Thallichtenberg
Vielseitiges Programm lockt Besucher auf Burg Lichtenberg
Während etliche Orte im benachbarten Saarland wie auch in Rheinland-Pfalz am Wochenende mit Hochwasser zu kämpfen hatten, machte das Wetter den Fans des Burgfrühlings keinen Strich durch die Rechnung, auch wenn es kühler war, als man es zu Pfingsten gewohnt ist. Das war von Vorteil für sportliche Aktivitäten.
Gleich neben dem Eingang zog ein Stand mit dem Titel „Das kleine Museum für Früh- und Hochmittelalter“ mit seiner Auslage von Helmen, Schwertern Schilden, Lederscheiden, Pfeilspitzen und einem Buch mit Illustrationen und Erläuterungen die Aufmerksamkeit auf sich. Während beim Bogenschießen hauptsächlich Erwachsene ihre Treffsicherheit unter Beweis stellten, versuchten sich an der Armbrust sogar jüngere Kinder. Unter ihnen war auch Ella, die mit ihren Eltern Markus und Aileen Loth aus Frankfurt gekommen war, zusammen mit acht anderen Familien, die alle lange im Voraus einen Aufenthalt in der Jugendherberge gebucht hatten. „Darauf aufmerksam gemacht haben uns Freunde. Und dann haben wir gesehen, dass das mit dem Burgfrühling zusammenfällt“, erzählte Markus Loth. Ella versuchte währenddessen, mit ihrem Armbrustbolzen mehrere in zwei Reihen übereinandergestellte leere Dosen zu treffen. Bei den ersten Versuchen bewies sie kein glückliches Händchen. „Härter drücken“, meinte ein Junge, der zugeschaut hatte. „Und höher zielen“, riet ein anderer. Ellas dritter Versuch war dann ein Volltreffer: Wie bei einem guten Billardstoß brachte sie alle Dosen zu Fall.
Fossilien und Edelsteine ausgraben
Vor der Jugendherberge hatte Burgimkerin Katja Kreutz ihren Honigstand aufgebaut. Auf die Frage, was sie in ihrem Beruf genau macht, lächelte sie. „Eine Burgimkerin macht dasselbe wie jeder andere Imker: Wir beherbergen Bienen und ernten Honig.“
Mit dem Burgfrühling fiel der internationale Museumstag zusammen. Das Urweltmuseum Geoskop bot aus diesem Anlass eine Sonnenbeobachtung mit dem Arbeitskreis Astronomie sowie eine Fossil- und Edelsteinpräparation an. Die fand regen Zuspruch. „Das ist etwas für alle Altersstufen“, erzählte Jan Fischer vom Geoskop. „Vor allem natürlich für Kinder. Sie können aus getrocknetem Sandgips Fossilien oder Edelsteine ausgraben, aus Sicherheitsgründen mit einem Löffel. Das Jagen und Sammeln geht immer, das ist ein universeller Trieb.“
Rock, Pop und Country von der Air Base
Auch beim Instrumentenbauen vor der Zehntscheune konnten Kinder ihr handwerkliches Geschick erkunden. „Da gibt es ein Sambaei oder ein Kastagnettenkrokodil“, erzählte Elaine Naumann, die Leiterin des Trafo-Projekts des Westpfälzer Musikantenlands. „Beliebt ist auch der ,Regenmacher'.“ Begleitet wurde diese Aktivität vom Kohlbachtaler Drehorgelmusikanten Thomas Martin.
Musik gab es ebenfalls auf der Unterburg. Hier trat neben Ensembles der Kreismusikschule Kuseler Musikantenland das Musikensemble „Touch 'n Go“ von der Air Base in Ramstein auf. „Wir sind zum ersten Mal auf Burg Lichtenberg und haben Rock, Pop und Country gespielt“, erzählte Senior Airman Dana Bowers. „Die Stimmung hier ist toll.“
„Wir genießen das“
Doch von den ganzen Aktivitäten brauchte man auch mal eine Pause. Ganz spontan hatte sich Meike Gottlieb mit ihrem Mann Robin und ihrem acht Monate alten Sohn Anuk auf dem Gras niedergelassen. Die Lehrerin aus Duisburg lebt über die Pfingstferien mit ihrer Familie in einer Jurte in Relsberg. „Wir waren eigentlich im Keltendorf bei Steinbach, aber da war nichts los. Dann hab' ich im Internet diesen Burgfrühling gefunden“, berichtete die Familienmutter aus dem Ruhrpott. „Das Programm hier ist unglaublich vielseitig, wir genießen das. Es gibt so viele selbst gemachte Sachen hier.“