Kreis Südliche Weinstraße Geothermie: Betreiber spricht von hoher Laufleistung

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Die Pfalzwerke Geofuture als Betreibergesellschaft des Geothermiekraftwerkes in Insheim, das thermische Energie aus dem Tiefenwasser in elektrischen Strom umwandelt, zog in der Insheimer Gemeinderatssitzung am Dienstag für das Jahr 2015 eine positive Bilanz mit positiver Aussicht für die Zukunft.

Die seit November 2012 von der Pfalzwerke Geofuture GmbH betriebene Anlage lief im vergangenen Jahr 8250 Betriebsstunden und erreichte damit eine Verfügbarkeit von 94 Prozent. Erzeugt wurden 24.894.000 Kilowattstunde (kWh) elektrische Energie. Die Stromproduktion konnte damit erneut gesteigert werden, so der Geschäftsführer der Gesellschaft, Christian Lerch, und Reinhold Matmuja in ihrem Sachstandsbericht, den auch Vertreter der BI Energieforum Rohrbach & Insheim im Zuhörerraum verfolgten. Lerch kommt zu dem Ergebnis, dass auf der Grundlage des durchschnittlichen Stromverbrauchs eines deutschen Haushalts mit dem in Insheim erzeugten Strom 8100 Haushalte für ein Jahr versorgt wurden. „Wir sind mit dem Ertrag des Kraftwerkes aus dem letzten Jahr sehr zufrieden“, bilanzierte Lerch, der das Kraftwerk technisch wie wirtschaftlich auf einem Erfolgskurs sieht. Für die Sommermonate kündigte der Geschäftsführer wie in jedem Jahr einen etwa zweiwöchigen Stillstand an, bei dem die Jahresrevision vorgenommen werde. Lerch ging auch auf die Betriebsstörung kurz vor Weihnachten 2015 ein, bei der ein Softwarefehler den Austritt einer Chemikalie verursacht haben soll. Der Programmierfehler habe dazu geführt, so die Experten damals, dass eine Pumpe nicht abgeschaltet worden sei, die heißes Thermalwasser aus der Tiefe nach oben befördere. Dadurch sei ein Überdruck entstanden mit der Folge, dass mehrere hundert Liter der Flüssigkeit Isopentan nach außen gepresst worden seien. Diese Betriebsstörung habe Pfalzwerke Geofuture zum Anlass genommen, gemeinsam mit dem Hersteller der Anlage und dem TÜV die Sicherheitsmechanismen des Kraftwerkes vor dem Hintergrund der Betriebserfahrung der ersten vier Betriebsjahre erneut zu rekapitulieren. Lerch sagte vor dem Gemeinderat, sollte sich ein Anpassungsbedarf ergeben, würden die Ergebnisse dieses Prozesses in das Sicherheitssystem des Kraftwerkes integriert. Momentan dauere die Überprüfung noch an. Thema des Geschäftsführers war auch die Betriebsgenehmigung des Kraftwerkes, die vom Landesbergamt auf Antrag des Betreibers hin erneut verlängert worden sei. Die Prüfung des Hauptbetriebsplanes, über den der Ortsgemeinderat Insheim sowie der VG-Rat Herxheim Ende vergangenen Jahres informiert worden sei, dauere in Mainz noch an. Die BI hatte zu Beginn der Sitzung einen Fragenkatalog vorgelegt, auf den Lerch im Einzelnen einging. So wollte die BI unter anderem wissen, zu welchem Zeitpunkt Geschäftsführer Lerch bei dem Störfall im Dezember vor Ort war, welche Verantwortliche vor Ort waren oder wann die letzte Überprüfung des Prozessleitsystems (PLS) inklusive Probelauf durchgeführt worden sei. Weiter interessiert die BI, ob der Feuerwehr bekannt sei, dass im Gefahrenabwehrplan für das Kraftwerk ein Abpumpen des Transmitters nicht vorgesehen sei und die Feuerwehr lediglich ein „kontrolliertes Abbrennen“ der Anlage sicher stellen solle, die Feuerwehr aber das Abpumpen in ihrem Übungsplan habe. (som)

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