Klingenmünster RHEINPFALZ Plus Artikel Ehepaar Kallenbrunnen feiert Eiserne Hochzeit

Irma und Werner Kallenbrunnen haben sich auf einem Sportfest in Göcklingen kennengelernt.
Irma und Werner Kallenbrunnen haben sich auf einem Sportfest in Göcklingen kennengelernt.

Vor 65 Jahren haben sich Irma und Werner Kallenbrunnen aus Klingenmünster das Eheversprechen gegeben. Am Mittwoch feiern sie ihre Eiserne Hochzeit.

„65 Johr – des esch schun ein Haufe Zeich“, sagt der 90-jährige Hochzeitsjubilar und ergänzt: „Wo sind diese Jahre geblieben, die Zeit ist geradezu verflogen.“ Seine zwei Jahre jüngere Frau blättert währenddessen im Familienalbum und lässt mit Bildern die gemeinsame Zeit Revue passieren.

Kennengelernt haben sich die beiden 1955 auf dem Sportplatz in Göcklingen, dem Heimatort von Irma, die damals den Mädchennamen Wüst hatte. Sie liebte Spazierfahrten mit ihrer „Lambretta“ und hatte nach der Bekanntschaft mit Werner einen lieben Mitfahrer. Ein Jahr später entschieden sie sich für eine gemeinsame Zukunft.

Hochzeitskleid selbst genäht

Die standesamtliche und die kirchliche Trauung waren am selben Tag in der alten Heimat vom Bräutigam im Saarland. „60 Gäste feierten mit uns. Der ganze Hochzeitszug ging vom Haus meiner Mutter zur Kirche, so war es damals Tradition.“ Irmas Eltern, Geschwister und Freunde waren mit einem Kleinbus aus Göcklingen angereist. „Es war ein richtig schönes Familienfest“, erinnert sich das Paar.

Die Braut trug ein wunderschönes weißes Hochzeitskleid, das sie sich als gelernte Schneiderin selbst genäht hatte. „Breitfurt im Saarland war nur vorübergehend unser Domizil. So schnell wie möglich wollten wir wieder nach Klingenmünster zurück.“ Werner Kallenbrunnen war schon in der Kindheit mit seiner Familie aus dem Saarland in die Südpfalz umgezogen, weil sein Vater in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt, dem heutigen Pfalzklinikum in Klingenmünster, einen Arbeitsplatz fand. Nach seiner Schulzeit begann auch er in der Klinik eine Lehre als Bäcker, Jahre später trat er in die Fußstapfen des Vaters und wurde ebenfalls Krankenpfleger.

Erinnerungen an besondere Kegelbahn

Nach der Schneiderlehre arbeitete die junge Irma als Verkäuferin in einem Kolonialwarengeschäft. Durch die Näharbeiten besserte sie die Haushaltkasse auf. Nach der Geburt der Tochter zog die Familie wieder nach Klingenmünster, zunächst in eine Wohnung im Dorf, später in eine Dienstwohnung auf dem Klinikgelände. Ein Sohn machte das Familienglück komplett.

Neben seiner Arbeit in der Krankenpflege übernahm Werner gemeinsam mit Irma, dem Bruder und der Schwägerin einen weiteren Job im Klinikum: Jahrelang bewirteten sie in der legendären Kegelbahn die Gäste: Mitarbeiter, Patienten und Besucher. „Das war eine ganz besondere Zeit, viele ehemalige Kollegen erinnern sich bestimmt auch noch an unsere Kegelabende und an die tollen Feste. Die Kegelbahn war schon was Besonderes“, resümiert der 90-Jährige.

Nach dem Neubau des BKV-Zentrums führten die beiden bis zur Rente den dortigen Kiosk weiter. Natürlich fuhr die Familie auch in Urlaub, dabei ging es oft nach Spanien. Heute genießen die beiden die Ruhe in ihrem Eigenheim, freuen sich über die Besuche der Kinder und Enkel. „In unserem Alter zählt man nicht mehr die Jahre, da fängt man an, die Monate zu zählen.“

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