Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel Fachschule „Digitalisierung“ in Bad Bergzabern startet mit 19 Schülern

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Sie können sehr stolz sein, sie werden ein Vorbild für andere“, begrüßte Staatssekretär Hans Beckmann 19 „Schulanfänger“ in der Berufsbildenden Schule SÜW. Am Donnerstag war Unterrichtsbeginn für eine neue Ausbildung an der Fachschule für „Informationstechnologie und Digitalisierung“. Die Erwartungen von Schülern und Betrieben sind groß.

Die Fachschule für Informationstechnologie und Digitalisierung am Standort Bad Bergzabern der Berufsbildenden Schule ist die erste ihrer Art in Rheinland-Pfalz. „Es bietet sich perfekt an, ich müsste sonst sehr viel weiter fahren“, erzählt einer der Schüler, Erik Bauer aus Bad Bergzabern. Es sind 18 Männer und eine Frau, die in diese allererste Klasse gehen werden. Am Ende der Ausbildung sind sie „staatlich geprüfter Elektrotechniker“ mit dem Schwerpunkt Digitalisierung. Alle Schüler sind zwischen 20 und 30 Jahre alt, haben eine qualifizierte abgeschlossene Ausbildung und stehen im Beruf. Und sie sind willens, Gehaltseinbußen hinzunehmen, weil sie in den kommenden drei Jahren nur drei Tage in ihrem Beruf arbeiten und zwei Tage die Schulbank drücken werden.

Erik Bauer hat bei der Bundeswehr in Bad Bergzabern die Ausbildung zum „Elektroniker für Geräte und Systeme“ gemacht und arbeitet dort seit 2016 als Facharbeiter. Jetzt hat er wegen der Ausbildung auf 25 Stunden reduziert. „Mal schauen“, sagt er zu seinen Plänen nach dem Abschluss an der Berufsbildenden Schule. Eine Option wäre die Aufnahme eines dualen Studiums an einer Hochschule, die ihm dieser Abschluss ermöglichen würde.

„Sie sind Pioniere dieses Bildungsganges, die kommenden drei Jahre werden eine neue Herausforderung sein“, gibt Beckmann den Schülern mit. Der neue Bildungsgang sei ein Beleg für die Innovation der Schule und den „ganz besonderen hartnäckigen Charme“ von Schulleiterin Petra Reuter, dieses Pilotprojekt zu verwirklichen. Zudem sei das Technologienetzwerk Südpfalz ein starker Partner gewesen. „Diese Schüler sind die ersten in Rheinland-Pfalz, diese Ausbildung ist der Baustein, den wir brauchen, der Bedarf bei den Firmen ist da“, so Marcus Ehrgott, Geschäftsführer des Technologienetzwerks Südpfalz.

„Ich habe das Angebot angenommen, weil es anschließend mehr Möglichkeiten gibt“, begründet die 22-jährige Lisa Feldner aus Herxheim-Hayna, die einzige Frau in der Klasse, ihren Entschluss als Berufstätige, ebenfalls bei der Bundeswehr, die Ausbildung zu machen. Die höhere Qualifikation schätzt auch der 23-jährige Fabian Reiser, der bei der Firma Sero in Rohrbach arbeitet, einem Hersteller von Leiterplatten für die Automobilindustrie.

„Es ist ein besonderer Moment in meiner Amtszeit, sie gehen einen guten Weg und stellen sich wichtigen Themen“ begrüßt Landrat Dietmar Seefeldt die neuen Schüler. Die großen Herausforderungen seien die Digitalisierung und der Bedarf an Fachkräften.

Acht Stunden lang sind die Schultage, Schuldirektor Peter Weinrich, der auch unterrichten wird, erläutert das anspruchsvolle Unterrichtskonzept. Der Fokus liege in der Verschränkung zwischen Elektrotechnik und Informatik, so Weinrich. Einige für Laien verständliche Unterrichtsthemen sind unter anderem: Entwürfe von Lösungen zur Gebäudeautomatisierung, der Aufbau eines neuen Technikraumes für den Bereich Industrie 4.0 oder Datenschutz- und Datensicherung. Ein Thema wird auch IOT sein, übersetzt Internet of things, das ist die eigenständige Kommunikation von Geräten, zum Beispiel dem heimischen Kühlschrank.

Große Freude über den Start des pfalzweit bisher einmaligen Projekts herrscht auch bei Schulleiterin Petra Reuter: „Wir schließen mit diesem Bildungsgang die Lücke zwischen Fachinformatiker oder Elektroniker und Diplomingenieur für Informatik und Elektronik.“ Kurzentschlossene können sich bis zum 15. September noch für diese erste Klasse anmelden. „Zwei Plätze sind noch frei“, informiert die Schulleiterin. Für das kommende Schuljahr 2020/2021 könne man sich jederzeit anmelden.

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