Kreis Südliche Weinstraße
Bad Bergzabern: Martha-Saalfeld-Tag am Alfred-Grosser-Gymnasium

Viel entdeckt haben 60 Schüler der elften Klassen des Gymnasiums im Alfred-Grosser-Schulzentrum Bad Bergzabern beim Martha-Saalfeld-Tag in der vergangenen Woche. Gemacht haben sie daraus viel Kreatives. Die Schriftstellerin, die in der Nazizeit Schreibverbot bekommen hatte, hat sich bereits 1958 gegen Atomkraft eingesetzt. Auch die Pfälzer Natur liebte sie sehr.
Sich sechs Stunden lang mit einer den wohl meisten Schülern bis dahin unbekannten Persönlichkeit zu beschäftigen, ist eine Herausforderung. Anschauungsunterricht und Informationen bekamen die Elftklässler am Vormittag bei einer Führung von Renate Becker und Alfred Burckhardt im Museum der Stadt, in der sich die Gedächtnisstätte von Martha Saalfeld und Werner vom Scheidt befindet, am ehemaligen Wohnhaus und im Garten des Ehepaars in der Zeppelinstraße und am Gedenkstein im Kurpark. Dann hieß es kreativ werden.
In sieben Gruppen wurden unterschiedliche Themen umgesetzt. Gedichte der Schriftstellerin wurden in kalligrafischer Schrift, mit Feder oder Gänsekiel, geschrieben. In welch unterschiedlicher Weise man ein Gedicht nicht nur rezitieren, sondern auch in Szene setzen kann, bewiesen die Arbeitsgruppen zur Lyrik der Schriftstellerin. Interviews mit der Schriftstellerin waren die Aufgabe einer weiteren Schülergruppe. Eine Frage: Wie würde Martha Saalfeld zu „Fridays for Future“ stehen? Die Antwort der Schüler: Sie würde sie unterstützen, die Natur und deren Erhalt lagen ihr immer am Herzen.
Ideengeberin für den Martha-Saalfeld-Tag war vor fünf Jahren Renate Becker, bekannt von der Bergzaberner Buchlese und von vielen Stadtführungen. „Ich habe sie als Kind noch gekannt“, erzählt Becker. Weil diese Frau nicht vergessen werden dürfe, habe sie den Tag in der Schule angeregt und sei sehr positiv überrascht, wie kreativ die Schüler seien. Sie war auch Teil der vierköpfigen Jury, die die besten Darstellungen ausgezeichnet hat: für Kalligrafie, Lyrik, Prosa und Biografie. „Es ist ein Ansporn für die Schüler, sich mit Persönlichkeiten in Bad Bergzabern zu beschäftigen. Martha Saalfeld soll in Erinnerung bleiben“, sagt auch Lehrerin Eleonore Beinghaus, die zusammen mit ihren Kolleginnen Ulrike Streicher, Kim Hust-Korspeter und Annet Waßmer die Gruppen betreut hat.
„Für unsere Fachschaft Deutsch hat der Tag trotz Mehrbelastung große Bedeutung und Wichtigkeit, drückt er doch die regionale Verbundenheit aus und schafft Brücken zu großer Literatur und großen Persönlichkeiten vor der Haustür“, ist das Fazit von Schulleiter Pete Allmann zu dem Projekttag.