Kusel Westpfälzisches Sinfonieorchester: Konzertabend voller Höhepunkte

Wegen der Gewitterwarnung wichen die Musiker in die Fritz-Wunderlich-Halle aus.
Wegen der Gewitterwarnung wichen die Musiker in die Fritz-Wunderlich-Halle aus.

Mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart hat das Westpfälzische Sinfonieorchester unter Leitung von Thomas Germain am Sonntagabend das Publikum in Kusel begeistert. Vor allem Solistin Tanja Carita Ikonen spielte sich mit der Klarinette in die Herzen der Konzertbesucher.

Die Musik von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) ist einfach wohltuend – gerade nach einem Tag mit „Affenhitze“ wie am Sonntag vermag sie zur Entspannung beizutragen. Zahlreiche Mozart-Freunde waren dem Musikverein Kusel dann auch in die Fritz-Wunderlich-Halle gefolgt, nachdem die Musiker – Gewitterwarnungen im Blick – kurzfristig den Ort des Serenadenkonzertes von Burg Lichtenberg in die sichere Halle verlegt hatten. Sicher hätte die Burg das schönere Ambiente geboten, und auch in der Halle war es noch recht warm, doch ein plötzlicher Schauer hätte den Musikgenuss rasch gestoppt, so die Bedenken des Orchesters.

So war der Genuss an diesem Abend ungetrübt und durchweg hoch. Dafür sorgte vor allem auch Tanja Carita Ikonen. Die aus Finnland stammende erfolgreiche Klarinettistin und Dirigentin spielte Mozarts einziges Klarinettenkonzert (KV 622), zugleich eines der letzten Werke des Wiener Klassikers, das kurz vor seinem Tod uraufgeführt wurde und immer noch sehr beliebt ist. Vor allem der Melodienbogen im langsamen, zweiten Satz dürfte vielen bekannt sein – wenn man etwa an Meryl Streep und Robert Redford in dem Film „Jenseits von Afrika“ denkt. Im blau-weißen Folklore-Kleid wiegte sich Ikonen zu der scheinbar einfachen Melodie des Adagio, das in seiner dreiteiligen Liedform so lyrisch anrührend klingt. Die Solistin spielte mit freudigem Ausdruck und virtuos zugleich in perfektem Wechselspiel mit dem Orchester. Sehr fröhlich und beschwingt klang im Anschluss das tänzerische Rondo zum Solo-Finale im 6/8-Takt.

Sympathische Solistin

Als Applaus aufbrandete, formte Ikonen ihre Finger zu einem Herz und zeigte in Richtung des Orchesters. Überhaupt strahlte sie große Nähe und Wärme aus, umarmte Konzertmeisterin Diana Germain und übergab den eigentlich ihr zugedachten Blumenstrauß an den Vorsitzenden des Musikvereins, Yannick Ranker (Bratsche). Als Zugabe kam das Publikum in den Genuss eines hübschen finnischen Volksliedes. Ihr weicher, schöner Klang kam in der Halle akustisch gut zur Geltung – vielleicht sogar besser, als es bei einem Freilichtkonzert auf der Burg hätte sein können.

Kontakt zu der finnischen Klarinettenvirtuosin und ihrer Musikschule besteht seitens der Musikschule Kuseler Musikantenland schon seit mehreren Jahren, wie deren Leiter, Thomas Germain, berichtet. Im Rahmen einer Partnerschaft habe es auch schon Reisen gegeben, das Orchester aus Finnland sei auch schon in der Region aufgetreten.

Drama und Witz

Weiterer Höhepunkt war die Symphonie Nr. 41 in C-Dur (KV 551), zugleich die letzte Symphonie Mozarts, auch unter dem Titel „Jupitersymphonie“ mit ihrem polyphon sprühenden Finale bekannt. Mit Pauken und Trompeten kamen die vier Sätze daher, reichlich Drama, auch Witz schmückt die Komposition, die am Ende nur schwer zum Finale findet und für einen ausgeglichenen Klang höchste Ausdauer der Musiker verlangte.

Den Auftakt des Serenadenkonzertes markierte dagegen ein frühes Werk Mozarts, die bereits 1773 komponierte Symphonie Nr. 26 in Es-Dur (KV 184). Deren drei Sätze sind im Stil einer italienischen Ouvertüre komponiert und bieten vielerlei Überraschungen. So auch die Coda im ersten Satz molto presto, in welcher die Klänge fast im Pianissimo verschwinden, bevor das Orchester ohne Pause in das Andante übergeht.

Nach knapp zwei Stunden Musikgenuss war es Zeit für eine Zugabe. Auch hier setzte Germain auf Mozart, und hinterließ wohl bei einigen ein kleines Rätsel auf dem Nachhauseweg in die Sommernacht. Die so bekannte Melodie, fast ein kleiner Ohrwurm, entstammte der Serenade Nr. 13 für Streicher in G-Dur (KV 525). Besser bekannt ist das Stück freilich als „Eine kleine Nachtmusik“, aus der das Orchester zum Abschluss das Rondo spielte.

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