Kreis Südliche Weinstraße „Anders wäre ich gestorben“
Als Rosina Fritsch aus Rohrbach kürzlich ihre Schwester abholen wollte, um gemeinsam mit ihr ins Schwimmbad zu fahren, machte sie eine skurrile Entdeckung. Weil ihr Geschwisterlein sich noch schnell fertigmachen musste, schlenderte Fritsch über den neuen Rohrbacher Dorfplatz, der an das Haus ihrer Schwester angrenzt. Dort fand sie ein abgestelltes Damenrad, am Lenker war ein Papierblatt mit Klebestreifen fixiert. Darauf stand: „Falls das jemand liest! Polizei rufen!! Habe das Fahrrad geklaut!!! Standort des Fahrrads ist in Minderslachen, Römerstraße, vorletztes Haus, rechts in einer Garage. Ich hoffe, es kommt zum Besitzer zurück. Es tut mir leid, dass ich es genommen habe, aber anders wäre ich gestorben. Anbei liegen fünf Euro. Möchte meine Identität aufgrund der Polizei nicht preisgeben. Liebe Grüße, Mr. Unknown.“ Der hatte tatsächlich einen Fünf-Euro-Schein am Lenker festgeklebt, vielleicht eine Art Schmerzensgeld für seinen fiesen Fahrradklau. Fritsch nahm das Rad mit zu sich nach Hause. Ein paar Tage später setzte sie sich ins Auto und fuhr nach Minderslachen, um die Besitzerin des Fahrrads ausfindig zu machen. „Römerstraße, vorletztes Haus, rechts in einer Garage“ – so lautete die Angabe des Diebs. „Aber das ist schwer, denn es kann ja auf beiden Straßenseiten sein“, sagt Fritsch im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Dennoch klingelte sie sich an allen Häusern durch, die Leute wunderten sich schon. Doch die Suche blieb erfolglos. Sie meldete schließlich das gefundene Rad dem Fundbüro, doch bis jetzt hat sich niemand gemeldet, der den Drahtesel und die fünf Euro haben möchte. Schmitz fragt sich – und das zurecht – warum der Dieb gestorben wäre, hätte er das Rad nicht geklaut. Aber das wird wohl sein Geheimnis bleiben.