Bad Bergzabern
Erlenbach-Offenlegung: Im Kurpark fließt Wasser
„Es ist nur eine Teilöffnung, aber zum ersten Mal ist jetzt im Bachbett Wasser“, freut sich Hermann Augspurger (FWG). Der Stadtbürgermeister selbst hat den Schieber geöffnet, damit sich das lange herbeigesehnte Nass seinen Weg vom Schwanenweiher durch den Kurpark in Richtung Innenstadt bahnen kann. Idyllisch sieht es aber derzeit noch nicht aus. „Es ist halt immer noch eine Baustelle“, stellt Augspurger klar. Aber eine Hoffnung machende Nachricht hat das Stadtoberhaupt auch noch zu verkünden: „Wir sind mit den Arbeiten absolut im Zeitplan. Wie geplant werden wir Anfang Oktober fertig sein.“
Dass jetzt schon Wasser in das noch unfertige Bachbett geleitet wurde, hat einen einfachen Grund: Die dringend erforderliche Rohrsanierung steht im nächsten Bauabschnitt an. Ein Teil des Erlenbachs wird auch in Zukunft durch Stahlbetonrohre fließen. Diese müssen aber zuvor saniert werden. Genau genommen werden in die alten Stahlbetonrohre neue, kleinere Rohre eingezogen. „Und dafür müssen sie trocken sein“, erläutert Augspurger. Deshalb also die vorzeitige Flutung des noch unfertigen Bachbetts. Dieses wird im oberen Bereich noch terrassenförmig angelegt, um den Erlenbach auch im Hochwasserfall bändigen zu können.
Investitionskosten liegen bei 4,4 Millionen Euro
Seit Frühjahr 2020 sind die Bagger im Kurpark am Werk. In eineinhalb Jahren muss die beauftragte E. Köhler-Schmitt GmbH aus Waldrohrbach fertig sein. Das ist vertraglich so festgelegt. Das auf Garten- und Landschaftsbau spezialisierte Unternehmen hatte Ende Februar 2020 den Zuschlag des Stadtrats erhalten – für knapp 2,9 Millionen Euro. Zuvor stand das Großprojekt auf der Kippe, weil die Kosten zu explodieren drohten. Dabei waren schon einige Vorarbeiten geleistet worden, unter anderem war eine Feuerwehrzufahrt zur Südpfalz-Therme gebaut worden.
Die Investitionskosten für die Erlenbach-Offenlegung liegen bei etwa 4,4 Millionen Euro. Ein Teil des Bachlaufs liegt auf Privatgelände. Es gehört zum Hotel Luisenpark. Die Besitzerin des Hotels muss die Offenlegung auf ihrem Grundstück selbst finanzieren. Auf städtischem Gelände werden 3,7 Millionen Euro investiert. Gefördert wird das Projekt als innerstädtische Gewässerrenaturierung über die Aktion Blau plus mit bis zu 90 Prozent. Wobei es ganz erhebliche Förderunterschiede in den einzelnen Abschnitten gibt.
Spielplatz wird noch angelegt
Bereits im Jahr 2014 hatte der damalige Stadtrat die Offenlegung des Erlenbachs auf einer Länge von knapp 800 Metern beschlossen. Dabei war das Projekt von Anfang an in Stadt und Rat nicht unumstritten. Ursprünglich war man von Kosten in Höhe von 1,9 Millionen Euro ausgegangen. Durch verschiedene Änderungen bei den Plänen – vor allem aufgrund der Vorgaben aus Mainz – waren die geplanten Kosten ständig gestiegen. Irgendwann lagen diese dann bei fünf Millionen Euro, was beinahe zum Scheitern des ehrgeizigen Vorhabens geführt hätte. Dann kam die Firma E. Köhler-Schmitt auf den Plan. Die Rohrsanierung wird von einem anderen Unternehmen ausgeführt. Die Kosten dafür liegen bei rund 670.000 Euro.
Der 1955 angelegte Kurpark hat eine Fläche von über 70.000 Quadratmetern. Er war schon in der Vergangenheit ein beliebtes Ausflugsziel bei Einheimischen und Gästen. In Zukunft soll er noch attraktiver sein für Jung und Alt. Dazu wird das Gelände aufgeweitet, um flache Uferbereiche zu schaffen. Entlang des Ufers werden Sitzgelegenheiten und Fußwege angelegt. Natürlich wird alles üppig begrünt. Zudem soll noch ein Spielplatz im Kurpark angelegt werden.