Nussbach RHEINPFALZ Plus Artikel Wie die Grundschule Nußbach verschönert wird

Die Grundschüler haben auch selbst Hand angelegt – hier beim Einzeichnen eines Fußballfeldes auf dem Pausenhof.
Die Grundschüler haben auch selbst Hand angelegt – hier beim Einzeichnen eines Fußballfeldes auf dem Pausenhof.

Unter dem Motto „Unsere Schule soll schöner werden" sind an der Grundschule Nußbach seit 2017 viele Projekte in Eigenregie angepackt worden. Ein Grünes Klassenzimmer, eine Reckanlage im Freien und einiges mehr bereichert den Schulalltag. Weitere Aktionen sollen folgen.

57 Schüler besuchen die vier Klassen der Grundschule Nußbach. Diese ist ruhig gelegen, hat ein großes Außengelände und ist digital sehr gut ausgestattet. Ideen für Verbesserungen finden sich dennoch immer wieder. Statt lange zu lamentieren, wird mindestens einmal jährlich angepackt. Lehrer, Eltern und Schüler arbeiten an Samstag-Aktionstagen Hand in Hand, um mit „viel Spaß Dinge voranzubringen“, berichtet der Fördervereinsvorsitzende Joachim Demmerle. „Oft sind es einfache Sachen, die weiterbringen“, sagt er.

Viel Neues und Gutes ist entstanden an der Schule, die im Jahr 2016 noch knapp vor der Schließung stand. Heute sei eine Schließung kein Thema mehr, versichert Schulleiter Philipp Schwarz, der seit 2020 an der Schule tätig ist.

Manchmal reichen Pinsel und Farbe – doch nicht immer

Ein Beispiel für das Engagement: Bodenplatten wurden angehoben, damit die Kinder mit ihren Fahrzeugen ungehindert über den Schulhof sausen können. Ein Weiteres: Linien wurden auf dem Hof eingezeichnet . Zuerst nur für die Fahrradprüfung, damit diese nicht mehr mit viel logistischem Aufwand in Lauterecken durchgeführt werden muss, sondern im gewohnten Umfeld der Schüler. Dann kam die Idee auf: Auch ein Fußballfeld könnte eingezeichnet werden – kleiner Aufwand, aber für die Fußballfans ein großer Gewinn.

Doch nicht immer ist es mit Pinseln getan. Schweres Gerät wurde nötig, als das Grüne Klassenzimmer aus Stammholz entstand. Viel sei mit Eigeninitiative möglich, bestätigt auch der Schulleiter. Ideengeber seien meist die Kinder, die sich die Reckanlage, eine Slackline zum Balancieren und eine Kletterwand gewünscht haben.

„Wir haben einfach viel Spaß gemeinsam“

Ganz zu Beginn der Arbeitseinsätze seien die Eltern noch skeptisch gewesen, doch das habe sich schnell geändert. Alle hätten bei den Arbeiten viel Spaß und seien stolz, etwas an der Dorfschule bewegt zu haben. Einige Eltern seien selbst dann noch engagiert, wenn ihre Kinder die Schule bereits verlassen haben – darunter auch Demmerle, dessen Jüngster mittlerweile schon im Teenageralter ist. Dennoch ist der Hefersweilerer seit 2016 Fördervereinsvorsitzender sowie eine der treibenden Kräfte. „Das machte von Anfang an Spaß, das Umfeld ist toll, die Gemeinschaft super“, erklärt er. Zudem sei Konstanz wichtig und man sei in guten Fahrwassern.

„Wir haben einfach viel Spaß gemeinsam. Und in Eigenregie Projekte voranzutreiben, lohnt sich“, betont Schulleiter Schwarz. Recht unbürokratisch, wenn auch in Absprache mit dem Träger, der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein, wird dann oft gleich an mehreren Stellen gewerkelt. Genug zu tun für Klein und Groß findet sich immer. Die Schüler haben einen konkreten Nutzen, die Gemeinschaft wird beim Arbeiten gestärkt und es seien meist zwischen 30 und 40 Helfer bei den Aktionen anwesend. Selbst während der Corona-Pandemie wurden in Kleingruppen Arbeiten erledigt – beispielsweise Beerensträucher und Obstbäume gepflanzt, später bekamen die Kinder dann noch ein passendes Häuschen für Gießkannen und Gartenutensilien.

Parkett in der Turnhalle könnte nächstes Projekt sein

Nicht nur Projekte, die sich teils in den Unterricht integrieren lassen werden realisiert, auch die Außenfassade wurde schon gestrichen oder in den Klassenräumen Wände ausgebessert, um das Schulhaus auch optisch in Schuss zu halten. Als Nächstes könnte das Parkett in der Turnhalle abgeschliffen und neu versiegelt werden. „An sich ist die Halle sehr gut ausgestattet“, sagt Schwarz.

Doch auch mit noch so viel Engagement und Eigenleistung ist nicht alles möglich. Der überdachte Bereich vom Schuleingang zur Turnhalle, ausgestattet mit Kletterwand und Co, wäre mit einer Verglasung bei schlechtem Wetter in den Pausen besser zu nutzen. Doch soweit wird es erstmal nicht kommen. „Das Geld ist hier der limitierende Faktor“, bedauert Schwarz.

Der während der Corona-Pandemie angelegte Beerengarten wird weiter rege genutzt.
Der während der Corona-Pandemie angelegte Beerengarten wird weiter rege genutzt.
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