Meinung Bürgermeister-Rücktritt: Risse im roten Fundament

Blick auf das Billigheimer Stadttor: Der langjährige Bürgermeister der Ortsgemeinde hat seinen Rücktritt erklärt.
Blick auf das Billigheimer Stadttor: Der langjährige Bürgermeister der Ortsgemeinde hat seinen Rücktritt erklärt.

Dietmar Pfisters Rückzug aus Amt und Partei rüttelt auch an den Grundfesten der SPD in der Südpfalz.

Ist der Rücktritt des Billigheim-Ingenheimer Ortsbürgermeisters Dietmar Pfister ein Einzelfall – oder sollte es die SPD als stilles Alarmsignal begreifen? Lange waren die Sozialdemokraten in der Südpfalz ein Synonym für Geschlossenheit, Harmonie und Beständigkeit. Vor allem auch der ehemalige Landesvater Kurt Beck hielt über allem schützend die Hand. Doch mit dem Rücktritt von Dietmar Pfister und seinem SPD-Austritt wird deutlich: Die Fassade dieser Harmonie bekommt nun Risse.

Pfisters Entscheidung, das Amt als Ortschef vorzeitig niederzulegen und gleichzeitig seine Parteimitgliedschaft zu beenden, offenbart ein inneres Zerwürfnis. Das muss sich offenkundig über die Jahre aufgebaut haben – gespeist aus politischen Reibungen und einem rauen Klima, das zunehmend zermürbte. Die zurückhaltende Erklärung Pfisters lässt mehr Raum für Spekulation als sie Klarheit bietet. Zwischen den Zeilen wird jedoch deutlich: Der Rückzug war nicht nur privat motiviert.

Dass der Ortschef auch noch aus jenem Ortsverein austritt, dessen Vorsitz sein Sohn innehat und in dem Ministerpräsident Alexander Schweitzer einst seine ersten politischen Schritte machte, bringt eine tragische Symbolik mit sich: Die Partei, die einst wie eine Familie war, ist nicht mehr Pfisters Heimat.

Die SPD muss sich fragen, ob sie solche innerparteilichen Spannungen ignoriert. Wenn langjährige Mitglieder sich nicht mehr gehört fühlen, droht schleichender Verlust. Weiteres Ungemach droht: Das Amt des Bürgermeisters könnte den Sozialdemokraten in dieser zentralen Gemeinde der VG Landau-Land entgleiten. Auch in den anderen Fraktionen gibt es fähige Kandidaten. Der Verlust des Amtes wäre ein Novum, denn in Billigheim-Ingenheim standen seit dem Zusammenschluss der Gemeinde im Jahr 1969 ab 1971 nur Sozialdemokraten an der Spitze.

x