Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Ultra-Trail in Reichweiler fällt aus

Schon seit zwei Jahren warten die Ultra-Läufer darauf, wieder in und um Reichweiler auf die Strecke gehen zu können. Auch 2021 f
Schon seit zwei Jahren warten die Ultra-Läufer darauf, wieder in und um Reichweiler auf die Strecke gehen zu können. Auch 2021 fällt der Trail-Lauf aus, das Bild stammt von 2018.

Der Keufelskopf Ultra-Trail, für Pfingsten geplant, findet nicht statt. Das hat der ausrichtende Verein, der SV Blau-Weiß Reichweiler, mitgeteilt – schweren Herzens wie der Verantwortliche Manfred Schmitt berichtet. Doch die Pandemie lässt keine Wahl. Dabei wären die Einnahmen für den kleinen Verein enorm wichtig.

„Wir haben zwar an der Strecke schon geplant und Vorbereitungen getroffen, versucht die Absage so lange als möglich zu verzögern, aber die hohen Inzidenzwerte lassen uns da keine andere Wahl“, erklärt Manfred Schmitt, Abteilungsleiter der Läufer. „Wir müssen und wollen die Gesundheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und der Helferinnen und Helfer schützen. Es ist aus unserer Sicht auch nicht möglich die geforderten Hygienemaßnahmen zu erfüllen – daher schweren Herzens die Absage.“ Ein Beispiel: Üblicherweise nutzt der SV das Bürgerhaus als Schlafstätte für die teils von weit her anreisenden Langstreckenläufer. Auch auf dem Sportplatz darf sonst gezeltet werden. Der familiäre Charakter der Veranstaltung sei eines der Hauptmerkmale. Der Verein konnte bereits zweimal die Deutsche Meisterschaft ausrichten, „eine große Ehre“.

Verlegung ist keine Option

Eine Verlegung in den Herbst komme nicht in Frage: „Wenn Laufveranstaltungen bis dahin überhaupt stattfinden können, dann sind da ja auch schon andere geplant. Dafür, dass es dann vielleicht doch nicht klappt, wäre der Aufwand zu groß.“ Denn der Ultra-Trail über etwa 80 Kilometer führt durch verschiedene Landkreise, überall seien Genehmigungen einzuholen, die Strecke müsse beschildert werden. 150 bis 160 Helfer seien am Veranstaltungstag beschäftigt. Auch aus Reichweiler und umliegenden Orten helfen laut Schmitt Menschen, die nicht im Verein Mitglied sind. Das alles verhindert die Corona-Pandemie – nun schon zum zweiten Mal, wie vielerorts.

Großer Einnahmeverlust

„Für uns als kleinen Verein, ist es ein großer Verlust, den wir dadurch erleiden“, berichtet Schmitt. Denn nicht nur der Traillauf mit vier verschiedenen Strecken zwischen 80 und zwölf Kilometern ist abgesagt, auch die Fastnacht, die letztjährige und wohl auch die diesjährige Kerwe, der Weihnachtsmarkt im Ort – sie alle fielen dem Virus zum Opfer, Einnahmen mit denen die Reichweilerer planen, so Schmitt. „Wenn diese wegfallen, ist das für uns ein Problem. Wir leben von den Rücklagen, aber die sind sehr dünn.“ Die Kosten für Versicherung, die Instandhaltung der Plätze und des Sportheims – der SVR hat neben einer Lauf- auch eine Fußball- und Tennisabteilung – sie laufen weiter. „Wir können das ja nicht alles kaputt gehen lassen, dann ist der Schaden hinterher noch größer.“

Von Hilfsprogrammen und -angeboten des Landes oder des Sportbundes ist er enttäuscht. Zu wenig käme da bei den Vereinen an, es sei kaum möglich die finanzielle Hilfe überhaupt zu erhalten. Er befürchtet, dass sich die Corona-Pandemie „auf Jahre hinweg auswirkt. Wir sehen ja beispielsweise schon seit Jahren die Tendenz zu Spielgemeinschaften im Fußball. Das wird bestimmt nicht besser“, erzählt Schmitt.

Noch zehn aktive Läufer

„Die Gemeinschaft leidet sehr. Sonst treffen sich die Fußballer oder die Damen-Tennismannschaft beispielsweise im Sportheim.“ Der Lauftreff ist ohnehin schon geschrumpft. Etwa zehn Personen kommen sonntagmorgens, wenn es die Pandemie zulässt, noch zum gemeinsamen Laufen zusammen, berichtet Schmitt. Insgesamt verfügt der SVR über 121 Mitglieder. Sie alle wie auch die Ultra-Läufer der Region hoffen nun darauf, dass es im kommenden Jahr endlich weitergeht. Denn noch ein weiteres Jahr ohne Einnahmen, meint Schmitt, da wisse er nicht, ob der Verein das überstehe.

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