Lauterecken
Weihnachtsmarkt im und ums Schloss: Ein Spiegel der Kreativität
Weihnachtsmärkte sind ein Spiegelbild dessen, was es an kreativen Menschen und aktive Vereinen in der Region gibt. Das Lauterecker Fest am Samstag war da keine Ausnahme und wartete mit der besonderen Atmosphäre mit Blick aufs und vom Veldenzschloss auf. So viel los war in dem alten Gemäuer lange nicht und die Terrasse beliebter Anlaufpunkt: hoch überm Gedränge der perfekte Platz für ein Foto, im Hintergrund die evangelische Kirche, unten Menschen, Lichter, Buden.
Kaffee und Kuchen im großen Saal, Kreatives und Leckeres im Blüchersaal, wo früher Gastwirtschaft und Tankstelle beheimatet waren. Und ganz unten der erstmals beim Weihnachtsmarkt zugängliche und mit Ausstellern ausgestattete Gewölbekeller: Durch einen schmalen, niedrigen Durchlass geht es hinein, wo unterm Kreuz-Rippen-Gewölbe und auf Steinplatten aus dem 14. Jahrhundert – darüber informiert Stadtführer Dieter Drumm bei einem Rundgang – eine ganz besondere Atmosphäre herrscht.
Farbenfrohes und Selbstgemachtes
Anja Börne aus Kirrweiler hat eine riesige Auswahl von Steinen und Perlen dabei, die sie sonst auf ihrem Perlenhof anbietet. Winter ist das Metier von Isabel Sauer aus Rammelsbach: Sie bietet Angorawolle an – auch dieser Stand lockt mit einem farbenfrohen Angebot, mit selbstgestrickten Socken und Mützen. Sie beginne gerade erst, ihre Ware auf Märkten anzubieten, berichtet Sauer, sonst wird die wärmende Wolle und Wäsche im weltweiten Netz angeboten.
Von noch weiter her angereist und mit noch bunterem Angebot vertreten ist Mihaela Herrmann. Die Frau aus der Nähe von Baden-Baden hat extra für den Lauterecker Weihnachtsmarkt in den vergangenen beiden Monaten eine große Auswahl an bemalten Steinen und Christbaumanhängern produziert. „Ich muss Farbe haben“, sagt sie zu ihrem farbintensiven Angebot. Handgefertigtes hatte auch Annette Haist dabei: Schmuckstücke aus silbernen Löffeln und Gabeln.
Sicherer Umgang mit der Flamme
Sie waren weder unter- noch überirdisch die einzigen Kreativen. Ihren ersten Weihnachtsmarkt-Stand bestückte Sibylle Vogel aus Lauterecken mit handgemachter Keramik. Die ehemalige Krankenschwester baut sich gerade ein neues Standbein damit auf, kann sich gut vorstellen, bald Kurse für Erwachsene ebenso wie für Kinder zu geben. Ihren Traum vom eigenen Laden hat Lena Weber bereits vor einigen Monaten verwirklicht und präsentierte eine Auswahl vor allem der Kleidung für Kinder unterm Pavillon direkt neben ihrer Nähwerkstatt am Veldenzplatz.
„Bissje danze, bissje mim Hinnere rechts und links, schon werd’s wärmer“, riet Musiker Mario Gilcher, der am Abend im Holzhüttchen vorm Fachwerk-Restaurant zur Gitarre griff. Doch bei Glühwein und -gin und den vielen Besuchern waren die Temperaturen gar kein Problem. Gekonnt wendeten die Jungs von der Jugendfeuerwehr alte gusseiserne Waffeleisen mit „Grumbeerwaffele“ auf den Gasflammen – ganz unaufgeregt angesichts vieler hungriger Wartender eben jenes präsentierend, was sie im Einsatz brauchen werden: sicheren Umgang mit dem Feuer und Ruhe im Sturm. Hier waren die Bratwürstchen ausverkauft, dort hieß es für Flammkuchen-Fans: eine Stunde Wartezeit. Alles weniger ärgerlich als vielmehr ein Zeichen, wie gut besucht der Lauterecker Weihnachtsmarkt war.