Bornheim / Dammheim RHEINPFALZ Plus Artikel Drei ausgebüxte Kühe laufen durch Dammheim

Drei Kühe standen mitten auf der Straße.
Drei Kühe standen mitten auf der Straße.

Im Corona-Lockdown sind die Tage ja oftmals ziemlich öde. Am Mittwochabend aber war in Dammheim richtig was los. „Komm’ mal, das musst du dir angucken“, rief Christine Faths Mann ihr zu, als er aus dem Fenster schaute und plötzlich drei Kühe auf der Straße standen. Haben sie wieder nach Hause gefunden?

„Na, das war schon ein kleines Spektakel“, erinnert sich Christine Fath schmunzelnd an das wiederkäuende Erlebnis am Mittwochabend direkt vor ihrer Haustür. Die Winzerfamilie hat ein Weingut in der Speyerer Straße in Dammheim. „Mein Mann hat gerade aus dem Terrassenfenster herausgeschaut, mich zu sich gerufen und gelacht.“ Ja, diesen Anblick konnte sie sich nicht entgehen lassen. Denn mitten auf der Straße standen drei Kühe. Die Vierbeiner waren offensichtlich ausgebüxt und erkundeten nun die Umgebung.

Zufälligerweise kam in diesem Moment ein Krankenwagen vorbei, der sich schützend vor die Tiere stellte und zur Warnung vorbeikommender Autofahrer das Blaulicht anmachte, berichtet Christine Fath. Dessen Fahrer habe dann wohl auch die Polizei verständigt. Diese wurde gegen 20 Uhr alarmiert, bestätigt Pressesprecherin Michaela Mack. „Die Beamten konnten den Bauern aus Bornheim erreichen, dem die Kühe gehören. Und sie konnten dann erfolgreich zu ihrem Stall zurückgebracht werden“, kann Mack dem Bericht ihrer Kollegen entnehmen. Viel mehr steht darin allerdings nicht. Dass das ganze Rettungsmanöver aber doch etwas komplizierter war, weiß Anrainerin Christine Fath aus ihrer Beobachtung.

„Wie bei uns in Indien“

„Wir hatten selbst früher Kühe und kennen den Bauern“, erzählt sie. Er sei mit Schlepper und Anhänger zur Bergung seiner Tiere gekommen. „Wir haben einen großen Hof und wollten sie erst mal dort reintreiben, um sie danach wegbringen zu können.“ Aber während sich die eine Kuh zum Grasen an den Rand eines Sonnenblumenfeldes verzogen habe, seien die anderen beiden in die Dunkelheit geflüchtet. „Es war problematisch, weil man ja kaum etwas sehen konnte.“ Drei Männer seien den Vierbeinern dann hinterhergelaufen und hätten sie zu Fuß nach Bornheim zurückgetrieben.

„Das war schon ein Event“, findet Christine Fath, die gleich ihrer Tochter davon berichtete. Diese lebt seit vier Jahren knapp 7000 Kilometer entfernt. Als sie das Kuh-Foto in der Whatsapp-Familiengruppe erblickte, schrieb sie belustigt zurück: „Das ist ja wie hier in Indien, da gibt es auch überall freilaufende Kühe auf der Straße.“ Ortsbürgermeisterin Elke Thomas freut es, dass der tierische Ausflug ein gutes Ende genommen hat. Der Bauer scheint ja Erfahrung mit Tieren auf Wanderschaft zu haben. „Seine Pfaue gehen auch gerne mal spazieren“, erzählt sie.

Ein zufällig vorbeikommender Rettungswagen stellte sich schützend davor.
Ein zufällig vorbeikommender Rettungswagen stellte sich schützend davor.
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