Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Bitte an Bahn: Mehr Radwaggons in der Südpfalz?

Immer mehr Menschen nutzen die Bahn auch, um ihr Rad mitzunehmen – wie dieser Mann am Frankfurter Hauptbahnhof.
Immer mehr Menschen nutzen die Bahn auch, um ihr Rad mitzunehmen – wie dieser Mann am Frankfurter Hauptbahnhof.

Radeln in der Region – das ist nicht nur bei Touristen immer beliebter. Viele würden aber gerne das erste Stück mit dem Zug fahren. Doch dafür braucht es Platz. Reicht die Kapazität?

In Landau mit dem Rad in den Zug steigen, bis nach Bad Bergzabern fahren und von dort aus eine Tour ins Elsass machen – das gefällt nicht nur Touristen. Die Südpfalz entwickelt sich langsam zum Veloparadies, und in der Coronakrise hat sich dann auch noch der Absatz von Fahrrädern heftig verstärkt. Die Frage ist: Wie kann die Region diesen Trend zum Zweirad auch in Kombination mit der Bahn abbilden?

Der südpfälzische Bundestagsabgeordnete Thomas Hitschler (SPD) setzt sich bereits für mehr Möglichkeiten zur Fahrradmitnahme auf den südpfälzischen Regionalbahnstrecken ein. In einem Schreiben an die DB Regio Mitte – das ist die Regionaleinheit der Bahn – bittet er darum, zu prüfen, ob das Bahnangebot für Radfahrer ausgebaut werden könnte, indem zusätzliche Wagen zur Radmitnahme bereitgestellt werden.

Radtouristen im Fokus

„In der Südpfalz gibt es viele schöne Fahrradstrecken zu entdecken. Ein Auto sollte dafür nicht die einzige Voraussetzung sein“, sagt Hitschler. Corona führe dazu, dass mehr Touristen den Weg in die Südpfalz finden, viele davon mit dem Fahrrad oder E-Bike im Gepäck. Angesichts einer begrenzten Anzahl an Fahrradabteilen und -stellplätzen in den Zügen der Region sei es für den Tourismus- und Ausflugsstandort Südpfalz wichtig, über den täglichen Pendelverkehr hinaus die Möglichkeiten zur Radmitnahme auszubauen.

Wenn es um Änderungen im regionalen Bahnverkehr geht, dann ist der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd, kurz ZSPNV, mit Sitz in Kaiserslautern der richtige Ansprechpartner. Die Institution wird von Kommunen getragen und richtet die Interessen der Städte und Landkreise an die Deutsche Bahn. Gegenüber der RHEINPFALZ teilt der ZSPNV mit, Reisende, die in ihrer Freizeit diese Zugangebote nutzten, seien eine sehr wichtige Kundengruppe.

Zusätzliche Triebwagen häufig am Wochenende

„Vor diesem Hintergrund steht selbstverständlich auch die Fahrradmitnahme in unserem Fokus.“ Auf den südpfälzischen Regionalbahnlinien Neustadt-Landau-Karlsruhe, Wörth-Lauterburg, Neustadt-Landau-Weißenburg, Winden-Bad Bergzabern, Landau-Pirmasens sowie der Regionalexpressverbindung Neustadt-Landau-Karlsruhe setze die Bahn als Auftragnehmer des Zweckverbands aktuell Dieseltriebwagen der Baureihen 642 und 643 ein.

„Als Vorgabe des ZSPNV Süd verfügt bereits ein einzelner Triebwagen über jeweils 24 Fahrradstellplätze und damit über eine beachtliche Kapazität.“ Insbesondere auf der Regionalexpress-Linie Neustadt-Landau-Karlsruhe würden häufig auch am Wochenende Doppeltraktionen – dabei handelt es sich um zwei Triebwagen – angeboten, damit maximal 48 Räder je Zug in Mehrzweckabteilen transportiert werden können, heißt es in dem Antwortschreiben des ZSPNV Süd.

Waggons bei Erlebnistag Deutsche Weinstraße

„Diese stehen neben Reisenden mit und ohne Fahrräder selbstverständlich auch Rollstuhlfahrern zur Verfügung. Es ist somit auch immer eine gegenseitige Rücksicht der Fahrgäste untereinander geboten.“ Hinzu komme, dass der ZSPNV Süd die vorhandenen Kapazitäten für Fahrrad-Großveranstaltungen anlassbezogen aufstocke sowie spezielle fahrradfreundliche Angebote mache. So würden beispielsweise beim Erlebnistag Deutsche Weinstraße und bei diversen Radwandertagen die Kapazitäten entsprechend den Kundenbedürfnissen deutlich erweitert, heißt es.

x