Kreis Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Wochenendkolumne „Nebenbei bemerkt...“ zu Konzepten und Rechtsauslegern

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Teure Besprechungen

Ganz offen: Das Lesen vieler Verwaltungsvorlagen ist nicht vergnügungssteuerpflichtig. Es hagelt bürokratische Ausdrücke und gestelzte Formulierungen – und das oft zu Themen, die nun unterhaltungstechnisch auch nicht gerade vom Hocker reißen. Doch, das sei eingeräumt, das muss halt zuweilen sein.

Ab und an aber kämpft man sich durch solche drögen Texte und entdeckt etwas, bei dem einem dezent die Augenbrauen nach oben entgleiten. So geschehen in dieser Woche im Hauptausschuss der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan in der Sitzungsvorlage zum Tagesordnungspunkt „Erstellung eines örtlichen Hochwasser- und Starkregenkonzeptes für die Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan“. Das ist übrigens ziemlich genau das Gleiche, was die Ortsgemeinde Kappeln gerade von ihrer Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein fordert.

Zurück zur Vorlage, die sich streng nach Vorschrift drei Seiten lang durch Formalien hangelt. Interessant ist allerdings, was man da so en passant vom Ingenieurbüro erfährt. Dieses hat ein Angebot vorgelegt, wonach ein solches Hochwasserschutzkonzept mit allem Drum und Dran 166.076,40 Euro kosten würde. Eine Menge Geld.

Es ginge aber auch billiger, hat das Büro gleich noch mitgeteilt. Man könne das Konzept auch für 159.650,40 Euro erstellen – unter der Voraussetzung, dass nur fünf statt zehn Besprechungen „mit weiteren Beteiligten“ angesetzt würden. Das sind 6426 Euro weniger für fünf Besprechungen. Oder 1285,20 Euro pro Besprechung.

Wir denken nun ernsthaft über eine Umschulung nach.

Hatte da jemand Hausarrest?

Mit einer gewissen Zufriedenheit haben wir die kurzfristige Absage der Extremistenpartei „Die Rechte“ am Donnerstag zur Kenntnis genommen. Was die ausgerechnet in Kusel wollten? Keine Ahnung. Vielleicht wollte der Organisator nicht allzu weit von zu Hause weg. Der wohnt nämlich in Wöllstein nahe Alzey.

Froh sind wir auch, weil das, was da aufmarschieren wollte, wirklich harte Kost ist. Das sind nicht einfach nur ein paar Verwirrte. Gegen die ist sogar die AfD eine Linkspartei. Dass trotz der Absage und trotz Nieselregens rund 100 Bürger zur Alternativkundgebung kamen, ist daher ein gutes Zeichen, dass Kusel solchen Hardcore-Rechten die Bühne nicht ohne Widerstand überlässt.

Aber: Eines würde uns noch interessieren. Welche „privaten Gründe“ haben zu der kurzfristige Absage geführt? War den Rechtsrechtsaußen das Wetter zu ungemütlich? Hat einer des halben Dutzends von seinen Eltern Hausarrest bekommen? Oder war die ganze Sache ohnedies nur darauf ausgelegt, ein bisschen Unruhe zu schüren, ohne wirklich antreten zu wollen?

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