Bad Bergzabern RHEINPFALZ Plus Artikel Bundespolizei baut neues Gebäude

Jede Nacht treffen derzeit acht Trucks mit Baumodulen auf dem Gelände der Bundespolizei ein.
Jede Nacht treffen derzeit acht Trucks mit Baumodulen auf dem Gelände der Bundespolizei ein.

Die Schwerlasttransporter fahren nachts und mit Sondergenehmigung. Und kommen noch im Dunkeln bei der Bundespolizei in der Kurstadt an. 40 Transporte sind es insgesamt. Sie bringen die Module für ein neues Gebäude. Denn die Bundespolizei braucht Platz für eine weitere Hundertschaft.

Baubeginn für das neue Gebäude war vor sechs Wochen, nachdem der Kampfmittelräumdienst keine Altlasten auf dem Gelände gefunden hat. Zunächst wurde das Kellergeschoss betoniert. In den vergangenen Tagen ging es dann vormittags im Halbstundentakt. Die Trucks mit den mehr als zwölf Meter langen und vier Meter breiten Tiefladern fuhren vor der Baustelle vor. Acht waren es jede Nacht mit insgesamt 40 Baumodulen.

„Ich bin acht Stunden gefahren und komme aus der Nähe von Berlin“, antwortete ein Fahrer, der gerade abgeladen hat. Die Route musste stimmen, denn hätte es zum Beispiel eine Verengung wegen einer Baustelle oder einer Umleitung gegeben, wäre der Transporter mit riesigen Zeitverzögerungen festgesteckt.

Rund 5,8 Millionen Euro kostet Neubau

Vor Ort wurden die Module, bestehend aus einem Stahlkorsett mit Gipsplatten und bereits an den Seiten eingebauten Fenstern, an den Kran gehängt. Einige Minuten im Schwebezustand wurden sie dann wie Legosteine aneinandergesetzt. Der Rohbau stand damit innerhalb weniger Tage und ist fast fertig.

Einen Grund für den 5,8 Millionen Euro teuren Neubau nannte der Abteilungsführer der Bundespolizei, Michael Sziele. „Wir haben im Moment nur Platz für bestehendes Personal, jetzt kommt noch eine weitere Hundertschaft dazu“, sagt er. Insgesamt würden in Deutschland sieben neue Hundertschaften aufgebaut, eine davon in Bad Bergzabern. Derzeit sind 700 Bundespolizisten inklusive 150 Auszubildende und Ausbildungspersonal, Verwaltungsbeamte und Tarifbeschäftigte am Standort.

2000 Quadratmeter Nutzfläche

Bis auf die Auszubildenden, die immer wochenweise da sind, wohnen alle Bundespolizisten in der Region von Pirmasens bis Ludwigshafen. Chef Michale Sziele braucht nur wenige Minuten von seinem Wohnort bis zur Dienststelle, viele Bundespolizisten wohnen in der Kurstadt.

Das neue Funktionsgebäude für die Hundertschaft, das an der Schießanlage der Bundespolizei steht, hat eine Grundfläche von rund 1000 Quadratmetern. In zwei Stockwerken, also 2000 Quadratmeter Nutzfläche, ist Platz für Büros, Aufenthaltsräume, Unterrichtsräume und einen speziellen Raum für die Ausrüstung. „Normalerweise dauert es mehrere Jahre, bis ein Gebäude dann endlich steht, bei der Schießanlage hat es 15 Jahre gedauert, bis sie in Betrieb war, jetzt ging es ganz schnell“, informiert Jürgen Rubeck, Stabsbereichsleiter für zentrale Dienste. Also der zivile Verwaltungsleiter der Bundespolizei für Gebäude. Von denen sie gar nicht wenige auf dem Gelände stehen hat. 21 Gebäude seien es insgesamt, davon seien sechs renovierungsbedürftig, informiert Rubeck. Ein weiterer Grund für den Neubau. Denn wenn ein Gebäude renoviert werde, könne man auf das neue Gebäude zurückgreifen, so Rubeck.

Übergabe für 28. Januar 2022 geplant

Die ersten Überlegungen für den Neubau wurden 2020 angestellt, dann ging es ruck zuck. Im Spätsommer 2020 wurde der Auftrag vergeben: an die Kleusberg GmbH in Ramseck, die den gesamten Bau als Generalübernehmer managt. Von der Planung bis zur Fertigstellung, inklusive eines begrünten Schrägdaches. Die Bauleitung des Unternehmens koordiniert vor Ort, auch die verschiedenen Transportunternehmen, die die Module anliefern.

„Die Handwerker und Zulieferer kommen aus ganz Deutschland, bis jetzt gibt es keine Probleme“, erzählt Bauleiter René Fricke, der sich eine Ferienwohnung in der Nähe gemietet hat. In seinem Team sind rund zehn Mitarbeiter mit der Bauleitung beschäftigt. Er weiß natürlich von langen Lieferzeiten bestimmter Materialien, setzt aber auf langjährige Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Firmen. „Preissteigerungen können wir nicht weitergeben“, so Fricke zu den wahrscheinlich steigenden Kosten. Wenn der Rohbau jetzt noch mit Mineralwolle gedämmt ist, kann der Innenausbau beginnen. „Am 28. Januar 2022 ist Übergabe“, verspricht der Bauleiter.

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