Kreis Südliche Weinstraße Albersweiler: Gemeinde kritisiert Gestank aus Asphalt-Mischwerk
Den Albersweilerern stinkt es gewaltig, und zwar wortwörtlich: Dabei geht es um das Asphaltmischwerk Rhein-Pfalz in der Eußerthaler Straße. Ortsbürgermeister Ernst Spieß (SPD) will einen erneuten Anlauf nehmen, um der ständigen Geruchsbelästigung, die von dem Werk ausgehe, Herr zu werden.
Das berichtete er in der Gemeinderatssitzung am Montag, der auch erstmals Verbandsbürgermeister Christian Burkhart (CDU) beiwohnte. Die Gemeinde habe schon vor Jahren versucht, etwas gegen die Geruchsbelästigung zu unternehmen, ohne dass sich etwas geändert habe, erklärte Spieß. Am schlimmsten sei der Gestank von 6.30 bis 9.30 Uhr, dann auch wieder am frühen Nachmittag. Der Rat war sich einig, dass der Geruch nicht so sehr beim Beladen des Asphalts auf Laster entstehe, sondern vielmehr während der laufenden Produktion. Bei der Inbetriebnahme des Werkes habe es geheißen, dass es sich um das modernste Werk seiner Art in Europa handele und keine Geruchsbelästigungen zu erwarten seien. „Das erwies sich als großer Trugschluss“, so Spieß. Die Intensität des Geruchs hänge auch von der Wetterlage und der Windrichtung ab. An manchen Tagen sei der Gestank sogar in Siebeldingen und Godramstein, mitunter sogar in Höhe der Kreisverwaltung am Ortseingang von Landau wahrzunehmen.
Ratsmitglieder wollen Liste führen
Langjährige Feriengäste wollten ihren Urlaub schon nicht mehr in Albersweiler verbringen, weil der Gestank nicht mehr auszuhalten sei, berichtete der Ortsbürgermeister. Einige Ratsmitglieder erklärten sich bereit, für die Dauer von drei bis vier Monaten Listen zu führen, um zu dokumentieren, an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten die Belästigungen auftreten. Auch einige Einwohner hielten bereits jetzt schriftlich Zeiten der Geruchsbelästigung fest, sagte Spieß. Diese Listen sollen an die Gewerbeaufsicht gegeben werden. Weiteres Thema: Einstimmig verabschiedete der Rat eine neue Kostenordnung für die Löwensteinhalle. Die Kosten steigen im Schnitt um 15 Prozent. Die Erhöhungen seien der Tatsache geschuldet, dass die Kreisverwaltung die Gemeinde aufgrund ihrer Haushaltslage angemahnt habe, ihre Einnahmen zu erhöhen, erklärte Ortsbürgermeister Spieß.
Rat lehnte Bewirtschaftungsplanentwurf ab
Mit Anton Gärtner aus Albersweiler und Harald Spieß aus Annweiler-Gräfenhausen wurden zwei weitere Feldgeschworene berufen. Auf dem Papier gibt es in Albersweiler zwar bereits acht Männer, die vor allem bei der Kennzeichnung von Grundstücksgrenzen und Flurstücken die Vermessungsämter unterstützen, zwei davon sind aber aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, das Amt auszuführen. Unter den anderen sechs befinden sich auch Winzer, die oftmals nicht die Zeit haben, die Arbeiten zu erledigen. Albersweiler ist der einzige Ort in der Verbandsgemeinde Annweiler, der das 500 Jahre alte Feldgeschworenenwesen noch aufrechterhält. Der Rat lehnte den Bewirtschaftungsplanentwurf für das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Pfälzerwald ab. Begründet hat der Rat die Zurückweisung mit den Punkten, welche die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in den Plan aufgenommen hat. Diese stimmten überhaupt nicht mit der Realität überein, hieß es im Rat. Es geht dabei auch um die Bewirtschaftung sogenannter Biotoptypen. Diese dürften sich künftig gegenüber ihrem jetzigen Zustand nicht verschlechtern, was in der Realität aber schon aufgrund verschiedener äußerer Umstände nicht zu gewährleisten sei.
Platane gefällt
Aufgrund einer Forderung der Kreisverwaltung muss in der Kita eine Brandschutztür eingebaut werden. Kosten: rund 7800 Euro. Die Verbandsgemeinde hat einen behördlichen Datenschutzbeauftragten bestimmt. Dieser soll sich auch um die Angelegenheiten der Ortsgemeinde kümmern, entschied der Rat. Am Kanal musste aus Sicherheitsgründen eine Platane gefällt werden. Der kranke Baum sei nicht mehr zu retten gewesen, informierte der Ortschef. In der Zweibrücker Straße wurde eine Laterne fast umgefahren. Der Verursacher konnte noch nicht ermittelt werden. Zur Person Als Ratsmitglied neu verpflichtet wurde Uwe Carius (CDU). Er folgt auf seine Parteikollegin Ute Rung, die nach fast 20 Jahren auf eigenen Wunsch ausschied.