Altenglan
Wieso ein Stück Glanwiese begradigt, geschottert und mit Aluplatten ausgelegt wird
Seit einigen Tagen wird auf einer Wiese an der B420 bei Patersbach gearbeitet: Baumaschinen sind dort im Einsatz, um die Fläche einzuebnen und zu verdichten. Das Grün der Wiese ist entlang der Bundesstraße bereits verschwunden, und am Dienstag ist ein Zaun samt Blickschutz aufgestellt worden. Auf der Wiese wird ein Umladeplatz errichtet, sagt Yvonne Draudt-Awe, Ortsbürgermeisterin von Altenglan, auf Nachfrage und verweist auf die BayWa r.e. Wind GmbH als Ansprechpartner.
„Das ist korrekt. Wir errichten aktuell einen Umladeplatz, um hier Großkomponenten für den Windpark Altenglan zwischenzulagern, die nicht direkt in den Windpark gefahren werden können“, bestätigt Tanja Schneider-Diehl, Senior Manager Marketing and PR des Unternehmens. Der Platz sei vor allem für die Zwischenlagerung der 81 Meter langen Rotorblätter vorgesehen, soll rund 12.000 Quadratmeter groß werden. Die XXL-Bauteile werden auf Schwerlasttransportern über die Bundesstraße zum Umladeplatz gebracht. Schneider-Diehl: „Die Rotorblätter werden von hier mit einem sogenannten Selbstfahrer in den Windpark transportiert.“ Der Selbstfahrer – auch blade lifter genannt – ist ein Spezialgerät für den Transport der langen Rotorblätter.
Die Strecke vom Umladeplatz bei Patersbach bis zu den Windkraftanlagen auf der Höhe Richtung Welchweiler ist zwischen vier und fünf Kilometer lang. Gerade laufen auch die Arbeiten an einer „temporären Zuwegung als Verbindungsstück von der L367 auf die L368“. Diese Verbindung beim Altenglaner Schwimmbad sei nötig, um den Transport der Rotorblätter über die L 368 in Richtung Welchweiler zu ermöglichen.
Begradigt, geschottert und mit Aluplatten ausgelegt
Damit die Komponenten der Windkraftanlage sicher gelagert werden können, bevor sie weiter in den Windpark transportiert werden, sei es notwendig, eine stabile Lagerfläche herzustellen. Schneider-Diehl erklärt: „Hierfür wird die Fläche komplett begradigt, zum Teil geschottert und zusätzlich teilweise mit Aluplatten ausgelegt. Die Ein- und Ausfahrt wird ebenfalls entsprechend ausgebaut, um einen Schmutzeintrag auf die Landstraße durch die Transportfahrten zu vermeiden.“ Für die Lagerfläche der Rotorblätter würden zusätzlich hochwassersichere Auflager gebaut, die die Rotorblätter im Falle eines Hochwassers über dem maximal zu erwartenden Wasserspiegel lagern.
Die Transporte dieser sogenannten Großkomponenten über die A62 und die B420 werden voraussichtlich Anfang Juni starten, so die Pressesprecherin, die ankündigt, dass dann vorab gesondert informiert werde.
Fläche wird komplett zurückgebaut
Laut Schneider-Diehl wird die Fläche für den Umladeplatz nur temporär benötigt „und deshalb direkt nach der vollständigen Errichtung der beiden Windenergieanlagen voraussichtlich im August oder September wieder komplett zurückgebaut und in ihren ursprünglichen Zustand versetzt“. Die Fläche sei nur für den Windpark Altenglan vorgesehen, nicht für etwaige weitere noch zu errichtende Windkraftanlagen in der Region. Sie werde „wie beschrieben temporär errichtet und nach Errichtung des Windparks wieder zurückgebaut. Die Fläche kann nur mit erneuter Genehmigung durch uns oder andere Firmen wiederhergestellt werden“, so Schneider-Diehl. Auch der Verbindungsweg in der Nähe des Schwimmbads zwischen Friedelhauser Straße und Welchweiler Straße wird nach dem Bau der Windenergieanlagen wieder verschwinden.
Und was kostet das alles? Die Antwort fällt knapp aus: „Keine Angaben“, heißt es dazu aus Braunschweig, wo das Unternehmen sitzt.
Zur Sache: Windpark Altenglan
Die BayWa r.e. Wind GmbH will im Windpark Altenglan zwei Windenergieanlagen errichten. Eine davon steht laut Projektbeschreibung auf Privateigentum in der Gemarkung Altenglan und eine auf Eigentumsflächen der Ortsgemeinde Bedesbach in der Gemarkung Bedesbach. Die Entfernung zur nächstgelegenen Ortsgemeinde Welchweiler beträgt rund 1300 Meter, nach Friedelhausen und Altenglan jeweils gut 1900 Meter. Die Windkraftanlagen des Typs Vestas V162 sollen eine Nennleistung von je 6,2 Megawatt haben. Bei einer Nabenhöhe von 169 Metern und einem Rotorradius von 81 Metern wird die Gesamthöhe der Anlagen je 250 Meter betragen. Wie das Unternehmen mitteilt, schalten sich die beiden Anlagen ab einer Windgeschwindigkeit von drei Metern/Sekunde ein und werden „mittels eines Mikroprozessorsystems an die jeweilige Windgeschwindigkeit angepasst“. Ab einer Windgeschwindigkeit von 24 Metern/Sekunde schalten sich die Anlagen ab.