Kreis Südliche Weinstraße 21 Artikel und 15 Spender

Morgen um 19 Uhr wird bei einem Festakt im Bürgerhaus Billigheim die Chronik von Siegfried Vater der Öffentlichkeit vorgestellt.
Morgen um 19 Uhr wird bei einem Festakt im Bürgerhaus Billigheim die Chronik von Siegfried Vater der Öffentlichkeit vorgestellt.

«Billigheim-IngenheimWas treibt Sie als Heimatforscher an zu Ihrem doch sehr zeitintensiven Hobby? Bleibt Ihnen überhaupt noch Zeit für andere Vorhaben? Zwischen der heutigen Situation und der Geschichte besteht immer ein Zusammenhang. Wer die Geschichte nicht kennt, kann deshalb die Gegenwart nicht vollends verstehen. Dies zu erforschen und die Puzzleteile zusammenzusetzen und auszuwerten, fasziniert mich. Damit wir heute und auch morgen noch wissen, warum es bei uns so ist, wie es ist. Und ja, für meine Nachforschungen und deren Auswertung brauche ich viel Zeit. Aber seit ich im Ruhestand bin, ist es damit etwas einfacher geworden. Billigheim gilt nachweislich als das älteste schriftlich genannte nachrömische Dorf der Pfalz. In Ihrem neuen Buch hinterfragen Sie die Ortsgeschichte. Gab es noch keine Literatur darüber? Die gibt es schon. Ich habe sie ausführlich erwähnt. Ortsgeschichte muss ständig fortgeschrieben werden. In meinem Buch habe ich die Geschichte von Billigheim tiefgründig erarbeitet und sowohl an der allgemeinen deutschen und der kurpfälzischen Geschichte festgemacht. Insbesondere an den Höhepunkten in der Ortsgeschichte in kurpfälzischer Zeit, als Billigheim im 15. Jahrhundert unter Friedrich I. dem Siegreichen zur Festung ausgebaut wurde, sowie unter Friedrich II. im 16. Jahrhundert bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges und der Franzosenkriege im 17. Jahrhundert. Viele meiner Recherchen beruhen auf den Aufzeichnungen von Friedrich Gundelwein. Er war anfangs des 20. Jahrhunderts aus Pirmasens nach Billigheim gekommen und war hier als Notar tätig. Er lebte bis Mitte der 50er-Jahre hier und ist Ehrenbürger von Billigheim. Gundelwein hat viele handgeschriebene Manuskripte über Billigheim verfasst und nie veröffentlichen können. Ich werde diese an die Archive weiter geben, damit seine wertvollen Hinweise weiter öffentlich genutzt werden können. Was wird Ihr neues Buch kosten? Wie viele Seiten haben Sie dafür gebraucht? Das Buch soll 17 Euro kosten. Es umfasst 21 Artikel auf 204 Seiten. Rund 15 Spender haben es mitfinanziert. Den gesamten Erlös aus Ihrem Ingenheimer Buch haben Sie seinerzeit dem gemeinnützigen Förderverein für die Johannes-Baptist-Kapelle in Appenhofen zur Verfügung gestellt. Das wird auch jetzt wieder so sein. Die Unterhaltung und Renovierung der Kapelle aus dem 15. Jahrhundert, die von beiden Konfessionen genutzt wird, kostet viel Geld. Gemeinde und Verbandsgemeinde unterstützen den Festakt, allen voran Verbandsbürgermeister Thorsten Blank und Ortsbürgermeister Dietmar Pfister. | Interview: Heide Brödel

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