Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Wolfstein: Wie Spiele unter 2G-Regel stattfinden

Wer die Spiele der TSG Wolfstein-Roßbach besuchen will, muss an der Einlasskontrolle vorbei.
Wer die Spiele der TSG Wolfstein-Roßbach besuchen will, muss an der Einlasskontrolle vorbei.

Im Dezember wurde die Fußball-Hauptrunde jäh unterbrochen. Denn nach Einführung der 2G-Regel auch auf Sportplätzen im Freien hatte der Verband einen freiwilligen Spielbetrieb beschlossen. Spielen wollte da zunächst kaum einer mehr. Nun stehen die ersten Testspiele an. In Wolfstein hat der erste Testlauf gut funktioniert.

Die Partie der TSG Wolfstein-Roßbach gegen den TuS Schönenberg ist schon gute 20 Minuten alt, 0:2 liegt das Heimteam bereits hinten, da schlendert ein Herr ans Tor zum Sportgelände: „Hallo, einmal kurz den Impfausweis zeigen bitte“, begrüßt ihn Axel Raudonat, der nach seinem Schiedsrichterdienst im Testkick der zweiten TSG-Mannschaft pünktlich zum Anpfiff der Ersten die Schicht als „Türsteher“ übernommen hat. Das Gelände ist vollständig umzäunt, wer rein will, muss am Tor vorbei, ein Biertisch steht dort quer. Auf dem Boden ist nebeneinander ein Zugang für Spieler, einer für Zuschauer markiert. „Einlasskontrolle“ steht auf einem an den Tisch gepinnten Schild. Bereitzuhalten sind ein Nachweis über den Impf- oder Genesenenstatus, eine ärztliche Bescheinigung, wenn die Impfung aus medizinischen Gründen nicht möglich ist, und der Personalausweis.

Der Mann nestelt das Smartphone aus der Jackentasche, zeigt ohne Diskussion das Zertifikat vor. „Alles klar, und bitte noch die Maske aufziehen.“ Ja, die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes herrsche auf dem gesamten Gelände, erklärt Raudonat noch schnell, nur wer etwas verzehrt, darf ihn absetzen. „Das ist auch etwas, das ich selbst an den Regeln kritisieren würde. Wo ist da der Sinn, im Freien auf einem weitläufigen Gelände Maske zu tragen? Aber wir haben uns das nicht ausgedacht, weil wir die Leute ärgern wollen, das steht so in der Verordnung“, erklärt Raudonat. Insgesamt, das hat er festgestellt, „haben wir keine Probleme. Die Leute halten sich an die Vorgaben“. Diskussionen am Eingang seien zumindest jetzt noch ausgeblieben.

(Fast) jeder hält sich an die Maskenpflicht

Ansonsten gilt: nach Möglichkeit Abstand halten und die Maske aufsetzen. In die Kabinen sollen die Teams nur in halber Mannschaftsstärke, sich nicht alle auf einmal umziehen. Auch die Duschen sollen von maximal drei Spielern auf einmal genutzt werden. „Wir weisen immer wieder auf die Regeln hin, haben überall Schilder aufgehängt, aber wir setzen auch auf die Verantwortung der Leute, dass sie sich daran halten“, gerade auch dann, wenn die Kabinentür ins Schloss gefallen ist.

Viel los ist am Sonntagnachmittag ohnehin nicht, als Zuschauer sind vor allem all jene geblieben, die zuvor in der Zweiten gegen die SG Föckelberg/Bosenbach 5:3 gewonnen haben. Etwa 40, 50 Leute stehen in dem weitläufigen Stadion, die meisten haben sich in der Nähe der Verkaufsbude eingefunden, stehen dort in kleineren Gruppen, unter Mannschaftskollegen, beisammen. Das Sportheim werde seit der Corona-Pandemie nicht mehr genutzt, berichtet Raudonat. Der Getränkeverkauf hat sich an die Bude verlagert. Die Maske wird auch hier fast ausnahmslos getragen, ein mancher dehnt von Zeit zu Zeit die Sekunden zum Nippen am Getränk ein wenig länger aus als nötig.

Kiebitze hinter dem Zaun

Es ist die erste Partie in Wolfstein, seit die 2G-Regel auch bei Fußballspielen gilt. Denn die TSG hat vor Weihnachten ihre noch ausstehenden Hauptrunde-Partien in der A-Klasse nicht mehr absolviert. Die Begründung für den freiwilligen Spielbetrieb vonseiten des Verbandes Anfang Dezember: Sie wollten den Vereinen Zeit geben, um den Mehraufwand stemmen zu können, und auch den bis dahin ungeimpften Spielern Gelegenheit geben, ihre Impfung nachzuholen, um kein Spiel zu verpassen. Bei den Rowos seien fast alle geimpft. Raudonat weiß aber auch, dass die Situation andernorts schlimmer ist, deutlich mehr Spieler aktuell nicht trainieren und spielen dürfen, weil sie ungeimpft sind. „Ich selbst habe da null Mitleid, wenn sich jemand nicht impfen lässt und dann bestimmte Sachen nicht machen kann. Auch bei uns im Team nicht, obwohl er dann sportlich fehlt. Das weiß jeder und hat sich dafür entschieden.“

Hinter dem Zaun, auf einem Spazierweg zwischen Sport- und Campingplatz bleiben ein paar Kiebitze stehen, schauen dem Treiben auf dem Rasen zu. Mit dem Pausenpfiff sind sie verschwunden. „Wer hinter dem Zaun steht, das kontrollieren wir nicht“, sagt Raudonat. Ob da jemand die Gelegenheit nutze, um ein Plätzchen mit Sicht auf den Rasen zu ergattern, der die 2G-Regel nicht erfüllt, lasse sich nicht völlig ausschließen. Dabei ist die TSG Wolfstein-Roßbach im Vergleich zu vielen anderen Vereinen in der Umgebung noch in einer komfortablen Situation: „Wir haben hier das Glück, dass wir komplett einen Zaun drum rum haben, mir fällt auf Anhieb kaum ein anderer Verein ein, bei dem das so ist. Die werden bei den Kontrollen auch deutlich mehr Freiwillige brauchen“, weil sie nicht nur an einem zentralen Eingang stehen müssen.

Unterdessen hat sein Team ausgeglichen. Am Ende heißt es 3:5. Trotz aller Auflagen ist Raudonat wie wohl alle Spieler des Vereins „einfach froh, dass wir überhaupt kicken dürfen, und wir hoffen, dass wir das auch weiterhin können“ – unter 2G-Regel, aber immerhin.

„Getrennte“ Eingänge für Spieler und Zuschauer. Doch Gedränge herrschte am Sonntag auf dem Gelände ohnehin nicht.
»Getrennte« Eingänge für Spieler und Zuschauer. Doch Gedränge herrschte am Sonntag auf dem Gelände ohnehin nicht.
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