Kreis Südliche Weinstraße Blitzschnell
. Rooaaaam? Fehlanzeige! Auf der L 493 am Mitfahrerparkplatz an den Zu- und Abfahrten zur A65 bei Rohrbach wird schon mal zu schnell gefahren, aber nicht wirklich gerast. Zumindest nicht gestern Morgen. Die Polizei kommt am Ende ihrer Messungen bei Weitem nicht auf ihren Durchschnittswert von zehn Prozent. Es sind gerade rund fünf Prozent, die hier in der 70-er-Zone zu flott unterwegs sind. Eine Stunde lang hat die RHEINPFALZ Manfred Bieger und Rolf Nirmaier über die Schulter und durch den Blitzer geschaut. 9.11 Uhr: 205 Fahrzeuge, neun davon waren so schnell, so dass es für ein Bußgeld reicht. Wie schnell man zu schnell fahren muss, um ein Bußgeld zahlen zu müssen, erklärt Bieger: neun Stundenkilometer über dem Erlaubten – mit zehn Euro geht es los. Die nächst höhere Stufe sind die berüchtigten Punkte in der Verkehrssünderkartei in Flensburg. Hier liegt die Schwelle bei 20 Stundenkilometern über der vorgeschriebenen Geschwindigkeitshöchstgrenze. Und dann ist da auch noch das Fahrverbot: wer in geschlossenen Ortschaften mit 31 und außerhalb mit 41 Sachen zu schnell unterwegs ist, ist seinen Führerschein mindestens vier Wochen los. Je schneller, um so länger heißt es, ohne Auto auszukommen. Zwischenstand 9.46 Uhr: Von 443 gemessenen Fahrzeugen sind 20 zu schnell. Bieger und Nirmaier machen ihren Job gerne. Bieger kam 2003 zur Einheit und Nirmaier ist seit 1993 dabei. Die Truppe umfasst 14 Mann und ist für den ganzen Bereich des Polizeipräsidiums Vorderpfalz zuständig. Offiziell heißt die Abteilung Geschwindigkeits- und Abstandsmessung und ist in Maxdorf ansässig. Mit den in Schifferstadt beheimateten Abteilungen Schwerverkehr und Fahndungstrupp, der auf Autobahnen und Raststätten kontrolliert, bilden die „Blitzer“ eine Einheit. Die Auswahlkriterien, wo an welchem Ort die Maxdorfer Temposündern auf der Spur sind, ist teilweise vorgegeben. So gibt es drei Kategorien, die von den Polizeidienststellen eingereicht werden. A steht für Unfallschwerpunkte, B für Gefahrenstellen und C für Stellen, über die es von Bürgern, Gemeinderäten oder anderen Institutionen Beschwerden gibt. Wo sie sich dann an jedem Tag genau postieren, entscheiden die Beamten eigenständig anhand der Liste, die reichlich Auswahl bietet. Neuralgische Strecken in der Südpfalz sind die B 272, die B 10, die A 65/B 10 bei Wörth und der „Trog“ der A 65 (Landau-Zentrum). An all diesen Stellen herrscht starker Lkw-Verkehr, so Abteilungsleiter Peter Hainsch, der gestern in Rohrbach mit vor Ort war. Größere Probleme mit Erwischten hätten sie in den ganzen Jahren noch nicht gehabt, erzählt Bieger. Die meisten seien einsichtig. Klar gebe es den einen oder anderen, der sich aufrege, die Beamten gar mit den üblichen Begriffen wie Wegelagerer oder Abzocker beschimpfe. „Aber da muss man drüber stehen.“ Man müsse sich ein dickes Fell zulegen. Sein Motto: Die Leute sollen erst mal Dampf ablassen, dann könne man auch mit ihnen in der Regel vernünftig reden. Peter Hainsch wirft ein, dass im Schnitt ja nur zehn Prozent der Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs seien – 90 Prozent hielten sich ja an die Vorschriften. Und um die 90 Prozent zu schützen, gebe es Geschwindigkeitskontrollen. Die große Mehrheit sei dankbar für diese Art von Polizeiarbeit. Dem pflichtet Bieger bei. Gerade bei Messungen in geschlossenen Ortschaften würden sie von Anwohnern freundlich und dankbar angesprochen, teilweise auch mit Kaffee versorgt. 10 Uhr: 555 Fahrzeuge gemessen, 27 davon sind zu schnell unterwegs, der schnellste wurde mit 102 Stundenkilometern geblitzt.