Südliche Weinstrasse RHEINPFALZ Plus Artikel Bad Bergzabern: Edith-Stein-Reha-Klinik investiert 300.000 Euro in medizinischen Trainingsraum

Simon Kaufmann, Leiter der Physiotherapie, testet mit seinen Kolleginnen Nadine Würtz und Lisa Keiber (rechts) die neuen Geräte.
Simon Kaufmann, Leiter der Physiotherapie, testet mit seinen Kolleginnen Nadine Würtz und Lisa Keiber (rechts) die neuen Geräte.

Die Gesundheitsbranche in Deutschland boomt. Zu sehen ist das auch in der Edith-Stein-Fachklinik in Bad Bergzabern. Erst 1996 gegründet, wächst die Rehaklinik ständig. Gerade wurde ein neuer Trainingsraum für die Physiotherapie eingeweiht, und schon laufen die nächsten Ausbauarbeiten.

Rund 3500 Patienten werden pro Jahr in der Fachklinik für Orthopädie, Neurologie und Geriatrie behandelt. Gut 200 Mitarbeiter beschäftigt die Klinik an Bad Bergzaberns Stadtrand. „Wir haben einen Radius von rund 50 Kilometern. Unsere Patienten kommen fast aus der gesamten Pfalz“, sagt Heiko Nebert, der Kaufmännische Direktor: „Wir sind eine Klinik für die Pfalz.“

Gestartet war die Edith-Stein-Klinik mit Abteilungen für Orthopädie und Neurologie. Seit März 2017 ist sie die einzige Einrichtung in der Südpfalz mit einer eigenen Klinik für geriatrische Rehabilitation. 55 Betten stehen für Patienten ab 70 Jahren zur Verfügung. „Insgesamt haben wir 220 Planbetten für Rehabilitation“, sagt Nebert.

Von Patienten aus allen drei Kliniken wird der völlig neu eingerichtete Raum für MTT genutzt. MTT steht für Medizinische Trainingstherapie. Auf den ersten Blick sieht es aus wie in einem Fitnessstudio. Doch natürlich gehen die Möglichkeiten, die die Geräte bieten, über das Angebot eines Fitnessstudios hinaus. „Wir haben rund 300.000 Euro in diesen Raum investiert“, erzählt Nebert.

Die Mitarbeitern dürfen den Trainingsraum nutzen

„Wir haben hier Geräte, die sind erst seit knapp einem Jahr auf dem Markt“, sagt Simon Kaufmann. Er ist der Leiter der 27 Köpfe zählenden physiotherapeutische Abteilung. Kaufmann verweist auf die nagelneuen Geräte der Compass-600-Linie, die speziell für Menschen mit Einschränkungen des Bewegungsapparates entwickelt wurden. „Jeder Patient trainiert hier individuell“, betont Kaufmann. Wie im digitalen Zeitalter nicht anders zu erwarten, sind die Informationen über den jeweiligen Patienten auf einer Chipkarte gespeichert. Diese wird am Eingang in einen Computer eingelesen. Die Geräte werden dann auf die Bedürfnisse des Trainingsgastes eingestellt. „Wir sehen so natürlich auch, welche Fortschritte gemacht werden“, betont Kaufmann. „Wir sind gerade dabei, in unserem Haus komplett auf die Digitalakte bei Patienten umzustellen“, ergänzt Heiko Nebert.

Geöffnet ist der MTT-Raum für die Patienten der Edith-Stein-Klinik täglich von 8 bis 17 Uhr. In dieser Zeit werden sie auch durchgehend von Physiotherapeuten an den einzelnen Stationen betreut. Unter der Woche wird der Trainingsraum von 17 bis 18 Uhr zur Reha-Nachsorge von der Rentenversicherung genutzt. „Wir planen auch, den Raum künftig zur ambulanten Nutzung anzubieten“, sagt Nebert. Das bedeutet, dass Haus- oder Fachärzte ihren Patienten ein Rezept ausstellen können, womit diese sich dann an die Physiotherapeuten der Edith-Stein-Klinik wenden können. Und noch ein weiterer Personenkreis soll in den Genuss der hochmodernen Trainingsgeräte kommen: die Mitarbeiter der Fachklinik. „Unsere Mitarbeiter können diesen Raum jederzeit kostenlos nutzen, auch am Abend oder am Wochenende“, sagt Nebert. Vorbeugend sozusagen.

Ab Juli soll es 32 Kurzzeitpflege-Plätze geben

In den vergangenen Jahren habe sich im Bereich Reha viel verändert, so Nebert. „Früher kamen die meisten Patienten zu Fuß zu uns in die Klinik, heute werden zwei Drittel mit dem Krankenwagen gebracht“, berichtet der Kaufmännische Direktor. Grund sei, dass die Krankenhäuser die Patienten so schnell wie medizinisch verantwortbar entlassen würden. Was natürlich bedeutet, dass die Menschen länger in der Reha-Klinik bleiben müssen.

Auf die neuen gesellschaftlichen Herausforderungen reagiert die Edith-Stein-Klinik mit der Einrichtung einer Tagespflege. Es wird bereits kräftig gebaut. „Geplant ist, dass wir ab Juli 32 Kurzzeitpflege-Plätze anbieten können“, sagt Nebert. Es soll ein Zwischending zwischen ambulanter und stationärer Reha werden. „In diesem Bereich gibt es eine Marktunterdeckung. Wir erweitern so unsere Portfolie“, kündigt Nebert an.

x