Billigheim-IngenheimDrei Frauen, eine Wahl: Wer folgt im Rathaus in Billigheim-Ingenheim?
Am 24. August wird in Billigheim-Ingenheim ein neuer Ortsbürgermeister gewählt.
Nach dem Rücktritt des Ortschefs steht Billigheim-Ingenheim vor einem Neuanfang. Am 24. August wird gewählt. Drei Kandidatinnen treten an.
In der Ortsgemeinde Billigheim-Ingenheim wird am Donnerstag, 24. August, ein neuer Ortschef gewählt. Hintergrund ist der überraschende Rücktritt des bisherigen Amtsinhabers Dietmar Pfister. Der 62-Jährige war erst bei der Kommunalwahl 2024 für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren bestätigt worden. Umso unerwarteter erfolgte Mitte April seine Rücktrittserklärung zum Mittwoch, 31. Mai – nach fast elf Jahren im Amt. Seit dem 1. Juni führt der Erste Beigeordnete Thomas Hoffmann von der Freien Wählergruppe (FWG) die Amtsgeschäfte kommissarisch – zusammen mit seinen Beigeordnetenkollegen Andreas Pfalzfgraf und Wilfried Eck.
Gründe für den Rücktritt
In seiner schriftlichen Erklärung nannte Pfister persönliche Gründe für seinen Rücktritt, verwies aber auch auf politische Spannungen, ein gestörtes Vertrauensverhältnis und ein dauerhaft belastetes Arbeitsklima mit der Verbandsgemeindeverwaltung Landau-Land. Besonders kritisierte er den Bürgermeister der Verbandsgemeinde, „Parteifreund“ Torsten Blank (SPD). Im Zuge seines Rücktritts legte Pfister nicht nur sein Amt als Ortsbürgermeister nieder, sondern trat auch aus dem SPD-Ortsverein aus, der von seinem Sohn Florian Pfister geleitet wird.
Die Wahl eines neuen Ortschefs markiert einen Wendepunkt für die größte Gemeinde in der Verbandsgemeinde Landau-Land. Für das Amt kandidieren drei Frauen, die von den jeweiligen Parteivorständen oder Mitgliederversammlungen nominiert wurden. Sie vertreten die drei Fraktionen SPD, Freie Wählergruppe (FWG) und CDU, die zusammen mit dem Ortsbürgermeister den 21-köpfigen Gemeinderat bilden. Aktuell verfügt die SPD über acht Sitze, CDU und FWG jeweils über sechs.
Drei Kandidatinnen
Anja Ditz (SPD)
Für die Sozialdemokraten geht die 56-jährige Verwaltungsangestellte Anja Ditz ins Rennen. Sie ist seit vielen Jahren kommunalpolitisch engagiert, war von 2004 bis 2019 Mitglied des Ortsgemeinderats und bekleidet seit 2014 den Vorsitz der SPD-Fraktion im Verbandsgemeinderat Landau-Land. In ihrer Bewerbung unterstreicht sie die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, den Beigeordneten und der Verwaltung. Zu ihren zentralen politischen Zielen zählt sie die Modernisierung der kommunalen Infrastruktur – etwa Dorfgemeinschaftshäuser, Kitas und Straßen. Ebenso setzt sie auf Projekte zur Energieeinsparung, den Umweltschutz sowie die Förderung des Ehrenamts. „Billigheim-Ingenheim liegt mir am Herzen. Hier lebe ich, hier bin ich seit vielen Jahren in verschiedenen Vereinen und im Dorfleben aktiv“, fasst Ditz ihre Motivation zusammen.
Diana Hirsch (FWG)
Die FWG schickt Diana Hirsch ins Rennen. Die 51-Jährige, die in Ingenheim aufgewachsen ist, arbeitet als Verwaltungsfachangestellte bei der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße. Nach einigen Jahren in Schwanheim lebt sie seit 2021 wieder in Billigheim-Ingenheim, wo sie mit drei ihrer Töchter wohnt. Ehrenamtlich engagiert sie sich unter anderem beim „Plauderstündchen“. Hirsch möchte die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger aus allen vier Ortsteilen „mit Herz, Verstand und einem offenen Ohr“ aufgreifen. Ihr Wahlkampf steht unter den Leitmotiven Bürgernähe, Transparenz und praxisorientierte Problemlösungen – etwa bei Themen wie Verkehr, Parkraum oder Beschilderung. Mit wöchentlichen Bürgersprechstunden, der Einführung von „Kümmerern“ in jedem Ortsteil und einer klaren Struktur der Verwaltung will sie die Effizienz und Zugänglichkeit verbessern. Besonders wichtig sei ihr der Zusammenhalt der Ortsteile. Ihr pragmatischer Ansatz: „Ich bin die, die anpackt“ und „ich kann babble, wie mer de Schnawwel gewachse isch“, betont sie.
Jean Baty (CDU)
Die CDU setzt auf Jean Baty. Die 48-Jährige arbeitet bei der BASF als globale Managerin im Bereich Arbeitssicherheit. Neben ihrem Beruf engagiert sie sich in mehreren Vereinen, und sie war bereits Purzelmarktkönigin. Bei ihrer Nominierung wurde sie einstimmig gewählt. „Ich freue mich über das große Vertrauen und bin bereit, gemeinsam mit den Menschen vor Ort die Zukunft von Billigheim-Ingenheim aktiv zu gestalten“, sagt Baty. Ihr Wahlprogramm legt einen Schwerpunkt auf den Erhalt und die Weiterentwicklung der kommunalen Infrastruktur – darunter die Renovierung des Bürgerhauses und der Bau einer modernen Kindertagesstätte. Auch die Sicherung des Schwimmbads sowie die Entwicklung bedarfsgerechter Wohn- und Gewerbeflächen stehen auf ihrer Agenda. Sie möchte auf pragmatische und bürgernahe Lösungen setzen. „Meine Erfahrung im Krisenmanagement und in der Problemlösung hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, in kritischen Situationen schnell und überlegt zu handeln“, sagt sie.
Spannende Wahl erwartet
Die bevorstehende Wahl verspricht Spannung: Mit drei Kandidatinnen und einem breiten Themenspektrum stehen den Bürgerinnen und Bürgern in Billigheim-Ingenheim zentrale Entscheidungen bevor, die die Weichen für die Zukunft der Gemeinde stellen werden. Der Wahltag für eine eventuelle Stichwahl ist den Angaben zufolge der 7. September.
Dietmar Pfister ist seit Ende Mai nicht mehr im Amt.