Kreis Südliche Weinstraße Eine Straße nach der anderen

Knapp 100 Göcklinger, zwischen 15 und über 80 Jahre alt, waren der Einladung ihres Ortsbürgermeister Fritz Garrecht (SPD) und der beiden Beigeordneten Hans Hafner und Manuela Laub zur Einwohnerversammlung gefolgt. Großes Interesse fand dabei das von Garrecht vorgestellte Straßensanierungskonzept.
Der Gemeinderat hatte das Konzept im vergangenen Jahr beschlossen. Zunächst nahm eine Fachfirma den derzeitigen Zustand aller Straßen auf, um in einem Stufenplan die Dringlichkeit der Schäden festzustellen. Bei der Finanzierung stellt sich die Frage nach einmaligen oder wiederkehrenden Beiträgen. Da in Göcklingen die Voraussetzungen für wiederkehrende Beiträge fehlen, übernimmt die Gemeinde die vollen Kosten. Das mehrjährige Ausbau- und Instandsetzungsprogramm sieht vor, leichte Schäden wie Haarrisse in verschiedenen Straßen noch in diesem Jahr zu beseitigen. Im Jahr 2018 ist der nördliche Teil der Schulstraße, die Heuchelheimer Straße, die Straße Im Kreuz und die Welsgasse dran. 2020 sollen die Bodelschwinghstraße, die Ketteler- und Kolpingstraße sowie Pfluggraben und Pfaffengasse saniert werden. Der Wirtschaftsweg südlich der Hauptstraße, der als Zufahrt zu den Garagen dient, wird noch in diesem Jahr verbessert. Thema Bewerbung als Schwerpunktgemeinde: Laut Garrecht besteht die Zielsetzung darin, die Zukunftsfähigkeit von Kommunen unter 3000 Einwohner zu erhalten und zu stärken. Dazu zählt es, wohnortnahe Arbeitsplätzen und ortsbildprägende Substanzen zu schaffen sowie Gebäude zu Wohnzwecken umzunutzen. Da der bisherige Dorfentwicklungsplan größtenteils umgesetzt ist, sind neue Ziele zu erarbeiten. Entscheiden sei das Kosten-Nutzen-Risikoverhältnis. Garrecht konstatiert einen hohen Nutzeffekt, geringes Risiko und überschaubare Kosten – zumal, je nach Finanzkraft der Gemeinden, Landeszuwendungen zwischen 60 und 90 Prozent zu erwarten seien. Gerhard Hoffman erwähnte als Vertreter des Tourismusausschusses die steigende bundesweite Resonanz des Gockelkrähwettbewerbs, der künftig eine bessere Planung im Sicherheitsbereich erfordere. Im Geschichts- und Kulturausschuss soll die Göcklinger Kulturgeschichte am Leben erhalten werden. Ein neues Projekt ist „Göcklingen 360 Grad“ . Damit soll der Ort und sein Umfeld in einem Panoramablick mit geschichtsträchtigen Standorten dem Tourismus dienen. Wie Torsten Blank (SPD), Bürgermeister der VG Landau-Land, sagte, ist die Jugendarbeit in Göcklingen das Aushängeschild der VG. Er lobte die Gemeinde ob ihrer Jugendarbeit und hob hervor, dass Göcklingen die erste Gemeinde innerhalb der VG mit schnellem Internetanschluss sei. Das wichtigste Thema der Verbandsgemeinde sei das Flüchtlingsproblem, mit dem die Verwaltung bisher gut zurecht gekommen sei. Die derzeit 115 Asylbewerber sind auf neun Gemeinden dezentral verteilt; in Göcklingen sind zurzeit 15 Personen untergebracht. Als weiteren Schwerpunkt nannte Blank den Klimawandel. Falls sich die Erderwärmung im bisherigen Tempo fortsetze, seien viele Gebiete der Erde bald nicht mehr bewohnbar. Dann stehe die Welt vor einer ungeahnten Flüchtlingswelle. Die Verbandsgemeinde leiste ihren Beitrag zum Klimaschutz mit einem Gesamtkonzept aller Gemeinden. Insbesondere mit dem Einsatz regenerativer Energie soll die Bevölkerung sensibilisiert werden. (pkl)