Odenbach
Wanderausstellung in der ehemaligen Synagoge
Auf zehn großformatigen Ausstellungstafeln hat der Förderverein der Synagoge mit Hilfe des Kurators Joachim Bäcker von der Evangelischen Erwachsenenbildung im Dekanat an Alsenz und Lauter die jüdische Geschichte in Odenbach und Umgebung festgehalten. Schwerpunkte bilden die Geschichte der Synagoge und das jüdische Leben in Odenbach und Lauterecken. Jüdisches Leben in der Nordkreisgemeinde hat eine Geschichte, die bereits vier Jahrhunderte zurückreicht. Es war ein einträchtiges Zusammenleben, das 1938 von den Nationalsozialisten zerstört wurde.
Eine Ausstellungstafel widmet sich dem Novemberpogrom, dem Ende der jüdischen Kultusgemeinde in Odenbach: Am 9. und 10. November wurde die Inneneinrichtung der Synagoge zerstört, die Thorarollen verbrannt. Noch heute sind in den Resten des Thoraschranks Beilspuren zu erkennen. Die jüdische Bevölkerung wurde entrechtet und in großen Teilen in den Tod getrieben. Das Gebäude blieb wohl nur wegen der engen Bebauung erhalten. Wegen der Gefahr, dass bei einem Brand nicht nur jüdisches Eigentum zerstört worden wäre. Seit dem Zweiten Weltkrieg war das Gebäude in Privatbesitz, diente als Lager und verfiel, bis wertvolle Wand- und Deckenmalereien gefunden wurden. 1988 wurde der Förderverein gegründet, der sich für den Erhalt der ehemaligen Synagoge einsetzt.
Viele Familiengeschichten
Ein weiterer Bestandteil der Ausstellung ist die Darstellung von Familiengeschichten von Odenbachern und Lautereckern. Darunter jene der Familie Brück, die in Odenbach ein gutes Leben führte, bis in den frühen 1930er Jahre Antisemitismus und Hass aufkeimten. Auch Begegnungen mit Nachkommen der jüdischen Bevölkerung der Region sind Teil der Ausstellung und ein Punkt der Arbeit des Vereins. Aus allen Teilen der Welt seien schon Menschen gekommen, um mehr über das Schicksal ihrer Vorfahren in der Region zu erfahren.
Noch steht nicht fest, wann und wo die Wanderausstellung noch zu sehen sein wird, aber Banken, Kirchen, Verwaltungen und Schulen in etwa 15 bis 20 Kilometern Umkreis wären gute Präsentationsmöglichkeiten, sind sich die Vorsitzende Ursula Woehl und ihr Mann Rupertus sicher. Ziel der Ausstellung sei, zum Nachdenken anzuregen, das jüdische Andenken zu bewahren, die Demokratie zu stärken und rechtspolitische Tendenzen etwas entgegenzusetzen.
Besichtigungen möglich
Weitere Veranstaltungen seien für dieses Jahr nicht geplant, auch wenn bereits mehrere Künstler angefragt hätten. Das Gebäude sei einfach zu klein, Konzerte deshalb nur schwer umsetzbar. Für das kommende Jahr hofft Woehl auf noch mehr Normalität. Besichtigungen samt Führung seien aber auch unabhängig von der Wanderausstellung wieder möglich.
Info
Ausstellungseröffnung am Samstag, 11. September, um 14 Uhr. Bis zum 26. September ist die Synagoge mittwochs bis sonntags von 14 bis 17 Uhr zugänglich. Corona-bedingt ist die Anzahl der Besucher begrenzt. Anmeldungen per E-Mail an FV-synagogeodenbach@t-online.de oder unter Telefon 06382 993297.