Kreis Südliche Weinstraße
Bad Bergzabern: Aufträge für Offenlegung des Erlenbachs werden neu ausgeschrieben

Noch immer ein wenig geschockt sind die politisch Verantwortlichen in der Kurstadt von der Kostenexplosion bei der Erlenbach-Offenlegung im Kurpark. Derzeit liegt das Projekt auf Eis. In seiner ersten Sitzung diskutierte der neue Bauausschuss der Stadt über die weitere Vorgehensweise. Bis Mitte 2022 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Der für den Geschäftsbereich „Bauen und Planung“ zuständige Stadtbeigeordnete Rolf Enke (SPD) erinnerte an die Stadtratssitzung Ende Juni, in der eigentlich über die Vergabe weiterer Gewerke hätte entschieden werden sollen. Dazu kam es aber nicht, weil entweder von den Firmen keine Angebote abgegeben worden waren oder weil die Angebote die Kostenschätzung um teilweise mehr als 200 Prozent überschritten haben.
In der Zwischenzeit habe man sich mit den Geldgebern, das heißt mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) und der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD), abgesprochen, sagte Enke. Das bei Baubeginn mit Kosten von 3,7 Millionen Euro veranschlagte Projekt wird mit 90 Prozent vom Land bezuschusst. „Kostensteigerungen von bis zu 30 Prozent werden von ADD und SGD toleriert“, sagte Enke, „alles, was darüber geht, muss von der Stadt getragen werden, da hält der Zuschussgeber den Deckel drauf.“
Der Bauausschuss empfiehlt dem Stadtrat, die Ausschreibungen für die Rohrsanierung, die Bauwerke, den Durchlass Kneippstraße und das Bachbett aufzuheben. „Danach sind dann wieder die Architekten gefordert“, so Enke. Ziel soll sein, mehrere Baulose zusammenzufassen. Als Baulos bezeichnet man die Unterteilung eines Bauwerkes in mehrere Abschnitte. „Wir haben bisher relativ kleine Lose gehabt“, erläuterte Stadtbürgermeister Hermann Augspurger, „für jedes einzelne Los brauchen wir eine Baustelleneinrichtung, was immer zwischen 70.000 und 80.000 Euro kostet. Wenn wir mehrere Lose zusammenfassen, können wir Geld sparen.“
Ursprünglich war geplant, dass die Erlenbach-Offenlegung bis Mitte kommenden Jahres abgeschlossen sein soll. „Wir haben bei den Ausschreibungen gemerkt, dass die Zeit eine wichtige Rolle spielt. Bei vielen Unternehmen sind die Auftragsbücher bis Ende des Jahres voll. Wenn wir ihnen mehr Zeit einräumen, etwa im kommenden Jahr, dann haben wir größere Chancen, ein vernünftiges Angebot zu bekommen“, sagte Enke. Bis Ende Juni 2022 soll das Projekt aber auf jeden Fall abgeschlossen sein, legte sich der Ausschuss fest.
Ausbau Pestalozzi-Straße beginnt noch 2019
Hiltrud Moster-Schug vom Bad Bergzaberner Ingenieurbüro Teambau stellte im Ausschuss die Pläne für den Ausbau der Pestalozzistraße vor, hier geht es um den zweiten Bauabschnitt, und des Maxburgrings, in diesem Fall geht es um den ersten Teilabschnitt. Die geschätzten Kosten für den Ausbau der Pestalozzistraße liegen bei 450.000 Euro, für das Teilstück des Maxburgrings, von der Wein- bis zur Trifelsstraße, liegen sie bei 320.000 Euro. In beiden Fällen gibt es Geld aus dem Investitionsstock des Landes. „Voraussetzung ist, dass wir noch in diesem Jahr mit den Arbeiten beginnen“, sagte Moster-Schug. Dazu reiche es aber, demnächst die Ausschreibungen vorzunehmen.
Der Ausbau des zweiten Abschnitts der Pestalozzistraße orientiert sich am ersten Abschnitt. Wegen des Busverkehrs zum Schulzentrum ist es wichtig, dass die Straße breit genug ist, damit sich zwei Busse problemlos begegnen. Auch müssen die Gehwege mindestes 1,80 Meter breit sein, damit zwei Personen nebeneinander laufen können. Beim ersten Bauabschnitt wurde für die Straßenrinne Naturstein verwendet. Wegen des zu geringen Gefälles in diesem Abschnitt kommt Naturstein hier nicht infrage.
Der Vorschlag von Christian Albrecht (CDU), die Bordsteine zu erhöhen, um zu verhindern, dass Autos über den Gehweg fahren, fand keine Mehrheit. Wegen der vielen Grundstücksausfahren sei das schwierig, so Moster-Schug, „da würden wir eine Berg-und-Tal-Bahn bekommen“.
Unproblematisch ist der Ausbau des Maxburgrings. Der Ausschuss entschied sich für eine Variante mit genügend Pkw-Stellplätzen am Straßenrand. Die Autos sollen zum Teil auf dem Gehweg und zum Teil auf der Straße stehen. Das solle verkehrsberuhigend wirken, so die Meinung im Ausschuss.