Schweighofen RHEINPFALZ Plus Artikel B38-Sperrung: Anwohner von Umleitungsverkehr geplagt

Straßenschäden verschlimmern die Lärmbelastung in Schweighofen noch. Durch sie werden Lkw zu riesigen fahrenden Trommeln und Ras
Straßenschäden verschlimmern die Lärmbelastung in Schweighofen noch. Durch sie werden Lkw zu riesigen fahrenden Trommeln und Rasseln.

Die Sperrung der B38 zwischen Schweigen-Rechtenbach und Bad Bergzabern hat auch Auswirkungen auf Schweighofen. Dort rollt nun mehr Verkehr durch. Dass in der Hauptstraße derzeit Tempo 30 gilt, scheint die wenigsten Autofahrer zu interessieren.

Mit dem Verkehr zwischen Bad Bergzabern und Weißenburg hat Schweighofen eigentlich nichts zu tun – eigentlich. Weil die B38 zwischen der Kurstadt und Frankreich wegen des Baus eines neuen Geh- und Radweges gesperrt ist, rollen derzeit deutlich mehr Autos durch die Schweighofener Hauptstraße als gewöhnlich. Das bekommt Anwohner Dieter Glaser täglich hautnah mit. „Wir haben wegen der Baustelle den vier- oder fünffachen Verkehr“, sagt er. Für ihn und alle, die entlang der Hauptstraße wohnen, ist das eine Belastung, vor allem in Sachen Lärm.

Um die Schweighofener zumindest ein wenig zu entlasten, hat der Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Speyer von 25. Juli bis 2. September Tempo 30 in der Hauptstraße eingerichtet. Fahren die Autos langsamer, machen sie auch weniger Lärm – so die Theorie, die tatsächlich stimmt. Doch die Praxis sieht leider anders aus, wie Glaser berichtet. „Keiner fährt 30“, sagt er, „jeder brettert hier durch.“ Gesteigert werde die Lärmbelastung noch wegen der Straßenschäden, die vor allem Lkw zu großen fahrenden Trommeln und Rasseln machten. Was Glaser besonders ärgert: „Die Geschwindigkeit wurde noch nicht einmal kontrolliert.“ Wenn die Leute wüssten, dass ihnen nichts passiert, dann sei es ja klar, dass sie zu schnell fahren.

Kontrollen erst bei Beschwerden oder Unfällen

Dass Glasers Aussage stimmt, bestätigt Reiner Steigner von der Polizei Bad Bergzabern. „Wir hatten das bisher nicht in der Planung“, sagt er auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Natürlich sei in Schweighofen derzeit ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. „Bisher hat es aber noch keine Beschwerden und auch noch keine Unfälle gegeben.“ Aus Sicht der Polizei bestand bislang also kein Grund für eine Kontrolle.

Den Schweighofenern bleibt also zunächst nichts anderes übrig, als den Lärm zu ertragen. Immherin liegen die Arbeiten entlang der B38 im Zeitplan, wie der LBM mitteilt. Heißt: Die Sperrung – und damit auch die Umleitung durch Schweighofen – wird voraussichtlich noch bis Mitte September andauern. Anschließend wird der Verkehr auf der Bundesstraße einspurig mittels Ampel wieder laufen, bis der Radweg voraussichtlich Ende des Jahres 2022 fertig ist.

Bauprojekt schließt Lücke im Wegenetz

Ziel des Bauprojekts, dessen Kosten der LBM auf etwa 1,3 Millionen Euro beziffert, ist ein Lückenschluss im Wegenetz zwischen Schweigen-Rechtenbach und Bad Bergzabern. Die Arbeiten beschränken sich dabei auf eine rund zwei Kilometer lange Strecke zwischen dem Ortsteil Rechtenbach und der nördlichen Gemarkung Oberbotterbach. Aktuell wird am dritten von vier Bauabschnitten gearbeitet.

Mit dem neuen Weg kommt der Landkreis SÜW der Pendlerradroute, die eines Tages von Landau über Bad Bergzabern nach Weißenburg führen soll, einen Schritt näher. Dahinter steckt der Gedanke, mit einem gut ausgebauten Streckennetz mehr Menschen für den Umstieg vom Auto aufs Fahrrad zu motivieren. Bis die angedachte 35 Kilometer lange Trasse komplett fertig ist, werden noch einige Jahre vergehen. Ein Anfang ist aber auf jeden Fall schon einmal gemacht.

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