Kreis Südliche Weinstraße
Essingen: Pfarrer Richard Hackländer wird Dekan in Kaiserslautern
„Alles hat seine Zeit und seine Stunde, und es gibt eine Zeit für eine jegliche Sache unter der Sonne.“ Diesen Satz aus dem Alten Testament hat sich Pfarrer Richard Hackländer gewählt, der nach zwölf Jahren die protestantische Kirchengemeinde Essingen-Dammheim-Bornheim zum Monatsende verlässt. Er wird Dekan in Kaiserslautern.
„Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt Pfarrer Richard Hackländer, ein Seelsorger zum Anfassen, der am Samstag, 31. August, 18 Uhr, in einem Festgottesdienst in Essingen verabschiedet wird, im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Er freue sich zwar auf seine neue Zeit, aber diese Freude halte sich auch in Grenzen, denn er habe in den vergangenen zwölf Jahren als Pfarrer der protestantische Kirchengemeinde Essingen-Dammheim-Bornheim zahlreiche gute Begegnungen gehabt. Aber man müsse auch den Mut haben, mit 51 Jahren etwas Neues anzufangen, sagt Hackländer. Er werde aber nicht die Menschen in den drei Gemeinden vergessen und vor allem auch nicht den guten Wein, der sicher in Zukunft Anlass zu einem Besuch in der Südpfalz geben werde.
Als Pfarrer ist Hackländer künftig in der Stiftskirchengemeinde in Kaiserslautern daheim, als Dekan möchte er für den ganzen Kirchenkreis da sein. Der Kirchenbezirk Kaiserslautern hat rund 36.000 Mitglieder in 17 Kirchengemeinden. Neben den Gemeindepfarrämtern gibt es zahlreiche weitere Einrichtungen. Beispielsweise werden in 20 Kitas rund 1500 Kinder von 350 Mitarbeitern betreut.
Geboren in New York
Hackländer wurde 1968 in New York geboren. Sein Vater war bei der BASF beschäftigt und für die Firma in den USA tätig. Im Alter von zweieinhalb Jahren kam er nach Ludwigshafen-Pfingstweide, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte. Die Wehrpflicht leistete er in Bad Bergzabern ab. Hackländer studierte evangelische Theologie in Marburg/, Tübingen und Heidelberg. Seine Frau Astrid ist derzeit Studiendirektorin am Friedrich-Magnus-Gymnasium in Speyer. Das Handwerkzeug des Pfarrers lernte Hackländer während seines Vikariats in Jockgrim. Die erste Pfarrstelle war 1998 die protestantische Kirchengemeinde Wiesbach im Landkreis Südwestpfalz. Nach zehn Jahren wechselte er nach Essingen. Mittlerweile sei er schon zwölfmal umgezogen. Heimat sei immer Heimat auf Zeit.
Die Herausforderungen in den zurückliegenden zwölf Jahren seien beispielsweise die Erweiterungen der Kitas in Essingen und Dammheim oder die Kirchenrenovierung in Essingen gewesen. In Erinnerung bleiben wird ihm das Tauziehen um die „Naziglocke“. Er stellte sich an die Spitze derjenigen Bewegung, die ein neues Geläut für die Wendelinskapelle für die einzig richtige Entscheidung hielten. „An meiner Haltung hat sich nichts geändert.“ Das ein oder andere kritische Wort aus der Bevölkerung müsse man halt ertragen, sagt Hackländer.
Ökumene eine Herzenssache
Viele Spuren hat Hackländer in den drei Gemeinden hinterlassen, nicht nur als Seelsorger, sondern auch als Mensch. Seiner Natur entsprechend hat er immer eine positive Grundeinstellung vorgelebt. In Erinnerung bleiben sicher seine aussagekräftigen Predigten, seine tolle Sängerstimme und sein Engagement für die Ökumene.
In der Zeit der Einsparungen und neuer Kooperationen habe er versucht, Kurs zu halten, sagt Hackländer. Sein Kompass werde auch künftig Jesus Christus sein, damit Gottes Liebe zu spüren sei und gelebt werde. Diesem Anspruch wolle er versuchen gerecht zu werden. Gottesdienste sollten attraktiv sein. Die Attraktivität leide, wenn nur noch eine kleine Schar zusammenkomme. Die Kirchengemeinde verliert einen engagierten Christenmenschen, der Herzen erobern konnte.