Kreis Südliche Weinstraße Bald wieder Schorle im Schweizerhaus

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Was viele vor wenigen Monaten noch für kaum zu stemmen hielten, nimmt mehr und mehr Gestalt an: die Revitalisierung des Schweizerhauses im Wald bei Weyher. Bald soll es dort wieder Rieslingschorle und Läwwerknepp geben. Am Samstag hatten sich viele Menschen eingefunden, um Richtfest zu feiern.

Werner Götz, erster Vorsitzender der Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins, freute sich über den großen Zuspruch für die traditionsreiche Einkehrstätte. Dank großartiger Mithilfe der Vereinsmitglieder habe der Wagen ins Rollen gebracht werden können. Nachdem die Familie Gerhard Anselmann nach jahrzehntelangem Dienst zum 31. Dezember 2012 ihren Rückzug bekanntgab, stand der Verein vor der Frage, ob und wie es mit dem Schweizerhaus weitergehen könnte. In der bisherigen Form war ein Weiterbetrieb nicht möglich, da es dafür keine Konzession gegeben hätte. So gründete der örtliche PWV ein „Schweizerhaus-Team“. Diesem steht Reinhard Pross vor, der sich um die Bauleitung kümmert. Architekt Gerhard Lutz vom gleichnamigen Büro in Weyher stellte die Bauplanung vor, von der sich die Besucher nun vor Ort ein Bild machen konnten. Direkt an der bestehenden Hütte ist ein Anbau hinzugekommen, der einen Küchen- und Techniktrakt beheimatet. Im rückwärtigen Bereich grenzt eine neue Toilettenanlage an. Ziel bei allen Bauarbeiten ist es, die traditionelle Form des Schweizerhaus zu erhalten. Das Bauunternehmen Tobias Kimmel aus Kandel zeichnete für die Betonarbeiten verantwortlich, die Zimmererarbeiten übernahm die Firma Meyszner aus Knöringen. Deren Chef Jürgen Meyszner brachte vom Balkon des Schweizerhauses den Dank an die Handwerker und Helfer zum Ausdruck. Laut Gerhard Lutz wurden für den Um- und Neubau 500 Kubikmeter Erde bewegt, 250 Kubikmeter Schotter, 25 Kubikmeter Beton und sechs Kubikmeter Konstruktionsvollholz eingebracht. Nicht zu vergessen, 120 Quadratmeter Wandverschalung und 80 Quadratmeter Deckenverschalung verlegt. Der nächste große Schritt ist die Entfernung des asbestbelasteten Eternitdaches. Dann werde man auch sehen, wie es um die darunterliegende Holzkonstruktion bestellt sei. Das neue Dach werde gänzlich aus Metall sein. Einen Fertigstellungstermin für das Schweizerhaus konnte Lutz noch nicht nennen, da viele Arbeiten ehrenamtlich in Eigenleistung erbracht würden. Werner Götz freute sich über die große Spendenbereitschaft der Bevölkerung. „Bislang sind schon 45.000 Euro eingegangen. Das reicht bei Weitem noch nicht aus, um alle Kosten zu decken. Aber es ist ein Beweis dafür, wie die Arbeit des Vereins und seiner Mitglieder gewürdigt wird.“ Weitere 30.000 Euro täten gut, so Götz, da alleine durch die hohen Brandschutzanforderungen etwa 10.000 Euro mehr als ursprünglich erwartet aufgewandt werden mussten. Das Bauvolumen liegt insgesamt bei rund 160.000 Euro. Auch Ortsbürgermeister Andreas Möwes (parteilos) freute sich, dass es vorangeht. „Vielleicht kann die Gemeinde den Verein auch noch unterstützen. Aber alleine kann ich das hier und heute nicht entscheiden und versprechen“, so Möwes. Sabine Zwick, Geschäftsführerin des Vereins Südliche Weinstraße Edenkoben, testete schon einmal die Örtlichkeiten in der geplanten Küche und der eventuellen Ausgabestelle. Nur mit der verlangten Erdbeertorte konnte sie nicht dienen. „Die gibt es heute leider nur virtuell“, meinte sie schmunzelnd. (lam)

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