Kreis Südliche Weinstraße Ein weiteres Kapitel in der 40-jährigen Erfolgsgeschichte
Das Konrad-Lerch-Wohnheim für Menschen mit Behinderung wächst weiter: Mit der Einweihung der neuen Tagesbetreuung sowie einer Wohngruppe stehen in der Hauptstraße in Offenbach weitere barrierefreie und rollstuhlgeeignete Wohnangebote zur Verfügung.
Mit einer Investitionssumme von 2,31 Millionen Euro, an der sich die „Aktion Mensch“ mit knapp 321.000 Euro beteiligt, entstand nach Angaben von Heiner Dahl, Geschäftsführer der Konrad-Lerch-Wohnheim gGmbH, in 17 Monaten das dreigeschossige Gebäude mit einer Wohn- und Nutzfläche von 932 Quadratmetern. Rund 300 Quadratmeter entfallen auf den Wohnheimbereich, der für acht Personen ein neues Zuhause bietet. Helle, individuell eingerichtete Zimmer und großzügige Gemeinschaftsräume beeindruckten die Gäste bei der Einweihungsfeier. Außerdem wurden eine Küche, Aufenthaltsräume sowie Mitarbeiterzimmer geschaffen. Die vollstationäre Einrichtung sind Ersatzplätze. Die Personen, die hier ein neues Zuhause gefunden haben, kommen alle aus Ramberg, nachdem das Wohnheim dort nach einem Hangrutsch nur mit hohen Kosten zu sanieren gewesen wäre. Außerdem wäre, so Dahl, dies nur unter erschwerten Umständen möglich gewesen, vor allem um die Barrierefreiheit zu sichern. Dahl wies darauf hin, dass die Lebenshilfe Landau-Südliche Weinstraße seit 1974 in den Konrad-Lerch- Wohnheimen Menschen mit Behinderung in unterschiedlichen Wohneinrichtungen ein Zuhause bietet. Selbstständig werden, sich vom Elternhaus lösen, eigene Entscheidungen fällen, das möchten erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung ebenso wie nichtbehinderte Menschen, so der Geschäftsführer. Für die Tagesbetreuung, dem teilstationären Bereich stehen rund 630 Quadratmeter auf zwei Etagen für 40 Personen zur Verfügung. Dies sind Funktions- und Aufenthaltsräume, ein Gymnastik-, Bastel- sowie ein Ruheraum. Die Tagesbetreuung gilt als Angebot für Bewohner der Konrad-Lerch-Wohnheime, die das Rentenalter erreicht haben oder nicht mehr in der Lage sind, in der Südpfalzwerkstatt zu arbeiten. Für sie bietet die Lebenshilfe an den Werktagen von 8 bis 16 Uhr eine Tagesbetreuung an. Dahl machte bei der Einweihung der neuen Einrichtung deutlich, „Inklusion bedeutet auch, Lebensräume für alle zu schaffen“. Nicht die Schwächen der einzelnen sollten im Vordergrund stehen, vielmehr sollte der Blick auf ihre Stärken und die damit einhergehende Vielfalt für die gesamte Gesellschaft berichtet sein. Georg Rothöhler, Vorsitzender der Lebenshilfe, blätterte bei der Begrüßung in der rund 40-jährigen Erfolgsgeschichte der Kreisvereinigung Landau-SÜW mit ihren verschiedenen Einrichtungen und Angeboten. Heute stelle die Südpfalzwerkstatt an den drei Standorten Offenbach Herxheim und Wörth etwa 800 Arbeitsplätze für Behinderte zur Verfügung. Glückwünsche zu der Einrichtung gab es von Bürgermeister Axel Wassyl (parteilos), Landrätin Theresia Riedmaier(SPD) und dem SPD-Landtagsabgeordneten Alexander Schweitzer. Mit der symbolischen Schlüsselübergabe von Architekt Klaus Zörcher (Venningen) an Geschäftsführer Dahl wurde die Einrichtung offiziell eröffnet. Das Rahmenprogramm gestalteten die Bewohner mit einem Tüchertanz und einem Lied selbst. Alfred Dietrich schnappte sich das Mikro und intonierte in der Rolle von Tony Marshall „Schöne Maid, hast du heut für mich Zeit…“ Damit riss er den ganzen Saal mit. |som