Kreis Kusel Wildunfälle mit Rehen sollten unbedingt gemeldet werden
„Gerade jetzt wird es wichtig, nach einem Wildunfall der Polizei Bescheid zu sagen und möglichst den Jagdpächter zu informieren. Vielleicht gehört ja ein Kitz zu dem beim Unfall getöteten Reh“, sagt Bernd Klinck. Alleine habe ein so junges Kitz kaum Überlebenschancen. Jäger könnten bei toten Rehen mit fachkundigem Blick erkennen, „ob Milch da ist. Dann wissen wir, dass wir ein Kitz suchen müssen.“ Wenn die Suche erfolgreich sei, könne das Kitz von Menschen mit der Flasche hochgepäppelt werden, sagt Klinck.
Für das Jahr 2023 hatte beispielsweise alleine die Polizeiinspektion Lauterecken in ihrem Zuständigkeitsbereich rund 500 Wildunfälle verzeichnet. Doch der Kreisjagdmeister geht davon aus – wie die Polizei selbst auch –, dass es deutlich mehr Wildunfälle gibt. Viele der Kollisionen würden schlicht nicht gemeldet. Dabei sei das aus dem genannten Grund gerade jetzt wichtig.
Blaue Reflektoren sollen Wildunfällen vorbeugen
Klinck und die Kuseler Jäger setzen in Sachen Wildunfallvermeidung weiter auf die blauen Reflektoren an Leitpfosten: „Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht. Selbst wenn das Reh nicht immer abgeschreckt wird, sind die Reflektoren eine gute Erinnerung für Autofahrer, dass hier Wildwechselgefahr herrscht.“ Laut Klinck sind entlang der Strecken, die mit den blauen Reflektoren ausgerüstet sind, die Unfallzahlen zurückgegangen. „Solange wir noch Reflektoren haben, schrauben wir die weiter dran, danach müssen wir mal sehen“, denn die teilweise vom Landkreis und teilweise von den Jägern finanzierten Teile seien allmählich alle verbaut. Für manche Streckenabschnitte mit Wildwechselgefahr habe es außerdem Spenden für die Reflektoren aus Ortsgemeinden oder von Vereinen gegeben, so Klinck.