KUSEL RHEINPFALZ Plus Artikel Wieso derzeit lange Rohre im Kuselbach verlegt werden

Durch die rund zwei Kilometer lange Behelfsleitung wird das Abwasser aus der Innenstadt und aus umliegenden Orten zur Kuseler Kl
Durch die rund zwei Kilometer lange Behelfsleitung wird das Abwasser aus der Innenstadt und aus umliegenden Orten zur Kuseler Kläranlage geleitet.

Lange, 40 Zentimeter dicke Rohre werden derzeit im Industriegebiet zu einer Leitung zusammengefügt und in den Kuselbach gelegt. Eine Behelfsleitung. Durch sie fließt die nächsten zwei Monate das Abwasser Tausender Kuseler Haushalte.

Auf einer Länge von knapp zwei Kilometern, zwischen der Innenstadt und der Kuseler Kläranlage, wird der Abwasserkanal saniert. Die Arbeiten dauern rund zwei Monate. So lange wird das Abwasser der betroffenen Haushalte durch das von einem Unternehmen aus Sachsen-Anhalt verlegte Provisorium geleitet.

Einige Bürger, die die Arbeiten beobachtet hatten, machten sich Sorgen. Sie fragten bei der Verbandsgemeinde (VG) Kusel-Altenglan nach, ob denn das Abwasser künftig in den Kuselbach geleitet wird, schildert Roger Schmitt. Der hauptamtliche Beigeordnete der VG habe diese Befürchtung aber schnell entkräften können. Das Abwasser komme mit dem Kuselbach überhaupt nicht in Berührung. Im Bach werde lediglich die Behelfsleitung verlegt, da das Abwasser der Stadt und einiger umliegender Orte – zum Beispiel Schellweiler – zur Kläranlage geleitet werden muss.

Kosten: rund 1,1 Millionen

Die Sanierung des Abwasserkanals sei dringend notwendig gewesen, da „der Kanal uns in den vergangenen Jahren viele Sorgen bereitet hat“, berichtet Schmitt. Die VG sei gesetzlich dazu verpflichtet, die Leitungen alle zehn Jahre zu untersuchen. Dabei seien wiederholt enorme Schäden festgestellt worden, die behoben werden mussten, um das Einsickern von Abwasser ins Erdreich zu verhindern, sagt Schmitt. Entstanden seien die Schäden durch sich in den mehrere Jahrzehnte alten Kanal drückende Wurzeln und durch den Straßenverkehr verursachte Erschütterungen.

Nun steht die Sanierung des Kanals an. Dabei wird nach den Worten Schmitts ein „Inliner-Verfahren“ angewendet. Das beschädigte Kanalrohr wird also nicht ersetzt, sondern ein neues Rohr eingezogen. So funktioniert’s: Ein in Kunstharz getränkter Schlauch wird in das beschädigte Rohr geführt. Das Harz härtet aus, wodurch die beschädigten Stellen abgedichtet werden. Auf diese Weise könne man den Kanal deutlich kostengünstiger und vor allem auch schneller sanieren als bei einem kompletten Austausch der Rohre, so Schmitt. Die rund zwei Monate dauernden Arbeiten kosten rund 1,1 Millionen Euro. Für neue Schächte würden nochmals 110.000 Euro fällig, ergänzt der Beigeordnete.

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