Bad Bergzabern RHEINPFALZ Plus Artikel Bei Umsetzung des Radwegekonzepts geht es voran

Auch auf dem Klingweg soll es Markierungen für Radfahrer geben. Das wird aber schwierig.
Auch auf dem Klingweg soll es Markierungen für Radfahrer geben. Das wird aber schwierig.

Seit fast drei Jahren liegt das Radwegekonzept für die Kurstadt auf dem Tisch. Die Zustimmung ist groß. Dennoch war es zuletzt ruhig geworden um das ehrgeizige Projekt. Doch nun kommt Bewegung in die Sache. Auch wenn noch nicht alle Probleme ausgeräumt sind.

Wie ist denn der Stand bei unserem Radwegekonzept? Häufig wurde diese Frage in den vergangenen Monaten im Stadtrat gestellt. Zumeist war sie an die dritte Stadtbeigeordnete Ursula Schulz (Grüne) gerichtet. Schulz war es, die 2018 zusammen mit ihrem damaligen Stadtratskollegen Hans-Peter Geiger (SPD) das Konzept ausgearbeitet hat. Später hat sie die eigens gegründete Arbeitsgemeinschaft Rad geleitet. Und auch jetzt liegt die Verantwortung für die Umsetzung in ihrer Zuständigkeit. Nachdem sie meist auf die eingangs erwähnte Frage nur achselzuckend reagieren konnte, gibt es jetzt gute Nachrichten. Gibt in der nächsten Woche der Stadtrat sein Okay, dann übernimmt das Ingenieurbüro Schulbaum aus Landau die Planung für das innerörtliche Radwegekonzept.

„Ich bin froh, dass wir schnell ein geeignetes Büro gefunden haben“, sagt Schulz. Froh ist sie auch, dass sich die Honorarkosten mit knapp 30.000 Euro im Rahmen bewegen. „Das Angebot des ersten Büros, das wir angefragt haben, war mehr als das doppelt so hoch“, so Schulz. Beim Bund wurde ein Zuschussantrag gestellt. Über das Sonderprogramm „Stadt und Land“ des Klimaschutzprogramms 2030 werden die Planungskosten mit 50 bis 90 Prozent gefördert. Im aktuellen Haushalt sind die Ingenieurleistungen bereits eingeplant, sodass es zügig losgehen kann.

Piktogramme statt durchgezogene Linien

Ein Grund für die Verzögerungen war das Gespräch mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Speyer, das seit März vergangenen Jahres wegen Corona mehrfach verschoben werden musste. Ohne die Zustimmung des LBM lässt sich das Konzept nicht umsetzen. Denn auch in der Landauer Straße, die zur B38 gehört, der Kurtalstraße, der Kapeller Straße und einem Teil der Weinstraße, die alle zur B427 gehören, und der Steinfelder Straße, die Teil der L545 ist, sollen Radwege eingezeichnet werden. Und für diese Straßen ist nun mal der Landesbetrieb zuständig. Den Ortstermin mit dem LBM gab es inzwischen. Dabei sei man auf offene Ohren gestoßen. „Außerdem haben wir jetzt auch einen festen Ansprechpartner beim LBM“, sagt Schulz.

Wahrscheinlich werden die Radwege durch ein Piktogramm gekennzeichnet, so die Beigeordnete. Als Alternative waren durchgezogene Linien im Gespräch. „Davon sind wir aus psychologischen Gründen abgekommen“, sagt Schulz. Denn an eine Linie würden die Autofahrer dicht heranfahren, obwohl sie 1,5 Meter Abstand halten müssten. Bei Piktogrammen werde mehr Abstand eingehalten.

Klingweg bleibt das Sorgenkind

Noch gibt es ein paar für Radfahrer problematische Stellen, an denen nach Lösungen gesucht wird. Etwa auf dem kurzen Stück vom Ludwigsplatz bis zur Fußgängerampel, dort ist die Straße relativ eng. Tempo 30 sei eine Überlegung, so Schulz. Mit dem LBM müsse darüber aber noch diskutiert werden. Ganz schwierig sei die Situation in der Kapeller Straße zwischen Bahnhof und Edeka. Auf dieser Strecke kommt viel zusammen: die Ausfahrt der Busse vom Bahnhof, die Zufahrt zur Metzgerei Kieffer, die Einmündung der Steinfelder Straße und die Ein- und Ausfahrt zum Edeka-Markt. „Außerdem sind die Fußgängerwege dort relativ eng“, sagt Schulz. Ziel ist es trotzdem, auf beiden Seiten Radwege einzuzeichnen. Wie sich das umsetzen lässt, müssen sich nun die Planer überlegen.

Bleibt noch der Klingweg, der sich von einer kleinen Neben- zu einer viel befahrenen Straße entwickelt hat. Es geht dabei um die Strecke vom Kreisel bei der Bundespolizei bis zum Bahnübergang. „Da sind jetzt schon viele Radfahrer unterwegs“, betont Schulz. Deshalb wünscht sie sich auch hier auf beiden Seiten einen Radweg. „Das wird aber schwierig, wir müssen schauen, was geht.“

Schulz hofft, dass das Ingenieurbüro möglichst schnell die Arbeit aufnimmt. Die Pläne werden dann dem LBM vorgelegt, der zustimmen muss. Wann mit der Umsetzung begonnen werden kann, lässt Schulz offen. „Ich wage keine Prognose. Wir haben vor fast drei Jahren das Konzept vorgestellt. Ich hätte nicht gedacht, dass es bis zu diesem Punkt so lange dauert“, sagt sie.

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