Kreis Südliche Weinstraße BI: „Geothermie-Märchenstunde“

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Als „Szlabinskis Geothermie-Märchenstunde“ bezeichnen die organisierten Gegner der von einem Pfalzwerke-Tochterunternehmen betriebenen Geothermie-Anlage in Insheim (Geofuture) die Ausführungen des Werksleiters Darius Szablinski in der vergangenen Ratssitzung. Wir berichteten am 1. August über die Sitzung (Geothermie-Betreiber mit Anlage „sehr zufrieden“), in der Szablinski sich durchweg positiv über die Anlage geäußert hatte.

„Es ist unfassbar, was Szablinski dem Rat erzählt hat“, meint der Vorsitzende der Bürgerinitiative „Energieforum Rohrbach und Insheim“, Werner Müller. Er und weitere Mitstreiter der Bürgerinitiative wollten am Mittwoch im Gespräch mit der RHEINPFALZ Aussagen des Werkleiters in der Ratssitzung geradegerückt wissen. So habe Szablinski von einer Verfügbarkeit der Anlage von 95 Prozent gesprochen. So eine Aussage verschleiere die Tatsache, dass die 95 Prozent nur in der Zeit erreicht worden seien, in der die Anlage in Betrieb gewesen sei. Wochenlange Stilllegungen aber seien nicht eingerechnet. Zurzeit laufe die Anlage, ohne dass sie überhaupt auf Betriebstauglichkeit gecheckt worden sei, was seit sieben Monaten überfällig sei. Es seien dazu schon – in seinen Augen zweifelhafte – Ausnahmegenehmigungen zum zwischenzeitlichen Weiterbetrieb erteilt worden, sagt Müller. Müller lässt auch den von Szablinski genannten Wirkungsgrad der Geothermieanlage von rund 15 Prozent nicht gelten, um Strom aus dem sehr tief gelegenen Thermalwasser zu gewinnen. Es seien weniger als ein Prozent, pflichtet ihm Thomas Hauptmann bei. Er ist zweiter Vorsitzender der Anti-Geothermie-Bürgerinitiative Landau. Die Insheimer Anlage habe angeblich einen Wirkungsgrad von 15 Prozent, so Szablinski in der Ratssitzung. Richtig gerechnet seien es aber unter einem Prozent, so Hauptmann. Denn: Um Strom aus der Nutzung des heißen Tiefenwassers gewinnen zu können, müsse überhaupt erst einmal Strom eingesetzt werden. Das geschehe am mit Ende auf dem freien Markt, billig einkauften Strom, womöglich Atomstrom. Der gewonnene Strom aus der Geothermie-Technik werde dann für viel Entgelt ins Netz eingespeist – die staatlichen Zuschüsse fließen, sagt Hauptmann. Erst dann rechne sich die Sache, die der Steuerzahler schließlich teuer finanziere. Ebenfalls nicht unkommentiert stehen lasse möchte die BI die Äußerungen Szablinskis in Sachen gebrauchte Bohrrohre. Die waren auf einem Gelände an der A 65 zwischengelagert worden. Die BI hatte Alarm geschlagen, die Rohre seien aufgrund ihrer Verstrahlung der in der Tiefe vorkommenden natürlichen Radioaktivität gefährlich. Szablinski hatte in der Ratssitzung gesagt, die Rohre seien als unbedenklich eingestuft und deshalb weiterverkauft worden. Das stimme nur für den unbelasteten Teil der Rohre, so die BI. Die belasteten Bohrrohre seien wieder auf das Betriebsgelände des Geothermiekraftwerks gebracht worden. Die Staatsanwaltschaft ermittele wegen der Sache noch immer, so die BI. (rww)

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