mögliche Komplikationen zu erwarten seien, zum Beispiel, wenn eine Erkrankung vorliege.

Hebamme eröffnet eigene Praxis

Bald wird Romero Alvarez, die Frauen bei der Vor- und Nachsorge betreut sowie Still- und Laktationsberatungen anbietet, nicht nur von Patientin zu Patientin fahren. Das könne zeitraubend sein, sagt sie. Gerade bei längeren Fahrten, etwa nach Karlsruhe, wenn auf dem Hin- und Rückweg Stau programmiert ist. Zusammen mit zwei befreundeten Hebammen, mit denen sie in Speyer tätig war, deckt sie einen Bereich ab, der auch bis nach Kaiserslautern, Pirmasens beziehungsweise Heidelberg reicht.

Um flexibler und effizienter arbeiten zu können, empfängt sie werdende Mütter neuerdings in ihrer Praxis in Rhodt. Dass sie diese in Kürze eröffnen kann, hat viel mit Isabelle Leclercq zu tun, die einst in der Kita als französische Sprachkraft tätig war und sich nach den Veränderungen im Zuge des Kita-Gesetzes in ihrem Wohnort Rhodt selbstständig gemacht hat. Ihr beruflicher Alltag ist seither von Vokabeln, Übersetzungen und Konversationen bestimmt, die sie mit ihren Schülern, vom Jugendlichen bis zum Rentner, durchgeht.

Yvonne Romero Alvarez und Isabelle Leclercq haben sich über ihre Kinder kennengelernt, sie waren beide im Schulelternbeirat des Max-Slevogt-Gymnasiums in Landau. Später arbeiteten sie nebeneinander – in einer Immobilie, in der Romero Alvarez zwar Platz fand, außer Haus das Administrative zu erledigen, die aber aufgrund der beengten Verhältnisse nur eine Übergangslösung für sie und Leclercq war.

Leclercq: „Projekt ein Vorbild für andere Frauen“

Also hielten sie Ausschau nach einem neuen Plätzchen. In der Neugasse in Rhodt wurden sie fündig. Das passe aus verschiedenen Gründen, betont Leclercq. Dieses Gemeinschaftsprojekt helfe nicht nur ihnen selbst, professioneller aufzutreten und effizienter zu arbeiten. Es sei auch ein Vorbild für andere selbstständige Frauen, die glaubten, nur als Einzelkämpferin bestehen zu müssen. Ein Frauennetzwerk, an das Leclercq denkt, könne da schon mehr helfen.

Zudem möchte man zeigen, dass es sich lohnt, sich auf dem Land beruflich zu verwirklichen, statt in der Stadt die nächste Praxis beziehungsweise ein Büro einzuweihen. Städte wie Landau oder Neustadt seien für verschiedene Angebote der Bezugspunkt, weshalb der Landbevölkerung meist nichts anderes übrigbleibe, als dorthin zu pendeln.

Termin

Die Eröffnung der Hebammen-Praxis beziehungsweise des neuen Standorts der Französisch-Akademie ist am Samstag, 27. September, 11 bis 16 Uhr, in der Neugasse in Rhodt.

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