Kreis Kusel
Verschenkmarkt: Tauschen oder verschenken statt entsorgen
Was für den einen nutzlos ist und in den Müll gehört, kann jemand anderes womöglich noch gebrauchen. Die Plattform, die Inserate für die Bereiche Kusel, Kaiserslautern Stadt und Kaiserslautern Land, Bad Kreuznach, Mayen-Koblenz sowie Rhein-Hunsrück aufnimmt, will Interessenten zusammenführen. Tauschen, verschenken und suchen kann dort jeder recht einfach – und vor allem kostenlos in Rubriken von „Autozubehör“ bis „Werkzeuge“.
Eine Glyzinie ist dort zu haben, ein Schukarton voll Deko-Figuren wird gegen ein Glas Nougatcreme getauscht. Jemand bietet eine Bertelsmann Lexikothek, einen Tisch, man kann einen Grill tauschen oder eine Ledercouch umsonst abholen. Dieser Verschenkmarkt soll ein umweltfreundliches, soziales und unbürokratisches Abfallvermeidungskonzept sein. Aus dem Kreis Kusel sind Anbieter aus Schönenberg-Kübelberg, Oberweiler im Tal, Lauterecken, Kusel und Altenglan online. Es lässt sich einstellen, ob nur die Inserate in Kusel angezeigt werden sollen oder auch die der anderen beteiligten Kreise.
Mehr Angebote zum Verschenken
Im Kreis Kusel werden pro Jahr rund 250 Inserate veröffentlicht, berichtet Pressesprecherin Karla Hagner. Kurz vor der Veröffentlichung dieses Artikels waren im Bereich Kusel acht Inserate online. Das liege auch daran, dass diese nur vier Wochen online bleiben. Sie können laut Hagner aber verlängert werden. Rund die Hälfte der angebotenen Dinge finde einen neuen Abnehmer, schätzt der Kreis. Und: „Meistens gibt es mehr Angebote zum Verschenken als zum Tauschen.“ Schwerpunkte nach Orten lassen sich nicht ausmachen, aber nach Gegenständen: Da werden vorwiegend Möbel, Kindersachen, Hausrat, Kleidung oder Sachen für den Garten angeboten. Neben Tauschen und Verschenken gibt es auch die Rubriken „Verleihen“ und „Reparieren“. Allerdings ist darin beim Test der RHEINPFALZ im gesamten Bereich nichts zu finden.
Die Internetplattform schauten sich die Kuseler übrigens beim Landkreis Kaiserslautern ab. Die Seite wird vom selben Internet-Dienstleister betrieben. Was den Kreis die Plattform kostet, wird auf Nachfrage nicht mitgeteilt. Technischer Betreiber ist laut Impressum Bernd Maibaum von der Firma „abfallberatung.de“ in Oldenburg. In Kusel ging sie vor rund zehn Jahren online. Hintergrund war die Umstellung der Sperrmüll-Abfuhr auf individuelle Termine. Die Plattform sollte einem möglichen höheren Müllaufkommen gegensteuern.
20 bis 50 Inserate pro Monat
Ebenfalls überschaubar sind die Angebote im Bereich des Landkreises und der Stadt Kaiserslautern. Zwischen 20 und 50 Inserate seien es pro Monat, erläutert Kreissprecher Tobias Klaffke. In den vergangenen zwölf Monaten seien rund 35.000 Besucher auf der Webseite registriert worden. „Der Trend, etwas Gebrauchtes, Altehrwürdiges auch weiter zu verwenden oder den Gegenstand etwas aufzupeppen, wächst nach unserer Einschätzung“, sagt Klaffke. Die Plattform solle daher weiter aufrecht erhalten werden.
Hier geht es zum Verschenkmarkt.